Tinker oder Norweger – der Pferderassencheck

Die beiden Rassen erfreuen sich unter Freizeitreitern großer Beliebtheit. Sowohl Tinker als auch die Norweger / Fjordpferde haben einen Fanclub und sind in ganz Deutschland weit verbreitet. Kein Wunder, denn beide Rassen bringen ein gutmütiges Wesen und die idealen Voraussetzungen für einen Allrounder mit.

Wir stellen dir beide Rassen und ihre Merkmale sowie alle Unterschiede vor. Zusätzlich gehen wir auf den Punkt ein, welche Rasse für welche Disziplinen am besten geeignet ist. Wir fangen mit dem Tinker an:

Der Tinker – ein kleines Portrait

Bekannt sind die Tinker für ihre wunderschöne Fellfärbung. Prägend ist vor allem das gescheckte Fell, der kräftige Körperbau mit haben dichter Mähne, üppigem Schweif und starkem Fesselbehang. Wer einen Tinker sieht, der kann sich auf den ersten Blick verlieben.

Tinker: ein feinfühliges Pferd für Groß und Klein

Das ist typisch für Tinker: Charakter, Verhalten und Haltung

Kaum eine Pferderasse gilt als so ausgeglichen, nervenstark und dabei stets freundlich, wie diese meist gescheckten Kleinpferde und Ponys.

Dabei arbeiten sie bereitwillig mit und lernen schnell. Fehler verzeihen die Tiere ihren Reitern, Unsicherheiten nutzen sie nur selten aus. Manchmal kommt der Ponysturkopf durch, doch bösartig werden Tinker nie.

Sie eignen sich für Jung und Alt, lassen sich auch von Reitanfängern gut händeln. Tinker sind daher für Anfänger aber auch für Fortgeschrittene die idealen Pferde.

Im Reitsport trifft man Tinker hauptsächlich in der Freizeitreiterei an. Sie eigenen sich für Ausritte, einen flotten Galopp durchs Gelände alleine oder in der Gruppe und sind auch bei Wanderreitern beliebt. Dennoch können Tinker auch im Turniersport eingesetzt werden: viele Nachwuchsreiter haben ihre ersten Wettbewerbe auf einem Tinker.

Tinker bestechen durch ihre Intelligenz.

Sie möchten es dem Menschen immer Recht machen und sind Freunde fürs Leben. Durch ihr robustes Gebäude entsteht schnell der Eindruck, dass Tinker wenig empfindsam sind – dies ist ein Trugschluss. Tinker sind sehr feinfühlig und erlernen dadurch schneller als andere auch mal schlechtes Benehmen.

Diese Pferde fühlen sich im Offenstall sehr wohl, sind jedoch leichtfruttrig. Dies bedeutet, dass sie bei einem zu üppigen Nahrungsangebot schnell zunehmen. Aufgrund ihrer Herkunft auf kargen Wiesen sind sie an ein spärliches Nahrungsangebot gewöhnt.

Wenn du noch mehr über Tinker erfahren möchtest, sieh dir unser ausführliches Rasseportrait Tinker an. Dort erläutern wir dir noch mehr über typische Krankheiten, Eignung und Erziehung.

Das Fjordpferd

Sehr beliebt ist auch das Fjordpferd oder Norweger genannt. Aus dem hohen Norden Europas stammt das ursprüngliche Gebirgspony, dass deutliche Merkmale eines Kaltblutpferde mitbringt.

Fjordpferde gehören zu einer sehr alten Pferderasse, sodass Merkmale von osteuropäischen und asiatischen Wildpferden bis heute zu sehen sind. Wikinger führten die Fjordpferde auf ihren Fahrten mit sich, sodass das Fjordpferd auch nach Island kam und an der Entstehung des Islandpferdes beteiligt war.

Typisch ist der Aalstrich sowie die Stehmähne, die traditionell kurz geschnitten wird, wobei der dunkle Teil der Mähne etwas länger gelassen wird. So entsteht das typische Aussehen des Fjordpferdes.

Der Norweger hat eine zweifarbige Mähne und einen Aalstrich auf dem Rücken.

Verhalten und Charakter des Fjordpferdes

Fjordpferde werden vornehmlich in der Freizeitreiterei eingesetzt. Sie gelten als äußerst verlässlich, trittsicher und robust, sodass Reitschulen oder Ferienhöfe gerne Fjordpferde für Kinder anbieten.

Auch für Erwachsene eignen sich Fjordpferde sehr gut, da sie kräftig gebaut sind und eine große Trag- und Zugkraft besitzen. In ihrer Vergangenheit wurden sie als Arbeitspferde eingesetzt.

Positiv ist ihr gutmütiger und ruhiger Charakter, ein Fjordpferd bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Fjordpferde werden gerne für Ausritte, Wanderritte und auch für Turniere eingesetzt.

Das Fjordpferd ist für Groß und Klein ein echter Allrounder.

Aufgrund des kargen Nahrungsangebotes im hohen Norden hat sich das Fjordpferd angepasst und zählt zu den leichtfuttrigen Pferden. Passt man bei der Haltung nicht auf, bekommen viele Norweger sehr schnell zu viel Bauch und leiden an Übergewicht.

Draußen fühlt sich das Fjordpferd am wohlsten. In Robusthaltung kann diese Rasse sehr gut gehalten werden, sie sind gegenüber Kälte und Nässe unempfindlicher als andere Pferderassen. Aufgepasst werden sollte auf die Fütterung, damit kein ungesundes Übergewicht entsteht.

Was Tinker und Fjordpferd gemeinsam haben

Viele Merkmale teilen sich Tinker und Fjordpferd:

  • beide kommen aus eine kargen Umfeld, was sie leichtfuttrig macht und für die Robusthaltung auszeichnet
  • mit Wind und Wetter haben beide Rassen keine Probleme
  • Sie sind gutmütig, genügsam und gelten als ruhige Pferde
  • beide können bei nachlässiger und inkonsequenter Erziehung einen ganz schön dicken Ponykopf entwickeln
  • typische Krankheiten wie Exzeme, Mauke und gesundheitliche Probleme durch Übergewicht können durch die richtige Haltung gut vorgebeugt werden

Beide Rassen eignen sich wunderbar für die Freizeitreiterei: ob Ausritte, Bodenarbeit oder Wanderritte, Tinker und Fjordpferd sind ausdauernd, trittsicher und unerschrocken. Viele positive Eigenschaften, die beide zu einem tollen Begleiter für groß und klein aber auch für Anfänger und Fortgeschrittene machen.

Die Unterschiede zwischen den Rassen

Größter Unterschied ist wohl das Aussehen: während Tinker immer gescheckt sind, haben Fjordpferde die für sie typische Falbenfarbe mit Aalstrich und Stehmähne.

Tinker können etwas größer als Fjordpferde werden, bis zu 160 cm Stockmaß ist sogar möglich. Diese werden dann als Irish Cob bezeichnet. Fjordpferde hingegen werden nur zwischen 133 und 148 cm groß und sind damit immer im Ponymaß.

Neben diesen offensichtlichen Merkmalen gibt es leicht verschiedene Charakterzüge, die den Rassen zugesprochen werden. Dazu musst du immer wissen, dass vieles des Pferdeverhaltens anerzogen ist.

Fjordpferde und auch Tinker werden mal so und mal so beschrieben. Sobald sie nicht gut dabei wegkommen, muss das nicht an der Pferderasse selbst liegen. Was feststeht ist, dass jedes Pferd eine konsequente Erziehung benötigt, damit es dir nicht auf der Nase herumtanzt – was eigentlich kein Unterschied, sondern eine weitere Gemeinsamkeit ist.

Warum die Pferderasse nicht der einzige Faktor sein sollte

Wie bei all unseren Rasseportraits gilt auch bei Tinker und Fjordpferd, dass du kein Pferd aufgrund seiner Rasse kaufen solltest. Was für eure Zukunft von Bedeutung ist, ist eine harmonische Beziehung. Wenn du mehr über das Thema Pferdekauf erfahren möchtest, sieh dich in unserer Rubrik Pferdekauf um. Dort haben wir noch viel mehr Infos zum Thema:

Viel Spaß beim Weiterlesen!