Andalusier: Steckbrief, Herkunft und Charakter

Andalusier sind einer der stolzesten Pferderassen und sind die Leistungssportler unter den Dressurpferden. Sie werden nicht umsonst die Pferde der Könige genannt. Neben dem Lippizaner eines der bekanntesten Barockpferde in Deutschland.

Durch ihre lange Mähne und ihr imposantes Auftreten wollten sich damals schon die Herrscher mit einem Andalusier schmücken. Mit diesem Pferd hast du einen Freund fürs Leben gefunden, der dir für immer treu bleiben wird.

Hier sind für dich die wichtigsten Fakten rund um die Pferderasse Andalusier.

Steckbrief Andalusier

UrsprungSpanien
Stockmaß155 – 165 cm
Gewicht390 – 490 kg
Farbehäufig Schimmel, Braune, Rappen, gelegentlich Füchse, selten andere Farben
Exterieurmuskulöser und eleganter Körperbau, weite Nüstern mit kräftigem Hals, schönes und üppiges Langhaar, kurzer Rücken
InterieurTemperamentvoll aber auch sanft, sehr gelehrig und vertrauensvoll

Geschichte der Andalusier

Die Namensherkunft stammt aus Andalusien, der dünn besiedelte Südosten Spaniens mit der Sierra Nevada und den Bergen.

Nach der Entdeckung von Höhlenmalereien in der Umgebung von Zentralandalusien gehen die Archäologen davon aus, dass es schon in der Steinzeit Wildpferde in Spanien gab.

Da besonders Andalusien als wichtiger Handelspunkt galt, gab es dort viele Eroberungen und Besetzungen verschiedenster Völker. Dadurch kann der Andalusier nicht als eigene Rasse gelten, da es viele Kreuzungen und fremde Einflüsse zu früherer Zeit gegeben hat.

Der Siegeszug der Spanier in Europa begann durch die Erschaffung von berühmten Reitakademien in Italien und Frankreich. Viele Pferderassen wie Lipizzaner oder Knabstrupper gehen deshalb auf spanische Hengste zurück.

In den letzten Jahrzehnten sind die Andalusier nach einem Rückgang, aufgrund der Verbreitung des Jagdreitens auf Vollblütern und Springpferden, wieder im Kommen.

Der gute Charakter sowie seine äußere Eleganz haben dem Spanier wieder viele Liebhaber beschert.

Eine imposante Erscheinung: der Andalusier.

In der spanischen königlichen Reitschule finden sich viele Andalusier. Auch bei den Doma-Vaquera Wettbewerben sieht man häufig andalusische Pferde. Bei dieser Reitweise wird ein versammeltes Pferd verlangt, welches kleine Wendungen vollzieht. Die Reiter haben dabei meistens einen langen Stock in der Hand, der den Mittelpunkt ihrer Wendungen markiert.

Weiterlesen: Unterschiede zwischen Andalusier und Lusitano

Typisch Andalusier: Diese charakterlichen Merkmale werden Andalusiern zugeschrieben

Mit einem Andalusier hast du einen treuen Pferdekumpel gefunden. Denn sie zeichnet ein temperamentvoller, aber auch gleichzeitig sanfter und gutmütiger Charakter aus.

Sie sind überaus intelligent und sehr lernwillig, weshalb sie auch gerne als Dressurpferde eingesetzt werden.

Besonders ihre schnelle Auffassungsgabe und das besondere Talent für Versammlungen bringt der Andalusier mit.

Vielleicht hast du schon einen Andalusier bei einer Show gesehen: ihre Eleganz kommt besonders bei der Versammlung zur Geltung.

Wie bei allen gelehrigen Pferderassen wird diesem Pferd schnell langweilig und es entwickelt Marotten und schlechte Angewohnheiten. Regelmäßiges und passendes Training für seinen Ausbildungsstand in Kombination mit einer artgerechten Haltung, Spaziergängen oder Ausritten beugt diesem Problem am besten vor.

Abwechslungs fürs Pferd ist dabei gar nicht so schwer.

Weiterlesen: Inspirationsliste Zirkuslektionen von Anfängern bis Fortgeschrittenen (auch für Barockpferde super geeignet) und unsere Ideen für Abwechslung mit dem Pferd

Wer kann auf einem Andalusier reiten?

Besonderen Spaß an einem Andalusier kannst du haben, wenn du sehr gerne auf Turniere gehst und dort Lektionen bis in die hohen Klassen zeigen möchtest: Passagen, Pirouetten oder Piaffen sind für viele Andalusier mit entsprechendem Training möglich.

Aber auch normale Reit- und Freizeitpferdebesitzer haben mit diesem wissbegierigen und
sanften Pferd ihre große Freude.

Für pure Anfänger ist ein Andalusier nur unter Anleitung eines erfahrenen Reitlehrers zu empfehlen. Wie beschrieben, kann dein Andalusier aufgrund seines guten Intellektes schnell Angewohnheiten entwickeln, weil ihm langweilig ist.

Da er sich jedoch sehr gut auf seinen Menschen einlassen kann und sanft ist, wird er auch mit einem schwächeren Reiter bei entsprechender Unterstützung durch einen Trainer sein Bestes geben.

Andalusier als Turnierpferde geeignet?

Das Exterieur der Andalusier eignet sich hervorragend für die Hohe Schule – nicht umsonst werden Andalusier mit ihrer beeindruckenden Knieaktion auch gerne als Schaupferde eingesetzt. Besonders durch seine stolzen Bewegungen, hohen schwungvollen Trab und den noblen Charakter, ist der Andalusier als Reit- und Dressurpferd sehr beliebt.

Ebenso sagt man dem Spanier nach, dass er eine große Sprungkraft hat und durch seine harmonischen Bewegungsabläufe perfekt als Dressurpferd eingesetzt werden kann.

Andalusier im Reitsport

Andalusier sind sehr besonnene Kaltblüter und sind durch ihre fügsame Eigenschaft auch als Zugpferd geeignet. Sie sind sehr treue Begleiter und haben eine enge Verbindung zu den Menschen, weshalb er auch außerhalb der Turnierwelt ein sehr schönes Reit- und Freizeitpferd ist.

Besonders durch seine schnelle Auffassungsgabe und die großartige Kombination von Sanftmut und lenkbarem Temperament, ist der Andalusier sehr beliebt.

Durch seine schnellen und eleganten Bewegungen sowie seine lange und dichte Prachtmähne ist er der perfekte Kinostar.

Andalusier kaufen: Worauf ist zu achten?

Besonders durch ihre sanftmütige Art sind sie bei Reitern beliebt. Allerdings sollte er nicht als erstes Anfängerpferd genutzt werden, da sich man leicht durch seine Schönheit und Sanftmut zur Überschätzung verleiten lässt.

Da viele Reitanfänger von einem eigenen Pferd träumen, haben wir für dich zusammengestellt, welche Eigenschaften und welches Können du als Anfänger mindestens benötigst, bevor du dir ein eigenes Pferd kaufen solltest: Pferd kaufen als Anfänger – ab wann sinnvoll?

Andalusier erhalten in Spanien oftmals eine Ausbildung bis in die hohe Schule und können bei einem Besitzerwechsel schwierig sein, da sie sehr menschenbezogen sind und sich erst mal auf einen anderen Reiter einstellen müssen.

Zusätzlich ist die Ausbildung der Andalusier in Spanien oftmals rau und dies schlägt sich auf die Qualität und die Behandlung der Andalusier nieder.

Wie jedes Pferd braucht auch der Andalusier genügend Auslauffläche: im Idealfall ein Offenstall. Bei den Jungtieren sollte immer wieder genügend Pausen zwischen den Trainingseinheiten sein, dies ist wichtig, damit sie die gelernten Übungen auch verinnerlichen können.

Barockpferde, wie auch der Andalusier, gelten als spätreif – körperlich und mental. Dadurch verzögert sich ihre Ausbildung und sollte von dir entsprechend eingeplant werden!

Der Andalusier braucht für seine glanzvolle Mähne und seinen langen, schönen Schweif viel Pflege. Die Mähne kann aufgrund ihrer besonderen Länge und Dichte schnell verfilzen.

Ein kleiner Tipp: Am besten die Mähne auf der Weide einflechten, so bleibt die Pracht am längsten erhalten, ohne dass du diese jeden Tag aufwendig pflegen müsstest.

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Ernährung eines Andalusiers

Da Andalusier aus einem Land kommen, wo nur wenig Gras zur Verfügung steht, darf es nicht zu viel Gras fressen (auch Stichwort: Fruktan!). Ansonsten kann es zu schweren Stoffwechselkrankheiten und auch Übergewicht kommen.

Die Ernährung muss bei den Pferden gut überwacht sein, damit es sein gesundes Gewicht behält. Zur Ernährung gehört hochwertiges Heu, was mit Getreide und Mineralfutter ergänzt werden kann.

Was kostet ein Andalusier und seine Unterhaltung?

Möchtest du dir einen eingerittenen Andalusier kaufen, musst du etwas tiefer in die Tasche greifen.

Siehst du dir die aktuellen Preise auf den Verkaufsportalen an, stellst du schnell fest, dass Andalusier zwischen 5.000 und 10.0000 € kosten können. Ganz nach ihrer Ausbildung, Turniererfolgen und Eignung.

Die Kosten für die Haltung eines Andalusiers können sehr variabel sein. Abhängig ist es davon, ob es als reines Freizeitpferd oder als Dressurpferd gehalten wird. Wichtig ist, dass du die Kosten bei Unterkunft, Futter und auch ärztlicher Versorgung immer im Auge behälst.

Bevor du dich daher um den Kauf eines Pferdes kümmerst, gibt es viele Fragen im Vorwege zu klären. Falls dich die Frage interessiert, wie viel Gehalt du für ein eigenes Pferd eigentlich brauchst, kannst du dich hier weiter umsehen: So viel Gehalt brauchst du für ein eigenes Pferd.

Unser Geheim-Tipp: 10 Dinge, die wir gerne schon vor dem ersten eigenen Pferd gewusst hätten.

Zusammenfassung – der Andalusier als Dream-team-horse

Mit diesem Pferd hast du einen Freund fürs Leben gefunden, der dir für immer treu bleiben wird. Nicht nur als perfektes Turnierpferd für Dressur ist der stolze und sanftmütige Andalusier geeignet, sondern auch als ganz normales Reitpferd, mit dem man viel Spaß haben kann.

Die Pflege und auch die Ausbildung, kann bei einem Andalusier zeitaufwendiger sein. Besonders unerfahrenere Reiter benötigen kompetente Unterstützung in der Ausbildung.

Andalusier entwickeln eine enge und innige Beziehung zu „ihrem“ Mensch. Das führt zu wunderschönen Pferd-Mensch-Gespannen, die viele Höhen und Tiefen zusammen meistern können.

Wenn du ausreichend Zeit hast und deinem Andalusier die Zeit gibst, die er für seine Entwicklung braucht, steht eurem Glück nichts mehr im Wege.

Mehr Infos zu Pferderassen findest du in unserer Kategorie Pferderassen.