Pferd kaufen als Anfänger – ab wann sinnvoll?

Jeder Reiter träumt früher oder später vom eigenen Pferd. Auch als Anfänger kommt dieser Gedanke schnell.

Doch ab wann kann man ein eigenes Pferd haben? Wir zeigen dir, welche Voraussetzungen du haben solltest, damit das eigene Pferd zum Erfolg wird.

Alle Grundlagen von Zeit über Geld und reiterlichen Voraussetzungen gehen wir durch. Genau die Fragen, die du dich auch selbst oft fragst.

Verantwortung einem eigenen Pferd gegenüber

Wichtigster Punkt ist immer die Frage, ob du als Reitanfänger bereits bereit für ein eigenes Pferd bist. Dies beginnt zum Beispiel bei der Verantwortung, die du für ein Pferd trägst.

Diese unterscheidet sich von der Verantwortung, die du für eine Reitbeteiligung oder ein Schulpferd hast. Zusätzlich zu der Pflege und Fürsorge, die du für das Pferd übernimmst, kannst du bei einem eigenen Pferd die Verantwortung nie abgeben.

Auch am Wochenende oder an Feiertagen muss sich jemand um das Pferd kümmern. Diesen Unterschied solltest du dir besonders bewusst machen.

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Hast du keine Zeit, dann steht dein Pferd nur in seiner Box. Achte auf genügend Bewegung.

Ein weiterer, wichtiger Punkt ist die tierärztliche Versorgung deines eigenen Pferdes: Regelmäßig sollten die Zähne überprüft werden. Zusätzlich muss dein Pferd geimpft werden. Wann dies notwendig wird, kann dir dein Tierarzt sagen.

Bei jeglichen Auffälligkeiten wie lahmen, stumpfes Fell, Futterverweigern, etc. bist du als Besitzer immer alleine in der Pflicht, eine Entscheidung für die Gesundheit deines Pferdes zu treffen. Das heißt auch, lieber einmal öfter einen Tierarzt zu rufen.

Bei Krankheiten musst du so viel Verantwortung übernehmen, dein Pferd zu betreuen, auch wenn es nicht reitbar ist. Wegen einer Verletzung auf der Weide zum Beispiel.

Solltest du diese Verantwortung aufbringen können, dann stellt sich bereits die nächste Frage nach der notwendigen Reiterfahrung.

Reiterfahrung für ein eigenes Pferd

Wir würden absoluten Reitanfängern von einem eigenen Pferd abraten. Ein „absoluter Anfänger“ ist noch nicht in der Lage, selbst auf einem Pferd zu sitzen.

Leichttraben ist aufgrund des fehlenden Gleichgewichtes noch nicht möglich und die Koordination der Hilfen reicht noch nicht, um dein Pferd alleine zu treiben oder zu lenken.

Grundvoraussetzungen für ein eigenes Pferd sollten daher die folgenden Punkte mindestens sein:

  • Selbstständig in allen Gangarten reiten können
  • Zügelunabhängiger und ausbalancierter Sitz, ohne sich festhalten zu müssen
  • Wissen über die Gesunderhaltung des Pferdes beim Reiten: Losgelassenheit, reelles Aufwölben des Rückens, Unterschied zwischen vor und hinter dem Zügel gehen – es geht nicht darum, ein Profi zu sein, auch eine Begleitung durch einen guten Reitlehrer ist möglich
  • Grundlagen im Umgang mit dem Pferd sind alleine möglich: Putzen, Führen, Satteln und Trensen
  • Offensichtlichen Gesundheitszustand eines Pferdes beurteilen können und keine Angst haben, andere um Rat zu fragen
  • Grundlagen des Pferdeverhaltens verstehen: wie sich Pferde ausdrücken, was das Pferd mir sagen will, …

Du solltest wissen, wie du ein Pferd richtig gymnastizierst und wie du erkennst, dass dein Pferd nicht den Rücken aufwölbt. Sonst schadest du deinem Pferd mehr, als dass du ihm nutzt und kannst gesundheitliche Probleme verursachen.

Sobald du über dich selbst sagen kannst, dass du genügend Reiterfahrung hast, um diese Punkte zu erfüllen, dann bist du für ein eigenes Pferd bereit.

Lass dich auf jeden Fall nicht entmutigen, wenn es bei dir reiterlich noch nicht für die ganz großen Lektionen reicht! Auch mithilfe eines guten Reitlehrers kannst du immer überprüfen, ob du dein Pferd richtig reitest und gemeinsam weiterkommen.

Als Reiter lernt man nie aus. Wer Reitunterricht nimmt und bei Lehrgängen teilnimmt, erweitert sein Wissen beständig.

Der Wille, immer besser zu werden, hilft dir aber vor allem deinem Pferd. Gerade als Anfänger sind dies gute Voraussetzungen, sobald du diesen Willen realistisch einschätzen kannst.

Mein Kind will ein eigenes Pferd

Von einem eigenen Pferd träumt jeder leidenschaftliche Reiter und vor allem Kinder sehr schnell. Damit aus dem anfänglichen Übermut nicht eine Enttäuschung wird, solltest du aus einer neutralen Perspektive Folgendes beurteilen:

  • Wie viele Jahre reitet mein Kind schon? Ist die Begeisterung erst seit wenigen Wochen da oder hält sich der Wunsch bereits seit Jahren?
  • Hast du als Elternteil genügend Zeit und Geld, um dein Kind verantwortungsbewusst zu unterstützen? Sollte es soweit kommen, dass dein Kind das Reiten aufgibt, dann bist du in der Verantwortung für das Pferd.
  • Auch bei Zeitmangel deines Kindes für das Reiten bist du für die Versorgung oder die Organisation der Versorgung des Pferdes verantwortlich.
  • Gerade in der Pubertät hören viele mit dem Reiten auf, weil andere Dinge wichtiger werden. Du kannst dein Kind in dieser Sache am besten einschätzen.

Als Elternteil musst du nicht zwingend etwas vom Reiten verstehen, um deinem Kind ein Pferd zu kaufen. Auf Reiterhöfen gibt es genügend Ansprechpartner, an die dein Kind und du euch wenden könnt, wenn es Probleme gibt.

Neben den negativen Punkten wirkt sich ein Pferd sehr positiv auf dein Kind aus. Viele Herausforderungen stehen zwar bevor, jedoch profitiert dein Kind davon. Besonders ein gutes Verantwortungsbewusstsein kann dein Kind so entwickeln und Disziplin erlernen – ausgemistet werden muss immer, egal, welches Wetter oder wie dein Kind gerade Lust hat.

Kinder und Pferde sind eine wunderbare Kombination. Solltest du selbst nichts mit Pferden zu tun haben, ist das kein Problem. Wir haben für dich eine große Auswahl an Fragen und Antworten zusammengetragen:

Alles zum Thema Reiten für Kinder findest du in unserer Kategorie Kinder und Pferde.

Ein eigenes Pferd besitzen – wie viel Zeit benötigt man?

Es sind einige Randbedingungen wichtig, um den Zeitaufwand abschätzen zu können.

  • Die Haltungsform: Steht mein Pferd nur in der Box und auf einem kleinen Paddock muss es ausreichend bewegt werden. Dies kostet täglich Zeit.
  • Stallwahl: Muss ich im Stall selbst ausmisten und Weidedienst machen, dann benötige ich mehr Zeit als in einem Vollpensionsstall.
  • Bewegung des Pferdes: Wer wenig Zeit hat, kann sein Pferd longieren oder spazieren gehen. Eine Reitstunde mit Schritt reiten vorher und hinterher kann schnell über eine Stunde dauern. Daher ist der Faktor Zeit nicht zu unterschätzen.

Wir rechnen für einen normalen Nachmittag beim Pferd mit Box machen, putzen, Reitstunde mit aufwärmen und trockenreiten sowie aufräumen ca. 2 bis 3 Stunden. Pro Tag!

Der zeitliche Aufwand berechnet sich daher in jedem Einzelfall. Rechne mit mehreren Tagen Aufwand pro Woche. Frage dich auch, ob du auch bei schlechtem Wetter, wenn du dich nicht gut fühlst oder wenn du eigentlich keine Lust hast, zum Pferd gehen würdest.

Unterschätze auch nicht den Unterschied zwischen Sommer und Winter.

Wer als Reitbeteiligung oder im Schulbetrieb in den Wintermonaten einfach aussetzt oder mehr Tage im Sommer nimmt, wird sich bei einem eigenen Pferd umgewöhnen müssen. Dein Pferd braucht dich bei jeder Witterung.

Dein Pferd sollte nicht darunter leiden, dass du keine Zeit findest oder nicht finden willst.

Zusätzlich solltest du deine Zukunft im Blick behalten: Momentan kannst du jeden Tag in den Stall und verteilst die Reitstunden so, wie du es haben möchtest. Was machst du aber, wenn du Vollzeit arbeitest, eine Ausbildung beginnst oder an der Uni bist, um zu studieren?

Gerade zwischen Schule und Beruf möchten viele dann doch noch mal ins Ausland oder später ein Auslandssemester einlegen. Wer kümmert sich dann um dein Pferd?

Zum Thema Zeitaufwand findest du auch hier auf pferdewissen.ch einen guten Beitrag.

Thema Kosten: Wie viel Geld kostet ein eigenes Pferd?

Der Reitsport zählt zu einem der teuersten Hobbys überhaupt. Es gibt viele Kostenpunkte, die monatlich anfallen und gut kalkulierbar sind. Sie unterliegen deiner Auswahl und bestimmen zu einem Großteil, wie teuer der Spaß für dich wird.

Ein anderer Teil der Pferdekosten ist unkalkulierbar und – wie im normalen Leben – Zufall. Dein Pferd kann sich unglücklich verletzten oder du lässt deinen Sattel fallen. Schon werden Kosten aufgerufen, die etwas höher liegen, als du erwarten würdest.

Wenn wir nur von den kalkulierbaren Kosten ausgehen, dann liegst du pro Pferd zwischen 200 € und 800 € – je nach gewähltem Stall, Unterricht, Fütterung, Service, etc.

Jetzt aber die Fakten und genauen Zahlen: So viel Geld kostet ein Pferd in der Unterhaltung. Wie immer sind die Kosten nach oben offen.

Kostenpunktvonbis
Stallmieteca. 200 €ca. 850 €
Reitunterrichtca. 20 €ca. 50 €
Hufschmied/Hufpfleger, alle 6-8 Wochenca. 30 €ca. 150 €
(Zusatz-)Futterca. 30 €offen
Tierarzt Impfungen, Zahnkontrolle,
halbjährlich oder nach Bedarf
ca. 50 €ca. 500 €
Tierarztoffen
Ausrüstung Pferd&Reiteroffen
Turnierteilnahme,
abhängig von Hängernutzung und Prüfung
ca. 10 €offen
Haftpflicht jährlichca. 100 €offen

Es kommt bei vielen Punkten auf deine Wahl von Komfort an. Wer einen Stall ohne Halle und mit Stalldienst wählt, der zahlt weniger.

Wir ziehen eine artgerechte Haltung einer gut ausgestatteten Reitanlage vor. Dafür nehmen wir einen weiten Weg in Kauf, aber haben zufriedene und glückliche Pferde.

Einige Positionen wirst du erst mit Erfahrung besser einschätzen können. Dies beginnt bei Futtermitteln und endet nicht bei Reitausrüstung. Hier bekommst du mit der Zeit ein gutes Gespür dafür, welche Preise gerechtfertigt sind und mit welchen Ausgaben du monatlich rechnen kannst.

Gerade das Thema Hufe ruft viele Fragen hervor.

Daher haben wir diesem Punkt einen eigenen Artikel gewidmet, damit du sofort weißt, wie oft du deinen Hufschmied holen musst und woran du das siehst: So oft sollte dein Pferd zum Hufschmied.

Dort kannst du mehr über die Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit der Hufschmiedbesuche und deinem Pferd erfahren.

Obwohl der Pferdesport als teuer gilt, gibt es immer noch Wege, um mit wenig Mitteln ein Pferd artgerecht zu halten. Dies kann zum Beispiel eine kleine Selbstversorger-Weide sein, die statt einer großen Halle ein schönes Ausreitgelände hat. Hier liegst du bei Preisen um die 200 € pro Monat.

Erfahre jetzt, was du alles bei einem Selbstversorgerstall alleine machen wirst.

Um die Belastung wirklich genau kalkulieren zu können, solltest du vor dem Pferdekauf einen Kassensturz machen. Nur dann kannst du sicher sein, dass keine finanziellen Überraschungen kommen.

Noch mehr ausführlichere Informationen zum Thema Kosten, findest du in unserem (Inklusive-wie-viel-wir-realistisch-ausgeben!) Beitrag: So viel Gehalt brauchst du für ein eigenes Pferd.

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Erstausstattung Reiter beim ersten, eigenen Pferd

Der Kauf des eigenen Pferdes ist nur der Anfang. Solltest du schon reiten, dann hast du die Grundausstattung bereits.

Wenn du dir als wirklich blutiger Anfänger überlegst, ein eigenes Pferd zu kaufen, dann lies dir nochmals weiter oben unseren Abschnitt über Reiterfahrung vs. eigenes Pferd durch.

Folgende Ausstattung benötigst du nur für dich mindestens:

Optional kannst du dir weitere Sachen kaufen. Dies ist, wenn du ein eigenes Pferd hast und öfter reitest, sinnvoll:

  • Reithandschuhe*, auch zum Führen oder Longieren
  • Für den Winter: Regen- / Winterhose sowie Winterstiefel, die warm halten und mit denen du ohne Probleme durch Pfützen gehen kannst. Eine Reithose, die warm hält und auch noch schick aussieht, ist zum Beispiel diese Softshell Thermoreithose*.

Wenn du jetzt mehr Informationen benötigst, dann sieh dir unseren Ausrüstungs-Guide für Anfänger an. Wir erklären dir genau, welchen Helm oder welche Reithose du kaufen solltest. Dort erfährst du zusätzlich alles zu Ausrüstungsgegenständen, die du gerne kaufen würdest, aber eigentlich nicht brauchst – so schnell kannst du schon vor dem Pferdekauf dein Geld sinnvoll verwenden.

Erstausstattung Pferd

Wer ein eigenes Pferd kauft, der erhält oft nur das Pferd sowie ein Halfter und einen Führstrick dazu. Das bedeutet, dass du die gesamte Ausrüstung für dein Pferd auch kaufen musst.

Die Grundausstattung besteht meistens aus:

  • Sattel (Dressur-/Spring-/Vielseitigkeits-/Westernsattel oder andere
  • Trensenzaum inklusive Zügel
  • Gebiss
  • Putzzeug: Hufkratzer, Kardätsche, Striegel, Wurzelbürste, weiche Bürste, ggfs. Schwamm, Kamm
  • Satteldecken oder Schabracken
  • Sattelgurt
  • Steigbügel sowie Steigbügelriemen
  • für den Winter: Abschwitzdecke, Regendecke, Winterdecke (wenn du dein Pferd scherst)

Sattel und Trense

Diese beiden Ausrüstungsgegenstände sind am wichtigsten und können die meisten Probleme mit sich bringen. Nicht selten benötigst du einen erfahrenen Sattler, der dir einige Modelle zum Probereiten mitbringt.

Ein Sattel kann mehrere Hundert bis über Tausend Euro kosten. Damit gehört der Sattel zu dem teuersten Gegenstand, den du für dein Pferd benötigst.

Der Trensenzaum inklusive Zügel und Gebiss verschlingt auch schnell mehrere hundert Euro.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass du hier nicht sparen solltest. Gerade bei Sattel und Trense musst du vordergründig darauf achten, dass es deinem Pferd passt.

Weitere Ausrüstungsgegenstände sammeln sich naturgemäß mit der Zeit an: Longierpeitsche, Longe, weitere Winterdecken in unterschiedlichen Dicken, zusätzliche Bürsten, Schweif- und Mähnensprays,…

Wiedereinsteiger und ein eigenes Pferd

Wer kennt nicht den Spruch: Fahrradfahren verlernt man nie. Ein bisschen ist es auch so mit dem Reiten.

Solltest du früher geritten haben, dann kam das Leben dazwischen und jetzt hat dich die Lust auf Pferde wieder gepackt, dann geht es dir wie vielen.

Als Wiedereinsteiger hast du einige Vorteile, die sich positiv auf dein Vorhaben auswirken:

  • Du hast bereits Erfahrungen und Wissen mit und über Pferde. Möglicherweise bist du etwas eingerostet, aber du kannst dort anknüpfen.
  • Aus deinen früheren Erlebnissen mit Pferden hast du bereits gelernt. Du weißt, wie du dich mit einem Pferd verhalten solltest, wenn es zum Beispiel mit dir durchgeht.
  • Viele Wiedereinsteiger sind schon im Leben angekommen. Du hast einen Job und ein geregeltes Leben und weißt, wie du ein eigenes Pferd dort unterbringen könntest. Hast du in deiner Jugend geritten, hast du alle wilden Galoppausritte bereits hinter dir.

Solltest du dich zu eingerostet fühlen, dann frische deine Reitkentnisse mit ein paar Reitstunden auf. Nimm dir für einige Monate eine Reitbeteiligung. So kannst du ideal testen, ob die Verantwortung und der Spaß zusammenpassen und du nicht doch die Lust verlierst.

Unsere Erfahrung mit eigenen Pferden

Nach 10 Jahren als Reitbeteiligung haben wir unser erstes, eigenes Pferd gekauft. Für uns stand der Wunsch im Raum, ganz ohne Zwang mit den Pferden reiten und zusammen sein zu können.

Unsere Erfahrung aus den vielen Jahren Reitschule sowie Reitbeteiligung war immer: So bald dein Pferd nicht mehr am Zügel läuft oder ausfällt, dann musst du härter trainieren.

Wir genießen es viel mehr, einfach Freizeitreiter zu sein. Ein Ausritt bringt uns viel mehr Freude, als wenn nun endlich diese Traversale klappt. Dies konnten wir uns mit einem eigenen Pferd realisieren. Wir haben jetzt genau den Schwerpunkt, der für uns passt.

Vielleicht ist es bei dir ähnlich?

Zusätzlich ist das Erleben mit einem eigenen Pferd intensiver und inniger.

Die Verbindung ist viel tiefer, wenn man alle Höhen und Tiefen zusammen meistert. Niemand kennt dein Pferd so gut wie du, als Besitzer es tust.

Die Alternative zum eigenen Pferd

Jetzt bist du dir vielleicht sehr sicher, dass das eigene Pferd gut zu dir passen würde. Möchtest du den großen Sprung von der Reitschule, wo du zwei Mal in der Woche eine Stunde reitest, zum eigenen Pferd wagen, dann gibt es eine Lösung.

Bevor du dich an das Abenteuer eigenes Pferd wagst, kannst du gut üben: mit einer Reit- oder Pflegebeteiligung. Hier bist du ebenfalls für ein Pferd verantwortlich und kannst dich bereits darin üben, wie ein Pferdebesitzer zu handeln.

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Als Reitbeteiligung übst du bereits, wie es wäre, ein eigenes Pferd zu haben.

Viele Pferdebesitzer beginnen so und entscheiden dann nach einigen Jahren, dass die Zeit reif für den nächsten Schritt ist.

Als Reitbeteiligung kannst du auch noch einen Schritt weitergehen: das Pferd zur Verfügung.

In dieser Konstellation bist du fast der Besitzer. Du verhälst dich so, versorgst das Pferd mehrmals wöchentlich bis täglich und kümmerst dich um alle Belange rund um dein „Pferd zur Verfügung“.

Wenn du diese Stufe auch gemeistert hast, dann bist du absolut reif für ein eigenes Pferd.

Ob du bereit bist für ein eigenes Pferd oder lieber noch weiterhin als Reitbeteiligung reitest, das kannst du hier noch mal genau nachlesen: Reitbeteiligung oder eigenes Pferd.

Zusammenfassung – ab wann ein eigenes Pferd für Anfänger geeignet ist

Als Anfänger ein eigenes Pferd: Ihr lernt gemeinsam und werdet zu einem eingespielten Team. Diese Vorstellung ist das Ziel vieler Pferdemenschen.

Bevor du dich für den Kauf eines eigenen Pferdes als Anfänger entscheidest, solltest du dich selbst einem Realitätscheck unterziehen! Frage dich und beantworte ehrlich, wie du zu folgenden Fragen stehst:

  • Besitzt du genügend Reiterfahrung, um dein Pferd gesund zu erhalten? Dies schließt das richtige Reiten über den Rücken ein und endet noch nicht bei den Grundelementen der Skala der Ausbildung.
  • Hast du genügend Zeit für dein Pferd zu sorgen? Du benötigst mehrmals die Woche mindestens zwei bis drei Stunden Zeit. Auch an Feiertagen, am Wochenende und nach einem langen Tag.
  • Denke an die Zukunft, die sich auch auf dein eigenes Pferd auswirken könnte: Was ist, wenn du weniger Zeit hast? Wenn du beginnst, Vollzeit zu arbeiten oder für einige Zeit ins Ausland willst?
  • Der Reitsport ist kostspielig. Neben der Ausrüstung für dich und dein Pferd musst du Geld für unerwartete Kosten zur Seite legen. Bei unvorhergesehenen Verletzungen kommen zum Beispiel Tierarztkosten auf dich zu, die du jederzeit stemmen können solltest.

Ein eigenes Pferd sollte nie aus einer Laune heraus gekauft werden, sondern sich aus einem längeren Interesse an Pferden entwickeln. Dies gilt besonders, wenn dein Kind ein eigenes Pferd haben möchte.

Wer daher erst mal testen möchte, ob ein eigenes Pferd das Richtige ist und man genügend Verantwortung aufbringen kann, der kann es als Reitbeteiligung probieren.

Als Reitbeteiligung bist du genauso verantwortlich für das Pferd, wie als Besitzer. Wenn es jedoch zu Schwierigkeiten kommt, steht der Besitzer als erste Ansprechperson zur Verfügung. So kannst du erleben, wie du mit plötzlichen Krankheiten deines Pferdes umgehst und ob du genügend Durchhaltevermögen hast, um im Winter und im Sommer zu jeder Zeit dein Pferd zu versorgen.

Viele Wiedereinsteiger kommen zum Reitsport zurück und sind bereit, den nächsten Schritt zum eigenen Pferd zu machen.

Erfahrungen und Pferdewissen ist meist noch vorhanden und kann wieder aktiviert werden. Du könntest es zuerst als Reitbeteiligung versuchen, um wieder fit zu werden.

Wiedereinsteiger kennen sich besser als Reitanfänger und wissen, wo es mit dem eigenen Pferd haken könnte. Unterstützung durch einen erfahrenen Trainer ist daher in jedem Fall für alle Besitzer empfehlenswert.

Ein eigenes Pferd ermöglicht dir eine sehr intensive und tiefe Verbindung, die ein lohnenswertes Ziel darstellt. Wer vorab genau überlegt und sich ehrlich beantwortet, ob er die Zeit, die Verantwortung und auch das Geld aufbringen kann und will, der ist bereit für ein eigenes Pferd.