Wissenswertes über Isländer: Charakter, Haltung und Herkunft

Der Isländer ist eine der am flexibelsten einsetzbaren Pferderassen. Besonders durch ihre Intelligenz und Gutmütigkeit sind sie bei großen und bei kleinen Reitern sehr beliebt. Was bei ihnen besonders hervorsticht, ist das der Isländer sogar mehr als drei Gangarten beherrscht. Hier sind für dich die wichtigsten Fakten rund um die Pferderasse Isländer.

Steckbrief Isländer

UrsprungIsland
Stockmass125 – 150 cm
Gewicht300 – 500 kg
Farbealle Farben außer Tigerschecken
Exterieurkräftiger und muskulöser Körperbau sowie einen schlanken Hals mit großem Kopf
Interieursehr selbstständig, selbstbewusst, freundlich und intelligent

Geschichte des Isländers

Zu Beginn des neunten Jahrhunderts kamen die ersten Isländer durch die Wikingerschiffe auf die Insel Island. Aufgrund der dort vorherrschenden Klimabedingen wie Kälte, Wind und Regen sind die Isländer einer der robustesten Pferderassen.

Sie wurden lange Zeit nicht nur als Lasttier für den Transport von Holz und auch von Toten eingesetzt, sondern dienten auch in dem doch sehr rauen Land oft als Reisegefährte für sehr lange Strecken. 

Aufgrund der Anordnung im Jahr 930 keine anderen Pferde auf die Insel zu importieren, wurde der Isländer im Laufe der nächsten 1000 Jahre zu einer der reinsten Pferderassen und ist somit die älteste bekannte Reinzucht.

Wusstest du: Noch heute gilt, hat ein Pferd die Insel verlassen, darf es nicht wieder zurückkehren.  

Aufgrund der Fortschreitung der Industrialisierung wurde das Islandpferd nur noch in den Minen unter katastrophalen Bedingungen eingesetzt. 

In den 50er und 60er gelang den Isländern eine große Beliebtheit in Europa, besonders in Deutschland waren die eleganten Reitpferde als vorzeigbares Freizeitpferd sehr angesehen. Bis heute gilt immer noch das Import-Verbot von Pferden nach Island. 

Der Charakter des Isländers

Der Isländer ist ein sehr selbstständiges und sanftmütiges Pferd. Besonders durch seine Trittsicherheit und Zuverlässigkeit beim Reiten sowie seine ausstrahlende Ruhe ist er bei Kindern und auch Erwachsenen gleichermaßen sehr beliebt als Freizeitpferd. 

Auch seine soziale Intelligenz und seine schnelle Auffassungsgabe machen ihn zu einem guten Menschenfreund.

Das Temperament des Isländers lässt sich durch eine gute Ausbildung sehr gut regeln. 

Wer kann auf einem Isländer reiten

Der Isländer ist durch sein ruhiges und sicheres Auftreten als Familienpferd sehr beliebt. Da auch jüngere und noch unerfahrene Reiter auch durch seine geringe Größe mit den sehr gelassenen Isländern keine Probleme haben und gut auf ihn reiten können. 

Bei den erfahrenen Reitern ist der Isländer durch seine Robustheit und seines flotten Ganges allzeit beliebt

Der Isländer ist ein sehr langlebiges Pferd und wird zwischen 25 bis 30 Jahre alt und kann trotz seiner Größe ein Gewicht von bis zu 90 Kilogramm tragen

Aufgrund ihrer Herkunft sind Isländer sehr robuste Kleinpferde geworden. Selbst tiefe Temperaturen können sie durch ihr dichtes Fell gut überstehen.

Isländer als Turnierpferd geeignet? 

Die Isländer sind nicht nur ein perfektes Familienpferd, was gut zum Ausreiten für Jung und Alt geeignet ist, sondern kann durch seine vielseitigen Gangarten auch an nationalen sowie internationalen Turnieren teilnehmen. 

Hierbei misst sich der Isländer in Töltprüfungen, Mehrgangsprüfungen sowie auf Passrennen mit seinen Artgenossen. 

Die Besonderheit: Die 5 Gangarten vom Isländer

Der Isländer kann neben den normalen Gangarten wie Schritt, Trab und Galopp auch eine vierte und fünfte Gangart vorweisen. Deswegen bezeichnet man den Isländer auch als Gangpferde-Rasse. 

Der Tölt, die vierte Gangart vom Isländer macht das Reitpferd besonders beliebt bei den Reitern. Die Gangart kann von langsamem Tempo bis zum schnellen Renntempo gehen. Dabei ist die Gangart Tölt für den Reiter besonders angenehm, da kaum Erschütterungen vom Pferd ausgehen und es kein Federn zwischen den Schritten wie beim Trab oder Galopp gibt. Ebenso ist immer ein Bein des Pferdes am Boden.

Der Unterschied zwischen Tölt und dem Schritt liegt daran, dass Tölt eine gelaufene Gangart und keine schreitende Gangart ist. Die Gemeinsamkeit besteht in den Takten und den Phasen, da der Tölt wie der Schritt ein reiner Viertakt mit acht Phasen ist. 

Bei der letzten Gangart vom Isländer dem Pass, wird dieser nur im Renntempo angewendet. 

Hierbei ist eine deutliche Schwebephase zu erkennen, dies erkennst du daran, dass kein Bein den Boden berührt. 

Der Pass oder auch Rennpass genannt, ist eine Zwei-Takt-Bewegung und wird vor allem bei Rennen auf kurzen Distanzen genutzt. 

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Isländer richtig und Pferdegerecht erziehen

Isländer sind sehr genügsame und robuste Pferde. Sie können ohne Probleme draußen auf der Weide bei Wind und Schnee ausharren. Was sie vor allem ihrer Herkunft verdanken. Durch ihre Selbstständigkeit können Isländer in ihrer Heimat zum Beispiel im Winter den Schnee zur Seite scharren, sodass sie an die verschiedensten Gräser kommen. 

Islandpferde sind Herdentiere und fühlen sich am wohlsten bei ihren Artgenossen auf der Weide. Aber auch mit anderen Pferderassen können die Isländer wunderbar zurechtkommen. 

Durch ihre Robustheit und Genügsamkeit benötigen Isländer keine besondere Pflege. Ihnen reichen ein mageres Weidenland, eine Wasserstelle und ein unbeheizter Unterstand. 

Das Thema Offenstall wird viel diskutiert. Da wir mit unseren Pferden im Offenstall stehen aber auch schon Boxenhaltung, Laufställe und Paddoxboxen ausprobiert haben, können wir dir aus erster Hand mehr dazu erzählen: Offenstall Vor- und Nachteile.

Beachte das dichte und lange Fell, dass die Isländer im Bild im Winter ausbilden. Es hält sie warm und ermöglicht die Robusthaltung bei allen Temperaturen.

Fütterung eines Isländers

Bei der Fütterung eines Isländers brauchst du nicht viel zu beachten. Mit der Bereitstellung einer großen Weide braucht der Isländer nur noch etwas Heu und Stroh. Sie brauchen in der Regel nur sehr wenig Kraftfutter.  

Der Isländer zählt jedoch zu den leichtfuttrigen Pferderassen, was bedeutet, dass er schnell Fett ansetzt. Durch das karge Land, auf dem er in Island über Jahrhunderte lebte, ist dieser Stoffwechsel besonders günstig gewesen, um karge Zeiten durchzustehen.

In unseren Breitengraden kommen karge Futterperioden nicht vor, achte daher darauf, dass dein Isländer nicht zu dick wird und sich ausreichend bewegen kann.

Für alle Reiter haben wir eine tolle Liste zusammengestellt über alle Obst- und Gemüsesorten und welche du davon füttern kannst und welche lieber nicht. Hier geht’s zur Obst- und Gemüseliste.

Typische Krankheiten von Isländer

Der Isländer ist ein sehr robustes Pferd und hat kaum typische Krankheiten. 

Jedoch sind Isländer leider zum Schrecken vieler Pferdebesitzer besonders anfällig für das Sommerekzem. Das bedeutet, dass dein Pferd besonders sensibel auf Mückenstiche oder Insektenstiche reagiert – ganz genau ist die Ursache des Sommerekzems nicht geklärt.

Ein starker Juckreiz wird durch einen Stich verursacht und dein Pferd verliert durch das Scheuern sein Fell und kann zu schweren Hautinfektionen führen. Hierbei helfen leider keine Medikamente, es kann durch eine Fliegendecke oder durch Salben vorgebeugt werden. 

Isländer Kaufen – Was ist zu beachten

Wie bei jeder Anschaffung eines Haustieres müssen vor dem Kauf einige Punkte geregelt sein. Neben dem Geld zur Bezahlung des Pferdes muss auch noch der Zeitfaktor gut überlegt sein. Denn der Isländer möchte nicht nur alleine auf der Weide stehen, sondern braucht auch regelmäßig Beschäftigung und Auslauf. 

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Beim Isländer werden viel Zeit und Kosten bei der Aufzucht betrieben, da er erst ab einem Alter von 5 bis 7 Jahren angeritten werden kann. Der Anschaffungspreis bei einem Isländer liegt ungefähr zwischen 5.000 EUR und 20.000 EUR.

Dies ist immer abhängig vom Alter und Fähigkeiten des Pferdes aber auch von deren Nutzung. Da der Isländer aber eine hohe Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren hat, wirst du auch viel Zeit mit deinem Isländer verbringen können. 

Ein kleiner Tipp, es gibt bestimmte Sattel und Reitzubehör, welche genau auf Isländer angepasst ist. Hier findest du zum Beispiel einen guten Sattel, der perfekt für Isländer ist*. Dieses Zubehör ist ebenfalls für den Ritt von den weiteren Gangarten wie Pass und Tölt gemacht.

Die Fangemeinde der Isländer ist sehr groß, sodass es Zubehör auch für Reiter gibt, die Isländer reiten. Ebenfalls sind spezielle Isländergebisse, Steigbügel oder Gamaschen erhältlich.

Zusammenfassung – der Isländer ist ein tolles Familienpferd mit Mehrgangschaltung 

Der Isländer ist ein perfektes Familienpferd zur Freizeitnutzung. Durch seine liebevollen und gleichzeitigen robusten Charaktereigenschaften ist er bei Groß und Klein sehr beliebt.

Der Isländer ist bekannt als Freizeitpferd und kann aber auch durch seine speziellen Gangarten wie Tölt und Pass die erfahrenen Reiter begeistern. 

Auch durch seine unkomplizierte Haltung und Fütterung ist der Isländer bei Reitanfängern sehr willkommen. 

Der Isländer ist ein vielseitiges und robustes Freizeitpferd mit dem du für eine sehr lange Zeit einen perfekten Reitkumpel gefunden hast.