Reitbeteiligung sein – Tipps, Voraussetzungen und Proberitt

Viele haben nicht die Zeit, das Geld oder die Lust, sich ein eigenes Pferd zu kaufen und üben den Reitsport als Reitbeteiligung aus. Wir erklären dir, was es ausmacht, Reitbeteiligung zu sein, was deine Aufgaben sein können und welche Verantwortung eine Reitbeteiligung trägt.

Als Reitbeteiligung bist du für das Wohlergehen deines Pferdes zuständig. Du pflegst, fütterst und reitest das Pferd mit der gleichen Sorgfalt und Fürsorge, als ob es dein eigenes wäre.

Aufgaben einer Reitbeteiligung

Zu unterscheiden ist zwischen einer Reit- und Pflegebeteiligung. Dein Aufgabenbereich kann insofern variieren, als dass du in einem Fall reiten darfst und im anderen Fall – als Pflegebeteiligung – nicht reitest.

Folgende Aufgaben kann eine Reit- sowie Pflegebeteiligung haben:

  • Holen des Pferdes von der Weide oder der Box
  • Pferdepflege wie Putzen, Schweif- und Mähnenpflege, Waschen
  • Spazieren gehen mit dem Pferd
  • Longieren oder freilaufen lassen
  • Sachgerechter Umgang mit den Ausrüstungsgegenständen
  • Ausmisten der Box
  • Abäppeln der Weide
  • Sauberhalten aller benutzten Bereiche, z.B. am Putzplatz
  • Pferd füttern / tränken

Wie das Wort schon sagt, ist eine Pflegebeteiligung gerade bei Pferden, die derzeit oder allgemein nicht reitbar sind, die Möglichkeit für Besitzer, die nicht genügend Zeit haben. Dies betrifft zum Beispiel ältere Pferde aber auch junge sowie Pferde, die gesundheitliche Beeinträchtigungen haben. Bei einer Reitbeteiligung kommen zusätzlich zu den genannten Aufgaben die folgenden dazu:

  • Vorbereitung zum Reiten, Satteln, Trensen, Umgang mit Gamaschen oder Bandagen
  • Selbstständiges Aufwärmen des Pferdes vor der Reitstunde
  • Teilnahme am Reitunterricht
  • Eigenständige Gestaltung einer Reitstunde mit dem Pferd ohne Aufsicht

Dies sind die Grundaufgaben, die je nach Besitzer noch variieren können. Als Reitbeteiligung muss sich der Besitzer des Pferdes zu 100% auf dich verlassen können. Denn als Reit- oder Pflegebeteiligung kommen immer mal wieder neue Aufgabenbereiche hinzu, die von dir übernommen werden müssen, wenn dies im Stall keiner macht oder der Besitzer es lieber hat, wenn sich jemand Bekanntes kümmert:

  • Füttern von Spezialfutter nach Anleitung
  • Gabe von Medikamenten im Krankheitsfall, nach Anleitung durch den Tierarzt
  • Besondere Hufpflege, Nutzung von Huföl,…
  • Vorbereitung auf Turniere durch gezieltes Training während des Reitens

Die besten Tipps als Reitbeteiligung

Die beste Reitbeteiligung bist du, wenn du dem Pferd gut tust und der Besitzer sich immer auf dich verlassen kann. Dabei ist es egal, um welches Gebiet es geht, denn du behandelst die vorhandene Ausrüstung immer gut und pflegst sie selbstständig.

Daneben kennst du dein Pferd so gut, dass du sofort Bescheid sagst oder einmal mehr einen Tierarzt rufst, wenn du etwas am Gesundheitszustand deines Pferdes merkst. Beim Reiten fragst du deinen Reitlehrer, ob das eine Taktunreinheit ist und dein Pferd womöglich lahmt oder du etwas mehr treiben musst, damit dein Pferd seinen Takt wieder findet.

Sollte dein Pferd oder Pony dann doch mal krank werden, pflegst du es in dieser Zeit so wie vereinbart, damit es schnell wieder fit wird. Dein Besitzer kann in jeder Lage auf dich zählen. Du mistet die Box und äppelst die Weide ab, damit dein Pferd immer sauber steht, wenn du da warst.

Bei heißen Temperaturen bist du so verantwortungsbewusst, deinem Pferd einen ruhigen Ausritt im Wald zu gönnen. Du reitest sowieso vor der Reitstunde immer lange genug Schritt bevor du anfängst. Du gehst im Sattel genauso umsichtig vor, wie vom Boden aus. Hast du einmal keine Reitstunde, weißt du von ganz alleine, wie du dein Pferd gymnastizierst und mit verschiedenen Aufgaben immer wieder neu motivierst.

So könnte sich die ideale Beschreibung für eine Reitbeteiligung anhören – die Jobanzeige sozusagen. Am einfachsten verstehst du den Besitzer des Pferdes, wenn du dich in seine Lage versetzt. Gehört dir dieses Pferd würdest du gerne jemanden als Reitbeteiligung haben, bei dem du dein Pferd immer in guten Händen weißt.

Voraussetzungen, um Reitbeteiligung zu sein

Du übernimmst als Reitbeteiligung die Verantwortung für das Pferd eines anderen und daher benötigst du ein solides Grundwissen im Umgang mit Pferden, um das Verhalten des Pferdes richtig deuten zu können. Daneben ist es wichtig, dass du eigenständig mit dem Pferd umgehen kannst, um es beispielsweise alleine aus der Box oder von der Weide zu holen und nach der Reitstunde wieder zurück zu bringen.

Der Besitzer verlässt sich auf dich und wenn du dich in seine Lage versetzt, würdest du das gleiche von jemandem erwarten, dem du dein Pferd anvertraust und zum Reiten, Pflegen und Versorgen zur Verfügung stellt.

Folgende Voraussetzungen solltest du daher als Reitbeteiligung haben:

  • vorhandene Grundkenntnisse im Umgang mit Pferden
  • eigenständiger und sicherer Umgang mit dem Pferd in verschiedenen Situationen, z.B. beim Führen, beim von der Weide holen und beim Schritt reiten vor der Reitstunden
  • zum Temperament und zur Ausbildung deines Reitbeteiligungspferdes passende Reitkenntnisse
  • beurteilen des Gesundheitszustandes des Pferdes, dies auch unter Zuhilfenahme von Reitlehrern und anderen erfahrenen Reitern. Z.B. wenn du Taktunreinheiten beim Reiten bemerkst oder siehst, dass dein Pferd sich anders als sonst verhält, um einen Tierarzt zu rufen und den Besitzern schnellstmöglichst Bescheid zu sagen

Der perfekte Aushang als Reitbeteiligung

Nur mit dem richtigen Aushang findest du das perfekte Pferd. Wir zeigen dir, wie du einen guten Aushang erstellt und welche Angaben auf jeden Fall rein gehören!

Damit du auch gute Chancen auf eine tolle Reitbeteiligung hast, ist der perfekte Aushang das Aushängeschild auf deiner Suche.

Deine Erfahrung musst du realistisch einschätzen. Schließlich möchte sich der zukünftige Besitzer sicher sein, das du zu seinem Pferd passt. Wenn du dir dann noch überlegst, welches Pferd du du gerne reiten möchtest, fühlen sich gleich die richtigen Besitzer angesprochen. Wir legen dir dafür unsere Aushänge an´s Herz, denn damit triffst du den Nagel auf den Kopf.

Das richtige Pferd finden – Proberitt als Reitbeteiligung

Woher weißt du jetzt, ob das Pferd auch zu dir als Reitbeteiligung passt und du den Anforderungen gerecht wirst, die das Pferd aber auch der Besitzer haben? Meistens wird ein Proberitt vereinbart, bei dem du deine neue Reitbeteiligung kennenlernen kannst.

Schon beim ersten Kontakt kannst du herausfinden, ob dieses Pferd für dich passend wäre. Die Besitzerin kann dir schon beim Putzen und Vorbereiten etwas über ihr Pferd erzählen – denn niemand kennt es so gut wie sie. Als Reitbeteiligung bringst du Wünsche mit, z.B. möchtest du dich reiterlich weiterbilden auf einem Pferd, dass bereits in höheren Klassen geritten werden kann. Oder du wünscht dir ein Pferd zum Entspannen, auf dass du dich immer verlassen kannst. Dies kannst du direkt beim ersten Kontakt herausfinden und dir genau erklären lassen.

Meist kannst du dann das Pferd auch Probereiten, damit die Besitzerin sehen kann, ob du zum Pferd aber auch das Pferd zu dir reiterlich passt. Viele Besitzer haben einen Reitlehrer, der das Pferd bereits gut kennt und auch dir Unterricht geben könnte. So kommst du, aber auch dein Reitbeteiligungspferd reiterlich weiter voran.

Wäre dein Traum ein entspanntes Verlasspferd mit langen Ausritten, dann macht es Sinn, wenn du das beim Probereiten direkt ausprobierst. Vielleicht hat die Besitzerin die Möglichkeit mit einem anderen Pferd dich zu begleiten oder geht einfach zu Fuß.

Als Reitebeteiligung hast du den Vorteil, den Reitsport und die Verantwortung eines eigenen Pferde ganz nah kennenzulernen, dass viele nach einigen Jahren beschließen, dass jetzt das erste eigene Pferd kommen könnte!