Ablauf Reitturnier: von Anfahrt über Abreiten bis zur Siegerehrung

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Auf einem Reitturnier können Reiter ihre Pferde vorstellen, und sich eine Bewertung durch Turnierrichter abholen. Du kennst die Bilder, auf denen weiß schwarz gekleidete Reiter ihre Pferde im Viereck vorstellen. Doch du bist dir gar nicht so sicher, wie ein Turniertag abläuft.

Keine Sorge – denn wir zeigen dir Schritt-für-Schritt, wie ein Turniertag typischerweise abläuft und aussieht. So weißt du schon bevor du deinen ersten Start auf einem Turnier hast, was dich erwarten wird und was du wann machen musst!

Schritt 1: Die Vorbereitung & Anfahrt

Bevor das Reitturnier beginnen kann, musst du dich und dein Pferd entsprechend vorbereiten. Damit die Bewertungen gerecht und objektiv sind, gibt es eine bestimmte Kleiderordnung, die für Pferd und Reiter gilt.

Schwarz-Weiß ist Vorgabe bei der Ausrüstung: das bedeutet für dich weiße Reithose, schwarze Reitstiefel, schwarzes Jackett und eine weiße Satteldecke.

Pferden wird am Turniertag die Mähne eingeflochten, damit diese die Bewertung der Turnierrichter nicht beeinflusst. Ein Pferd mit einer besonders schönen Mähne würde so mehr Punkte bekommen, dies möchte man vermeiden.

Deine Vorbereitung läuft folgendermaßen ab:

  • Flechten der Mähne und des Schweifes deines Pferdes
  • gründliches Putzen deines Pferdes: vom Huf bis zu den Ohrspitzen
  • gründliches Putzen des Zubehörs: dazu zählt der Sattel, die Trense, und auch deine eigene Ausrüstung wie Reitstiefel, Helm und Turnierjackett

Weiterlesen für die optimale Pferdepflege:

Findet das Turnier nicht in deinem Reiterhof statt, ist eine Vorbereitung für die Fahrt zum Turnier zu treffen. Dazu wird meist ein Pferdeanhänger genommen, um das Pferd zum Turnier zu transportieren. Die Vorbereitungen für die Fahrt mit dem Hänger umfassen die folgenden Punkte

  • Anlegen von Transportgamaschen, damit das Pferd sich auf der Fahrt nicht verletzt
  • Unterbringung eines Heunetzes im Hänger
  • Ankuppeln des Hängers an das Zugfahrzeug und natürlich eine ausreichende Tankfüllung vorsehen

Ein Turniertag kann sich über einen ganzen Tag hinziehen, nicht selten verbringst du mehrere Stunden vor Ort. Daher ist ausreichend Proviant und die richtige Ausrüstung notwendig. Je nach Witterung kann es daher mehr oder weniger geben, was man mitnehmen muss:

Damit ist die Vorbereitung endlich abgeschlossen und der Start in den Turniertag kann beginnen. Denke daran: nichts ist schlimmer als Zeitnot am Turniertag, weshalb du mit ausreichend Puffer vor deiner Prüfung losfahren solltest. Beginnt deine Prüfung um 15 Uhr, rechne davon die Zeit zum Aufwärmen, die Anfahrt, das Satteln und Trensen sowie etwas Zeit für die Orientierung vor Ort ein.

Schritt 2: Orientierung auf dem Turniergelände

Findet das Turnier in deinem eigenen Reitstall statt, ist die Orientierung kein Problem. Fährst du zu einem anderen Reitstall, musst du dich bei Ankunft erstmal orientieren. Reist du mit einem Hänger an, wird eine Person bei deinem Pferd bleiben müssen, nachdem ihr das Pferd vom Hänger geholt habt. Man lässt das Pferd nach dem Ausladen etwas umhergehen, grasen und etwas trinken. 

In einigen Fällen musst du noch deine Startnummer in der Meldestelle abholen, wenn sie dir im Vorwege noch nicht mitgeteilt wurde.

In der Meldestelle erfährst du später die Ergebnisse aller Turnierprüfungen und kannst dir die Bewertungen der anderen Reiter ansehen. Sollte dir deine Startnummer noch nicht zugeschickt worden sein, musst du diese am Turniertag selbst abholen gehen.

Die Meldestelle ist meist mit einem großen Schild gekennzeichnet, du wirst sie nicht übersehen.

Nachdem du die Meldestelle gefunden hast, solltest du die dir das Gelände weiter ansehen: besonders wichtig ist der Reitplatz oder die Reithalle auf dem vor der Prüfung abgeritten wird. Abreiten bedeutet, das Pferd vor der Prüfung aufzuwärmen.

Auf dem Abreiteplatz wimmelt es von Reitern, du kannst dich mit dem Zugang zum Abreiteplatz vertraut machen, damit du später mit dem Pferd keine Orientierungsschwierigkeiten hast.

Als nächstes solltest Du herausfinden, wo deine Reitprüfung stattfinden wird. Dies erfährst du auch in der Meldestelle, wo die kommenden Prüfung aufgelistet sind. Dort steht immer dabei, in welcher Reitbahn deine Prüfung stattfinden wird. Suche diesen Ort bereits jetzt auf, und mach dich mit den Eingängen und Zugänglichkeiten vertraut.

Besonders wichtig, ist es, herauszufinden, wie du von deinem Abreiteplatz zum Prüfungsort kommst. Keine Sorge – meistens sind beide Orte nicht weit voneinander entfernt und Helfer und Schilder weisen dir zusätzlich den Weg.

Weiterlesen: Mein Pferd schlägt beim Reiten mit dem Schweif – was bedeutet das?

Schritt 3: Dein Pferd abreiten (aufwärmen)

Der Abreiteplatz dient zum Aufwärmen: du kannst einzelne Elemente deiner Prüfung nochmals durchgehen, nachdem du dein Pferd vollständig aufgewärmt hast

Deine Turnierprüfung beginnt zu einer bestimmten Uhrzeit, du musst selbst planen, wie weit im voraus du dein Pferd abreiten (was so viel wie Aufwärmen bedeutet) willst. Lass dir nicht zu viel Zeit, weder eine zu intensive Aufwärmphase noch eine zu kurze Aufwärmphase ist für den Turnier Erfolg dienlich. (Geheim-Tipp-Artikel: Wie lange sollte man mindestens Schritt reiten?)

Zum Abreiten reitest du dein Pferd, wie du es von zu Hause gewohnt bist. Du legst deine Turnierkleidung an, die du in der Prüfung tragen wirst. Das bedeutet auch, dass dein Pferd seine Kopfnummer an der Trense trägt. Ein Helfer kann dir an warmen oder kalten Tagen mit deinem Turnierjacket helfen.

Achtung Sonderfall: solltest du eine Springprüfung reiten, darfst du vorher ohne dein Pferd den Springparcours abgehen. Dazu solltest du einen Helfer dabei haben, der das Pferd in dieser Zeit festhält oder herumführt.

Das Abreiten ist so wie das Aufwärmen zuhause zu gestalten.

Du reitest ausreichend lange Schritt, wärmst dein Pferd am langen Zügel auf, fängst an leicht zutraben und machst alle Hufschlagfiguren und Trainingsabläufe so, wie du es von deiner normalen Reitstunden gewohnt bist. Du solltest die Aufwärmphase abgeschlossen haben, kurze Arbeitsfiguren abgefordert haben und zur Prüfung gehen. So ist dein Pferd noch enegiereich genug und bereits warm geritten.

Schritt 4: die Turnierprüfung

Am Abreiteplatz wird ein Helfer stehen, der deine Kopfnummer oder deinen Namen oder dein Pferd aufruft, wenn du an der Reihe bist.

Du solltest daher selbst ein Ohr in diese Richtung haben oder ungefähr wissen, wer vor dir dran ist. Beim Abreiten kannst du dich so schon orientieren, wenn die Reiter vor dir zur Prüfung gehen, dass auch Du bald dran bist. Mit einem Helfer ist das ganze natürlich einfacher.

Wird deine Kopfnummer aufgerufen reitest du auf direktem Wege zum Turnierplatz.

Diesen hast du dir aus der Orientierung bereits angesehen und weißt genau, wo du hin musst.

An der langen oder an der kurzen Seite steht der Tisch mit den Richtern. Diese werden deine Leistungen bewerten und dich die ganze Zeit über genau unter die Lupe nehmen.

Für die Prüfung reitest du auf den Turnierplatz und kannst dich dort zunächst mit deinem Pferd völlig frei bewegen. Einige Reiter reiten ganze Bahn, traben leicht oder gehen bereits auf einen Zirkel. Dies ist ganz Dir überlassen.

Wenn die Richter mit einer kleinen Glocke klingeln, beginnst du mit deiner Prüfung. Vorher fängt deine Prüfung noch nicht an. Hörst du diese kleine Glocke klingeln, reitest du zum Gruß in die Mitte der Bahn.

Beachte aber, dass es Richter gibt, die bereits das Einreiten in den Turnierplatz schon in die Wertung einfließen lassen. Daher musst du ab dem Punkt, wo die Richter dich sehen, eine gute Figur machen.

Dies wird dein Reitlehrer vorab mit dir geübt haben. In der Mitte der Bahn bleibt der Reiter stehen und grüßt mit einhändig in der Hand gehaltenen Zügeln und einem kleinen Kopfnicken.

Der Turniergruß vor Beginn der Prüfung: Kopfnicken hier in Kombination mit einem kurzen Griff an den Helm. Dressurreiter lassen den Arm meist herunterhängen und nicken nur mit dem Kopf.

Jetzt wirst du deine Aufgabe reiten, so wie du sie gelernt hast. Bist du in deinen reiterlichen Fähigkeiten noch nicht so weit fortgeschritten, kann es sein, dass du an einem Reiterwettbewerb teilnimmst. Bei dieser Prüfung sind mehrere Reiter in der Bahn, ihr werdet einer Abteilung bilden. Was sich hinter dem Wort Abteilungsreiten versteckt, erfährst du in unserem Artikel zum Thema.

In einigen Prüfungen liest jemand die Aufgabe vor und sagt genau wann ihr was machen müsst, darauf solltest du dich nicht verlassen. Es ist wichtig, dass du die Reitaufgabe auswendig kannst, und auch ohne, dass jemand die Anweisungen gibt, genau weißt, wohin du reiten musst.

Bei kleineren Wettbewerben ist dies natürlich nicht notwendig, nimmst du an einem Führzügelwettbewerb teil, musst du dich nur auf deinen Sitz konzentrieren, und kannst das Lenken und die Orientierung der führenden Personen überlassen.

Zum Ende der Prüfung reitest du wieder in die Mitte der Bahn und grüß die Richter so, wie du es beim Anfang getan hast. Die Richter werden sich laut bedanken, meist wird nochmal die Glocke geläutet, womit signalisiert wird, dass deine Bewertung hiermit abgeschlossen ist. Du kannst deinem Pferd lange Züge lassen und auf dem sofortigen Wege die Bahn verlassen. Es wartet bereits der nächste Reiter, der nach dir seine Prüfung hat.

Direkt nach deiner Prüfung wird meistens schon deine Wertnote laut verkündet.

Dies geschieht manchmal über Lautsprecher, in kleineren Reitturnieren über einen lauteren Ansager. Höre deshalb genau zu, welche Wertnote du erhältst. Deine Wertnote musst du dir merken, da diese wichtig ist, um zu wissen, ob du an der Siegerehrung teilnehmen darfst oder nicht.

An der Siegerehrung dürfen immer nur die Reiter teilnehmen, die eine bestimmte Note oder besser erzielt haben. Alle anderen erhalten leider keine Schleifen aber natürlich eine Platzierung.

Schritt 5: Abreiten / Schrittreiten

Nach deiner Prüfung kannst du wieder den Abreiteplatz nutzen. Hier kannst du dein Pferd noch im Schritt bewegen und abkühlen lassen, so wie du es zu Hause in deinem eigenen Reiterhof auch machst.

Anhand deiner erhaltenen Bewertung, weißt du, ob du an der Siegerehrung teilnehmen kannst. Wenn du an einer großen Prüfung teilnimmst, musst du warten, bis der letzte Teilnehmer der Prüfung geritten ist. Erst dann weißt du manchmal, ob auch du an der Siegerehrung teilnehmen kann.

Beispiel: Alle Teilnehmer mit einer Wertnote besser als 6,5 nehmen an der Siegerehrung teil. Hast du eine 6,2 erhalten, nimmst du leider nicht an der Schleifenvergabe teil. Mit einer Wertnote von 6,6 oder besser, kannst du dir am Ende der Prüfung mit deinem Pferd zusammen die Schleife abholen.

Schritt 6: Optional – die Siegerehrung

Alle Reiter, die eine bestimmte Wertnote oder besser erzielt haben, werden zur Siegerehrung ausgerufen. Gehörst du zu den glücklichen, folgst du dem Weg wieder zum Turnierplatz zurück. Meist wird die Siegerehrung auf dem Platz durchgeführt, auf dem auch die Prüfung stattgefunden hat.

Auf dem Turnierplatz stellen sich nun alle Reiter der Siegerehrung wie eine Abteilung nebeneinander auf. Die Richter rufen nun nach und nach jeweils von der schlechtesten Platzierung bis zur besten Platzierung jeden Reiter auf.

Wird dein Name genannt, treibst du dein Pferd an und stellst dich vor die Richter.

Du erhälst die Schleife an die Trense gesteckt, manchmal einen Händedruck. Sind alle Reiter durch, dann kommen die typischen Worte: wir gratulieren dem Sieger und den Platzierten und bitten zu einer Ehrenrunde im Galopp. Sofort ertönt meist laute Musik und die sogenannte Ehrenrunde beginnt.

Alle Reiter galoppieren hinter dem Erstplatzierten hinterher – solltest du ein Pferd haben, was sich schnell aufregt, kannst du absitzen und den Platz verlassen, um niemanden zu gefährden.

Nach ein oder zwei Runden verlassen alle Platzierte den Turnierplatz. Du kannst dein Pferd noch etwas Schritt reiten und dann zum Hänger zurückkehren oder dein Pferd wieder in den Stall bringen.

Damit hast du den Ablauf eines ganzen Turniertages erlebt und weißt schon im Voraus, was auf dich zukommt.

Steht deine erste Turnierprüfung an, ist das super aufregend. Wir waren damals mit unseren Reitbeteiligungen auf Turnier und hätten sehr gerne die folgenden Infos für unseren weiteren Weg gehabt:

Der Turniertag in der Übersicht

Zusammengefasst läuft ein Turniertag zumeist folgendermaßen ab:

  • Vorbereitung von Pferd & Reiter
  • Putzen, Pflege der Ausrüstung
  • Auswahl Turnierkleidung für Pferd & Reiter
  • Fahrt zum Turnier mit dem Hänger – falls das Turnier nicht im Heimatstall stattfindet
  • Orientierung auf dem Turniergelände
  • Abreiten auf dem Abreiteplatz
  • Turnierprüfung
  • Erhalt der Wertnote
  • Ggfs. Teilnahme an der Siegerehrung mit Ehrenrunde
  • Abreiten / Schritt reiten nach dem Wettkampf
  • Fahrt nach Hause / Pferd zurück in den Stall bringen

Zu allen Punkten kannst du in der Übersicht nochmals genauer nachlesen, falls du dir bei dem ein oder anderen Punkt doch nicht ganz sicher bist.

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