How to Reitbeteiligung – 10 Fragen an den Besitzer, die du am Anfang stellen solltest

Die wichtigsten Fragen an den Besitzer deiner neuen Reitbeteiligung stellen die Weichen für eine schöne, gemeinsame Zeit. Wir besitzen Pferde und waren viele, viele Jahre davor Reitbeteiligungen. Darum können wir deine Sichtweise und auch die der Pferdebesitzer verstehen und wollen dir 10 Fragen mitgeben, die du dem Pferdebesitzer am Anfang stellen solltest.

#1 – Was kannst du mir über die typischen Verhaltensweisen deines Pferdes erzählen?

Der Besitzer des Pferdes kennt seinen Vierbeiner in-und-auswendig. Daher kann er dir genau erzählen, welche typischen Verhaltensweisen auf dich zukommen (könnten). Besonders wichtig sind zum Beispiel Unarten, die für dich gefährlich werden könnten. Dies kann Schreckhaftigkeit bei bestimmten Gegenständen/immer bei Traktoren/gelben Hüten/… sein.

Fragst du den Besitzer direkt am Anfang, wird er oder sie dir bestimmt einige Geschichten erzählen können. So erlebst du weniger Überraschungen und weißt von Anfang an, wo dein neues Pferd seine Macken hat.

Dies schließt natürlich nicht aus, dass du durch eine gute Pferde-Mensch Beziehung diese Macken und Eigenarten in den Griff bekommen kannst.

#2 – Welche Aufgaben soll ich im täglichen Umgang mit deinem Pferd übernehmen?

Oft gehen Reitbeteiligung und Pferdebesitzer davon aus, dass der jeweils andere weiß, was gewünscht wird. Problem dabei ist, dass niemand hellsehen kann und die Dinge beim Namen nennt.

Fragst du direkt nach, wie deine Aufgaben aussehen, weiß der Pferdebesitzer, dass du Verantwortung übernehmen willst und das Pferd rundum versorgen möchtest. Die Aufgaben im täglichen Umgang können von Pferd zu Pferd variieren. Typisch sind beispielsweise:

  • Pferd von der Weide holen und nach der Reitstunde wieder auf die Weide bringen
  • Box misten und Stallgasse fegen (Weiterlesen: Wie oft die Pferdebox misten?)
  • Füttern des Pferdes, auch mit speziellen Futterzusätzen, Füllen von Heunetzen (Weiterlesen: Pferdefütterung: die große Obst- und Gemüseliste)
  • Pflege der Ausrüstung: Sattel mit Sattelseife reinigen oder Trense immer nach dem Reiten gut abspülen

Ein paar Punkte wird der oder die Besitzerin dir gar nicht sagen, da davon ausgegangen wird, dass du dies sowieso machst. Scheu dich daher nicht, von dir aus all das aufzuzählen, was du immer machst und auch bei diesem Pferd wieder machen würdest. Das ist beispielsweise grundlegendes wie putzen, Hufe kratzen, bei heißem Wetter ausreichend lange abreiten und das Zubehör pfleglich zu behandeln.

Bist du noch nicht ganz sicher, ob du alle Aufgaben alleine mit dem Pferd ausführen kannst? Sieh dir unseren Artikel an, ab welchem Alter eine Reitbeteiligung sinnvoll ist.

#3 – Kann ich mit deinem Pferd auch mal ausreiten gehen / spazieren / Bodenarbeit machen?

Möchtest du nicht nur in der Halle reiten, solltest du danach explizit fragen. Es gibt BesitzerInnen, die keine Ausritte möchten, dir dies aber erst auf Nachfrage mitteilen.

Wenn du bereits weißt, was du mit dem Pferd machen möchtest, frage direkt nach. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Ausritte mit anderen und Ausritte alleine
  • Spaziergänge an der Hand mit dem Pferd im Gelände
  • Springen von Cavalettis oder höheren Hindernissen
  • Trabstangen ins Training einbauen
  • Longieren des Pferd oder sogar Doppellonge, wenn du und das Pferd dies können
  • Bodenarbeit auf dem Reitplatz/ in der Halle
  • Teilnahme an Turnieren oder Lehrgängen
  • Fahrt mit dem Reitbeteiligungspferd in den Urlaub

Niemals solltest du diese Dinge ohne vorherige Frage machen. Der Besitzer hat meistens gute Gründe, warum ihr dieses und jenes nicht machen sollt. Ein älteres Pferd darf in einigen Fällen nicht mehr springen, machst du dies ohne das zu wissen, bekommt das Pferd gesundheitliche Probleme. Fragst du freundlich nach, weiß der Besitzer, was du alles mit seinem Pferd machst und kann dir sagen in welchem Umfang, was möglich wäre.

#4 – Bei wem kann ich Reitunterricht nehmen?

Reitunterricht wird von allen Besitzern gerne gesehen. Dies zeigt, dass du den Reitsport und die Ausbildung ernst nimmst und einen gesundheitsfördernden Umgang mit dem Pferd einhalten willst.

Ein großer Vorteil ist es, wenn du den Reitlehrer oder die Reitlehrerin bekommen kannst, bei dem das Pferd sowieso läuft. Dieser kennt das Pferd und kann dir besonders gute Tipps geben.

Wenn du eine eigene Reitlehrerin holen möchtest, musst du zunächst Fragen, ob auf der Anlage auch fremde Reitlehrer akzeptiert werden.

#5 – Wo steht das Pferd im Winter auf dem Paddock und im Sommer auf der Weide? Welche Zeiten gibt es?

Die Weide- und Paddockzeiten sind für dich wichtig, wenn du dein Pferd nicht in seiner Box findest. Aus diesem Grund musst du wissen, wo dein Reitbeteiligungspferd seinen Winterpaddock und im Sommer auf der Weide steht.

Lass dir den Hof zu Anfang zeigen, damit du dich schnell zurechtfinden kannst. Wenn du weißt, wann die Pferde raus gehen, kannst du dich besser danach richten und die Reitstunden entsprechend legen.

#6 – Kann ich meine eigene Ausrüstung mitbringen? Satteldecke, Bandagen, Putzzeug,… ?

Vielleicht hat sich bei dir schon einiges an eigener Ausrüstung und Zubehör angesammelt. Viele Reitbeteiligungen haben eine schöne Satteldecke, eine eigene Abschwitzdecke oder Putzzeug und wollen dieses auch bei ihrem neuen Reitbeteiligungspferd verwenden.

Putzboxen mit viel Inhalt findest du zum Beispiel bei Horze.de* – ab 60 Euro gibt es mit dem Code HELLOHORZE 10 Euro Rabatt!

Erzähle der BesitzerIn, was du genau hast und zeige es im besten Fall vor der Benutzung. Handelt es sich um Putzzeug, sollte dieses natürlich ausreichend gereinigt und desinfiziert sein, bevor du es bei einem anderen Pferd benutzt.

#7 – Was erwartest du dir von einer Reitbeteiligung als PferdebesitzerIn?

Diese Frage ermöglicht dir herauszufinden, aus welchem Grund dein Pferdebesitzer eine Reitbeteiligung haben möchte. Oftmals ist nicht genügend Zeit da, um das Pferd ausreichend zu bewegen und zu beschäftigen.

In anderen Fällen ist das Pferd bereits älter, es gibt ein neues und jüngeres Pferd und der Besitzer fokussiert sich lieber auf seinen Youngster. Es kann auch vorkommen, dass der Pferdebesitzer genügend Zeit hat und eigentlich nur auf das zusätzliche Geld angewiesen ist – was meistens nicht wirklich ehrlich beantwortet wird.

#8 – Wie baust du eine Reitstunde auf? Wie lange reitest du Schritt?

Jedes Pferd hat eine individuelle Zeit, um warm zu werden. Einige Reiter können mit ihrem Pferd keine engen Wendungen mehr reiten, andere haben nur Volten vom Trainingsplan verbannt.

Lass dir vom Besitzer erzählen, wie eine typische Reitstunde aussieht. Wichtig sind vor allem die Zeiten für das Auf- und Abwärmen. Hier gibt es unterschiedliche Auffassungen, deine Reitbeteiligung könnte ihre eigenen haben.

#9 – Wie oft soll ich reiten – soll ich jedes Mal reiten? Kann ich öfter kommen, wenn es zeitlich passt?

Frage 7 zielte schon etwas darauf ab und in Frage 3 hast du schon abgeklopft, was du mit deinem Pferd machen darfst. Frage daher, ob du jedes Mal reiten musst oder sollst. Du gehst vielleicht davon aus, dass du hin- und wieder auch nur einen kleinen Spaziergang machen kannst. Dem Pferdebesitzer ist dies erst klar, wenn du es wirklich mitteilst.

Zu Anfang kannst du auch fragen, ob du in deinen Ferien oder im Urlaub ein oder zwei Tage öfter kommen kannst. Viele Besitzer stimmen dem gerne zu, fragst du früh genug nach, weißt du sofort, woran du bist.

#10 – Wird es einen Vertrag geben, in dem alle Regelungen festgehalten werden?

In den meisten Fällen verläuft alles harmonisch mit deiner Reitbeteiligung. Du kümmerst dich um das Pferd und der Besitzer kann ein paar Tage die Woche zuhause bleiben.

Passiert doch etwas, ist eine schriftliche Vereinbarung für beide Seiten Gold wert. In einem solchen Dokument wird festgehalten, was du mit dem Pferd machen darfst, wie viele Tage du reitest und wie viel du dafür bezahlst.

Weitere Bedingungen können aufgenommen werden, die klären, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen bestehen und wie damit umgegangen werden muss. Ebenfalls kann der Besitzer einige Sachen mit dem Pferd nur nach Zustimmung aufnehmen lassen, zum Beispiel der Besuch von Turnieren.

Tauchen später Fragen auf, hilft dieses Dokument zu klären, wer im Recht ist. Es kann daher von Vorteil sein, wenn ihr gemeinsam die wichtigsten Daten schriftlich festhaltet.