Grundausstattung Bodenarbeit

Bodenarbeit macht Spaß, verbessert die Bindung zwischen dir und deinem Pferd und kann von Anfängern und auch Fortgeschrittenen kinderleicht durchgeführt werden. Zirkuslektionen erhöhen den Schwierigkeitsgrad und bieten zusätzliche Motivation. Eine Liste mit Zirkuslektionen für alle Level findest du hier zum Stöbern.

Benötigt wird für die Bodenarbeit mindestens ein Halfter, ein Strick oder Bodenarbeitsseil und eine Gerte. Weitere Ausrüstung ist in den meisten Fällen nicht erforderlich.

Halfter

Das Halfter ist in der Bodenarbeit ein sehr wichtiger Bestandteil, denn über diesen Gegenstand kannst du deinem Pferd Druck und Hilfen weitergeben. Auf dem Markt gibt es verschiedene Halfter, für die Bodenarbeit würden wir dir aber ganz klar ein sogenanntes Knotenhalfter empfehlen.

Weich gepolsterte Stallhalfter sind für dein Pferd sehr komfortabel, durch die Fell- oder Schaumstoffeinlagen spürt es weniger Druck und kann sich diesem aus genau diesem Grund leider oftmals entziehen.

Traditionelle Stallhalfter sind für dein Pferd bequem – für die Bodenarbeit jedoch zu grob in ihrer Übertragung deiner Hilfen.

Trägt dein Pferd sein weiches Stallhalfter schon lange, wird es einige Situationen kennen, in denen es gelernt hat, dass es auf Druck nicht reagieren muss. Sein Halfter ist so weich, dass es vorkommenden Druck leicht aushalten kann.

Ein Knotenhalfter überträgt punktuellen Druck genauer und macht deine Hilfen für dein Pferd verständlicher.

Du musst weniger Druck anwenden, damit dies bei deinem Pferd ankommt. Dadurch stumpft dein Pferd nicht ab und reagiert auf feinere Hilfen – das, was wir durch die Bodenarbeit erreichen wollen.

Unsere Empfehlung Knotenhalfter

Die Firma Pfiff verkauft Knotenhalfter, die keine extra Polsterung haben und damit für die Bodenarbeit perfekt geeignet sind. Knotenhalfter sind nicht teuer, das genannte Bodenarbeitshalfter gibt es bereits um die 10 Euro. Sieh es dir hier* an.

Kappzaum

Wenn du dich mit einem Halfter bei der Bodenarbeit nicht sicher fühlst, kannst du auch einen Kappzaum verwenden. Der Vorteil am Kappzaum ist, dass dieser nicht verrutscht und fest am Kopf deines Pferdes sitzt. Machst du einen Handwechsel, musst du den Strick nicht umhängen.

Nachteil ist ganz klar, dass der Kappzaum deine Hilfen schwammiger werden lässt. Durch die breite Polsterung kommen deine Hilfen nicht so punktuell beim Pferd an, wie bei einem dünnen Knotenhalfter.

Fühlst du dich mit einem stabileren Kappzaum mit deinem Pferd zu Anfang wohler, dann wäre dies ein möglicher Weg. Vielleicht kannst du nach einigen Trainingseinheiten zu einem dünnen Halfter umsteigen.

Bei Stellungsarbeiten ist der Kappzaum unter Umständen sogar die bessere Wahl. Trainierst du Seitengänge an der Hand, kannst du deinem Pferd die Biegung mit einem Kappzaum schneller verständlich machen.

Unsere Empfehlung Kappzaum

Dieser Kappzaum* ist zwar gepolstert, aber packt dein Pferd nicht komplett in Watte ein. Durch die drei leicht versetzten Ösen, kannst du bei der Bodenarbeit variieren und deinen Strick umhängen, wenn du dies möchtest.

Strick / Bodenarbeitsseil

Bei der Bodenarbeit benötigst du einen Strick, den du am Halfter befestigt. Dieser Strick sollte möglichst 2,5 Meter oder noch länger sein, damit du mit dem Seil gut arbeiten kannst. Wählst du einen zu kurzen Strick, wird dich das bei einigen Übungen behindern.

Normale Panikhaken, wie du sie vom Stallhalfter kennst, sind bei der Bodenarbeit unvorteilhaft. Im Zweifelsfall kannst du den Strick einfach loslassen und bist nicht darauf angewiesen, einen Panikhaken zu öffnen, wie dies beim Putzen der Fall ist.

Schwerere Haken stören dein Pferd nicht und du kannst es mit diesen nicht aus Versehen, zum Beispiel beim Schwingen des Seiles, am Kopf treffen und damit verletzen. Der Haken sollte nicht von alleine aufgehen.

Am Ende des Stricks kann zur Bodenarbeit ein Lederband befestigt sein. Dies eignet sich als Peitschenersatz. Du kannst damit Geräusche machen, um deine Körpersprache zu unterstützen oder dein Pferd gezielter auf deine Hilfen hinweisen, wenn dies notwendig wird. Spätestens aus diesem Grund sollte dir klar werden, dass ein längerer Strick bei der Bodenarbeit notwendig ist.

Als Grundausstattung in der Bodenarbeit wird auch statt Strick von einem Bodenarbeitsseil gesprochen. Dieser dickere und längere Strick kostet meist etwas mehr, erfüllt dafür aber die Anforderungen bei der Bodenarbeit.

Unsere Empfehlung Bodenarbeitsseil

Ein gutes Bodenarbeitsseil, welches alles Anforderungen an Länge, Schwere und Griffigkeit erfüllt, ist dieses Bodenarbeitsseil*. Du hast am Ende einen Peitschenersatz, den du gezielter einsetzen kannst, als eine lange Peitsche. Der Strick selbst ist dicker und angenehmer zu greifen, als ein dünner Führstrick. Wir empfehlen dir die Investition in mindestens ein Bodenarbeitsseil, es wird dich lange begleiten.

Longe

Zur Bodenarbeit wird eine Longe notwendig, wenn du mit deinem Pferd auf Distanz arbeiten möchtest. In vielen Fällen wird auch das längste Bodenarbeitsseil zum Longieren doch zu kurz werden, wenn du nicht permanent im Kreis mitlaufen möchtest.

Eine gute Longe ist in allen Reitsportgeschäften erhältlich. Achte bei einer guten Longe auf die folgenden Punkte:

  • ein runder Longenstrick liegt besser in deiner Hand, als ein flacher
  • die Longe sollte gut in deiner Hand liegen, sie darf nicht zu dick oder zu dünn sein (unbedingt im Geschäft „probefühlen“)
  • die Longe sollte nicht zur Knotenbildung neigen, ebenfalls sollte sie keine Schlaufen bilden
  • eine gute Longe für die Bodenarbeit ist schwer – leichte Longen können durch Wind oder Bewegungen deines Pferdes flattern und so falsche Signale senden

Die günstigen Longen, die oftmals verkauft werden, wirst du sicherlich schon mal in der Hand gehabt haben. Die dünnen, flachen Longen aus Textilmaterial verknoten sich und wehen beim Trab oder Galopp von alleine herum. Für gute Signale ist daher bei einer Longe auf die oben genannten Merkmale zu achten.

Gerte / Stick

In der Bodenarbeit wird die Gerte wie ein verlängerter Arm eingesetzt. Damit du an deinem Platz stehen bleiben kannst, verwendet man eine Gerte, um seinem Pferd die Hilfen zu zeigen.

Die Gerte wird hauptsächlich zum Touchieren, Berühren, Abstreichen oder für Geräusche in der Luft eingesetzt. Statt einer Gerte wird in der Bodenarbeit oftmals vom „Stick“ gesprochen.

Ein Stick ist wie eine Gerte als verlängerter Arm zu sehen. Unterscheiden kann man den Stick von der Gerte, da er dicker ist und so von deinem Pferd besser wahrgenommen wird.

Unsere Empfehlung Bodenarbeitsstick

Schau unbedingt mal bei betterwesternwear.de* vorbei. Dort findest du schöne Halfter für die Bodenarbeit und auch diesen tollen Stick. Er hat eine Nylonschnur, die du nach Bedarf abnehmen kannst und somit auch als Longierpeitsche verwenden kannst. Hier geht es zum Bodenarbeitsstick*.

Bodenarbeit: was über die Grundausstattung hinausgeht

Alles, was wir dir aufgezählt haben, zählt zur benötigten Grundausstattung. Mit diesen wenigen Gegenständen kannst du alles in der Bodenarbeit erreichen. Natürlich gibt es weitere Dinge, die du für die Bodenarbeit verwenden kannst, welche aber nicht unbedingt notwendig sind:

  • Trense/Reithalfter
  • Ausbinder
  • Longiergurt
  • Doppellonge
  • Gamaschen / Hufglocken

Neben der Grundausstattung solltest du das passende Umfeld für die Bodenarbeit haben. Im Idealfall hast du einen umzäunten Longierplatz – auch „Round Pen“ genannt. Möglich ist die Bodenarbeit auch auf einem Reitplatz, in der Reithalle oder einem abgezäunten Stück Weide.

Über die Grundausstattung hinaus kannst du dir zur Gestaltung des Platzes allerlei an weiteren Dingen kaufen:

  • Pylonen
  • Stangen, Cavaletti
  • Tonnen
  • Fahnen

Das tolle an der Bodenarbeit ist, dass du nicht viel an Ausstattung benötigst! Das wichtigste ist deine Körpersprache, die du immer bei dir hast.

Wenn dich noch mehr Ausrüstungsgegenstände interessieren, dann schaue in unseren Artikel mit 101 Gegenstände, die zur Grundaustattung gehören könnten.