Neues Pferd abholen – alles was du wissen solltest

Ganz aufgeregt hattest du den Kaufvertrag bei deinem letzten Proberitt unterschrieben und der große Tag rückt näher und du kannst es kaum erwarten.

Dein Pferd wartet auf dich und du wirst wirklich Pferdebesitzer.

Du machst dir Gedanken, was du noch vorher erledigen solltest oder was du schon kaufen kannst.

Der große Tag – was sollte ich vorher regeln?

Dein neues Pferd hat dich so fasziniert, dass du an nichts anderes mehr denken kannst.

Um jetzt alles richtig zu machen, überlegst du dir im Vorfeld mögliche Termine, die wichtig sind.

Besonders wichtig ist der neue Stall für dein Pferd. Ein pferdegerechter Stall hilft der Gesundheit deines Pferdes, denn schließlich möchtest du lange ein gesundes Pferd haben.

Was ist ein pferdegerechter Stall?

Viel Licht, Luft und Bewegung für dein Pferd mit der Möglichkeit Sozialkontakte zu knüpfen und einer Fütterung, die für jedes Pferd individuell zugeschnitten ist.

Zum Glück gibt es in Deutschland die klassische Ständerhaltung nicht mehr. Bevorzuge eine Außen- vor einer Innenbox.

Ein Fenster zum Rausgucken ist immer noch besser, als ohne Luft und Licht in einem Innenstall zu stehen.

Die Paddockbox ist wiederum der Außenbox vorzuziehen. Das kleine Plus an Bewegung und der Interaktion mit den Boxennachbarn werden deinem Pferd mehr Wohlbefinden schenken.

Das Maximum eines pferdegerechten Stalles sind Offen-, Lauf- oder Aktivställe. Diese unterscheiden sich hinsichtlich Platzangebot, Fressmöglichkeiten und Management.

Am Anfang kannst du dein Pferd noch nicht gut einschätzen, in welcher Haltungsform es sich am wohlsten fühlen wird. Beobachte dein Pferd und du wirst feststellen, ob es sich im neuen Stall gut einlebt.

Den Transport in den neuen Stall regeln

Je nach Entfernung von dem Verkaufsstall zu deinem neuen Stall hast du mehrere Möglichkeiten.

Du kannst jemanden beauftragen, dein Pferd zu fahren, du fährst selber oder aus deinem neuen Stall ist jemand bereit dein Pferd abzuholen.

Bei einer geringen Entfernung vom alten zum neuen Stall kannst du auch überlegen, dein Pferd zu führen.

Hierbei kommt es ganz auf dein neues Pferd an. Ist es geländesicher, kannst du den Weg zu Fuß zum neuen Stall antreten.

Der ideale Umzug ist zum Beginn der Weidesaison.

Welche Jahreszeit eignet sich für den Umzug?

Normalerweise ist die Eingliederung für ein neues Pferd zum Weidebeginn ab Mai sinnvoll. Wenn alle neuen Herdenmitglieder auf der Weide stehen, kehrt schneller Ruhe ein.

Dein neues Pferd wird so wesentlich entspannter von allen anderen begrüßt.

Da der Pferdekauf zu jeder Jahreszeit stattfindet, gibt es noch andere Jahreszeiten. Im Sommer ist die Eingliederung genauso leicht, wie im Frühjahr. Wenn ein neues Weidestück für die Herde geöffnet wird, kann dein Neuzugang ganz entspannt mitlaufen.

Und was ist, wenn ich mein Pferd im Winter kaufe?

Die Paddocksaison im Pensionsstall variiert von Oktober bis April. Je nach Weideflächen werden die Pferde schon früher auf den Paddock gestellt. Bei sehr viel Platzangebot, kann sich der Beginn nach hinten verschieben.

Solltest du im Winter umziehen, kommt es ganz auf den Stall an, der für dich infrage kommt.

Bei vielen Ställen kannst du auch im Winter einziehen. Sie haben vielleicht ein paar ruhige Kandidaten, die sich mit sehr vielen Pferden verstehen und deinen Neuzugang gleich freudig aufnehmen.

Die Versicherung für dein neues Pferd

Ohne eine Pferdehaftpflichtversicherung riskierst du alles, was du hast, zu verlieren. Das ist etwas drastisch, aber wenn dein Pferd frisch im neuen Stall eingetroffen ist, aus der Box ausbricht und über die Straße galoppiert, bist du unter Umständen schuld, wenn ein Mensch in Gefahr gerät.

Es gibt viele Haftpflichtanbieter auf dem Markt. Diese decken Schadenssummen ab, bei denen dir ganz schwindelig wird, wenn du diese selber zahlen müsstest.

Sei so klug und investiere den Beitrag und schließe eine Haftpflicht für dein Pferd ab.

Über alle weiteren möglichen Versicherungen lässt sich streiten.

Es werden auch OP- oder Krankenversicherungen angeboten. Ob sich diese für dich rechnen, musst du entscheiden.

Sollte dein Pferd plötzlich eine teure OP bekommen, lassen sich selten noch schnell Versicherungen abschließen. Meistens sind Klauseln enthalten, wonach die Versicherung erst nach einer gewissen Zeit greift.

Für mehr Infos und weitere Dinge, die du vor dem eigenen Pferd bedenken solltest, sieh dir diesen Artikel an: 10 Dinge, die du vor dem ersten eigenen Pferd bedenken solltest.

Brauche ich schon Zubehör?

Putzzeug kannst du dir schon vorher besorgen. Diese kannst du in jedem Fall gebrauchen. Das bedeutet Hufkratzer, Wurzel-, Bein- oder Kopfbürsten sind eine gute Investition. Gut geeignet sind die im Handel erhältlichen, fertigen Putzboxensets, zum Beispiel hier* auf Horze.de zu finden.

Allerlei Pflegemittel, wie Schweifspray, kannst du dir erst später besorgen.

Wenn die Verkäufer den Sattel für dein neues Pferd mit verkauft haben, dann kannst du dich um einen Sattler kümmern. Dieser sollte die Passform und den Sitz überprüfen. Du kannst den Sattel selber überprüfen, wie er im Idealfall sitzen sollte.

Eine Trense mit Gebiss und Zügeln benötigst du auch. Damit du hier die richtige Größe kaufst, empfehle ich dir, zu warten, bis dein Pferd im neuen Stall steht. Dann kannst du exakt Maßnehmen und weißt ganz genau, in welcher Größenordnung du kaufen kannst.

Die Schabrackenjunkies unter uns, nutzen gleich die Rabatte aus und decken das neue Pferd schon ein, bevor es überhaupt da ist. Eine Sattelunterlage hat nicht immer die gleichen Maße. Mal fallen diese kürzer oder länger aus.

Dein neues Pferd zieht ein

Du hast dein neues Pferd erfolgreich in den neuen Stall gebracht und freust dich so sehr, dass du am liebsten gleich alles mit deinem Pferd machen würdest.

Je nach Pferdetyp gewöhnen sich einige Pferde sehr rasch an die neue Umgebung und andere wiederum kommen kaum zur Ruhe.

Du kannst deinen neuen Stall zunächst auch erst mal ohne dein Pferd erkunden. Welche Wege gibt es, wo sind die Koppeln und wann und wo wird dein Pferd draußen sein?

Je entspannter du gegenüber deinem Pferd bist, umso wohler fühlt es sich.

Die ersten Tage sind aufregend. Für dich und dein Pferd.

Wir haben bei unseren Neuzugängen die Eingewöhnung immer ganz unterschiedlich gehandhabt. Während wir bei Dubi gleich alles gemacht haben, waren wir bei Harki deutlich zurückhaltender. Ein paar Tage reine Koppelzeit erfreute ihn sehr.

Dein Pferd zeigt dir auch, wie neugierig es ist. Drängt es förmlich raus oder braucht es erst mal seine Ruhe?

Das neue Pferd ist da – der Tag danach

Die Beziehung zu deinem neuen Pferd will gefestigt werden. Ihr beschnuppert euch gegenseitig und lernt euch kennen. Biete deinem Pferd einen sicheren Platz, wenn ihr gemeinsam etwas unternehmt.

Eine lockere Runde in der Halle oder auf dem Platz ist gut geeignet. Ebenso könntest du ein Stück eures Ausreitgeländes erkunden.

Überstürze nichts, wenn du dich noch nicht wohlfühlst. Deine Reitlehrerin kann euch in der ersten Zeit unterstützen.

Du könntest jetzt die Hufe deines Pferdes überprüfen lassen. Vielleicht haben deine Stallfreunde gute Adressen für einen Hufschmied? Und ein kurzer Blick in den Equidenpass verrät dir, ob du auch den Tierarzt für die Impfungen rufen solltest.

Der große Tag ist ein aufregendes Erlebnis. Wenn du vorher alles Wichtige erledigst, kannst du die erste Zeit mit deinem neuen Pferd entspannt genießen.

Damit das kein Anfang mit Hindernissen wird, schreib dir alles Wichtige auf, was du für dein erstes eigenes Pferd brauchst oder auch dringend benötigst.