Pferde fotografieren – Einfache Tipps für spektakuläre Ergebnisse

Unsere Vierbeiner möchten wir möglichst oft und für die verschiedensten Anlässe fotografieren: Für Insta, für Facebook oder als neues Profilfoto – gut muss es aussehen. Also spektakulär und nach Profifotograf, obwohl du nur dein Handy und keine weitere Ausrüstung hast. Mit unseren Tipps kann dir das ganz einfach gelingen!

Tipp 1: Blickwinkel variieren (oder, warum Pferde auf Augenhöhe nicht optimal aussehen)

Pferde sehen aus unserem Blickwinkel von ungefähr 1,70 m auf Fotos nicht wirklich vorteilhaft aus. Fotografieren kannst du dein Pferd natürlich immer einfach im Stehen, ganz einfach tausend Mal bessere Fotos bekommst du, wenn du einen anderen Blickwinkel wählst:

Fotografiere Pferde auf Höhe ihres Ellenbogens oder auch mittig auf den Bauch gerichtet. Dazu kannst du dich hinknien oder auch bei weiterer Entfernung noch weiter auf den Boden gehen. Die Proportionen deines Pferdes wirken aus dieser Perspektive am wenigsten verzerrt.

Vielfach kann aus dem Bild durch einen zu hohen Blickwinkel nicht das Optimum herausgeholt werden. Je nach Situation können verschiedene Höhen für die Fotografie dein Pferd in ein besseres Licht rücken.

Manchmal hilft auch ein anderer Blickwinkel, um besondere Momente einzufangen. Dubi konnte hier einfach nicht widerstehen. Siehst du wie sie mich beim Fotografieren anguckt?

Tipp 2: Viele, sehr viele Fotos machen (und im Sportmodus fotografieren bei Bewegung)

Du kennst die ganzen Hochglanzcover mit den absolut perfekt aussehenden Fotos. Du kannst dir ganz sicher sein, dass diese Fotos nicht durch einen einzigen Schnappschuss entstanden sind. Bis das perfekte Foto als eines unter Hunderten dabei ist, können schon mal Stunden vergehen.

Warte nicht auf den perfekten Moment und fotografiere alle Situationen immer spontan. So fängst du witzige Momente ein, die man nicht planen kann und erzielst eine viel höhere Trefferquote der guten Fotos.

Oft sind die ungestellten, spontanen Fotos die besten. Pferdefotografie ist nicht zu einhundert Prozent planbar und daher ist von deiner Seite aus viel Spontanität gefragt. Dein Pferd galoppiert nicht von alleine mit wehender Mähne über die Weide? Fotografiere das, was dir angeboten wird: Eine Nahaufnahme vom Auge, der Pferdekopf vom Boden aus und dann, wenn dein Pferd sich wieder in Bewegung setzt, kannst du die Situation einfangen.

Doonie hat hier spontan den Sonnenhut geschnappt und angefangen ihn in der Luft zu schütteln. Auch wenn das Bild nicht perfekt geworden ist, fängt es die Spontanität ein, die du bei der Pferdefotografie haben solltest.

Wichtig ist es, dass du dein Handy oder deine Kamera so einstellst, dass sehr schnell ausgelöst wird und der Autofokus an ist. Wenn du zu lange fokussieren musst, bis das Bild scharf ist und das Auslösen ebenfalls zu viel Zeit in Anspruch nimmt, ist der perfekte Moment schon vorbei.

Mach daher möglichst viele Fotos, wenn du dein Pferd fotografierst.

Unter Hunderten Fotos sind meistens einige Glückstreffer dabei, die du nur durch Zufall einfangen konntest. Und diese Fotos können, die aller besten Motive werden!

Tipp 3: Mittiger Fokus ist langweilig (fotografiere dein Pferd in einem von drei Dritteln – die Drittel-Regel)

Auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken siehst du sehr viele Pferdebilder, die mittig positioniert sind. Das bedeutet, dass sich das Motiv – also dein Pferd – genau in der Mitte des Bildes befindet. Diese Standardausrichtung ist von vielen Hobbyfotografen die erste Wahl, dabei kannst du mit ganz einfachem Trick die Bildkomposition interessanter gestalten.

Teile jedes Bild gedanklich in drei gleich große Drittel. Wenn du dein Pferd nicht mehr im mittigen Drittel, sondern in einem der beiden anderen Drittel fotografierst, wirkt das Bild sofort lebendiger.

Connemara Pony
Bei diesem Bild steht Harki im rechten Drittel, die zwei anderen Drittel im Bild sind durch seine Herdenkumpels im Hintergrund ausgefüllt. Siehst du, wie du das Bild länger erfasst und daran hängen bleibst – das ist die Drittel-Regel.

Profi-Tipp: Besonders interessant sind Fotos, die die Drittel-Regel in allen Dritteln anwenden können. Dies geschieht zum Beispiel bei Fotos von Pferdeherden, hier ist ein Pferd im Vordergrund in einem Drittel, zwei Drittel sind im Hintergrund die Herde, die leicht unscharf zu sehen sind.

Zum Vergleich kannst du dein Pferd oft zweimal fotografieren und nur die Kamera leicht schwenken. So siehst du, welche Positionierung zu deinem Motiv besser passt und kannst sofort auswählen.

Tipp 4: Immer in Bewegung bleiben (oder gleich strategisch richtig positionieren)

Bei der Studiofotografie kommt dieser Tipp natürlich nicht so stark zum Tragen, wie auf der großen Wiese oder beim Freilaufen in der Halle. Wenn du Pferde und Tiere ganz allgemein fotografierst, musst du flexibel auf ihre Bewegung reagieren.

Im Idealfall hast du ein gutes Teleobjektiv, mit dem du nah genug an dein Pferd heranzoomen kannst. Hast du dieses nicht, solltest du dich strategisch gut positionieren, um dein Pferd in seiner Bewegung einzufangen.

In der Herde sind Pferde schneller zu Bewegung animiert und du musst nur noch den passenden Moment abwarten. Doonie trabt hier alleine – der perfekte Schnappschuss.

Arbeite bei Bewegungsbildern lieber auf einem kleineren Teil der Weide und lass dir durch ein oder zwei Helfer dein Pferd in Bewegung setzen. Positionierst du dich richtig, dann gelingen Bewegungsbilder am besten und deine Trefferquote ist viel höher.

Frisst dein Pferd immer wieder, kannst du mit unserer Vorgehensweise dein Pferd daran gewöhnen, dass es nur noch dann grast, wenn du dies zulässt. Beim Führen gelingen damit auch im Gelände Fotos, auf denen dein Pferd nicht das ganze Maul voller Gras hat (so wie unsere Dubi). Hier geht es zum Artikel: Pferd frisst im Gelände immer nur.

Lerne von den Profifotografen, die immer in Bewegung sind und nicht starr in ihrer Position verharren. Durch verschiedene Blickwinkel und Positionen fängst du dein Pferd auch in der Bewegung besser ein, befolgst du dann noch unseren Tipp Nummer 2 (möglichst vieeeele Fotos von deinem Pferd machen), erhälst du schneller die Top-Schnappschüsse, als du denkst.

Tipp 5: Vorbereitete Spontanität (entdecke den Dreckrand am Halfter nicht erst auf den fertigen Fotos) und wie dein Pferd immer die Ohren spitzt

Es hört sich so einfach an, doch bevor du dein Pferd fotografieren möchtest, ist Vorbereitung deines Lieblingsmotives alles. Ein schmutziges Halfter kann ein perfektes Foto zerstören und auch strubbeliges Fell ist in Realität einfacher zu säubern, als wenn du dies mittels einer Nachbearbeitung machen musst.

Stimme deine Kleidung mit der Ausrüstung deines Pferdes ab, putze es gründlich (So oft solltest du dein Pferd putzen) und gehe deine Location vorab durch. Wo willst du fotografieren und was soll auf dem Hintergrund zu sehen sein und was nicht?

Gegenstände, um dein Pferd abzulenken, sind auf jeden Fall notwendig und sollten vorab bereitgelegt werden.

Zum Ablenken solltest du Gegenstände verwenden, die dein Pferd interessant findet, vor denen es aber keine Angst hat. Mit Plastikplanen in der Luft herumzuwirbeln könnte es zur Flucht und nicht zu einem schönen Ausdruck verleiten.

Geeignet sind zum Beispiel Stofftiere, Luftballons, Quietschetiere, Regenschirme oder leere knisternde Plastikflaschen oder -verpackungen. Du solltest mehrere Gegenstände dabei haben, da der Gewöhnungseffekt schnell einsetzt und dein Pferd dann nicht mehr auf den Gegenstand reagiert.

Gespitzte Ohren sehen auf Fotos einfach besser aus und diese erzielst du nur, wenn du dein Pferd ablenken kannst – oder jemanden hast, der dein Pferd ablenkt (viele Fotografen teilen die Arbeit zwischen Pferde-Bespaßen und Pferde-wirklich-fotografieren).

Extra-Tipp: Pfützen können spiegelnde Seen werden – du hast sie auch irgendwo auf dem Hof

Schon mit einfachen Dingen, die auf deinem Reiterhof vorhanden sind, kannst du besondere Fotos kreieren. Neben dem richtigen Licht, schönen Wolken oder einem Sonnenuntergang bieten sich auch Pfützen wunderbar für eine außergewöhnliche Fotokomposition an.

Durch die glatte Wasseroberfläche spiegelt sich die Umgebung in ihnen und verleiht deinem Bild mehr Tiefe. Passt du deinen Fotografieblickwinkel an und gehst etwas weiter nach unten, sodass du leicht über der Wasseroberfläche fotografierst, wirkt die in Wirklichkeit kleine Pfütze wie ein kleiner See.

Achte also nach dem nächsten Regenschauer auf die Pfützen auf Weide, Hof oder auf dem Außenplatz und nutze sie für besondere Fotos.

Diese Pfütze wirkt riesig, weil das Foto aus einem bestimmten Blickwinkel und nah an der Wasseroberfläche aufgenommen wurde.

Probiere die Tipps bei deinem nächsten Pferdeshooting direkt mal aus. Auch ohne professionelles Equipment kannst du unsere Tricks gut umsetzen und deine Fotos so zu etwas Besonderem machen.