Vielseitigkeitsreiten für Anfänger

Du träumst davon, mit deinem Pferd den Busch unsicher zu machen, und möchtest jetzt sofort losreiten?

Dir macht Springen richtig Spaß oder dich zieht es magisch über die Baumstämme in den Wald?

Uns ging es genauso, darum geben wir dir viele Tipps mit auf den Weg, wie du als Anfänger sicher in die Vielseitigkeitsreiterei starten kannst.

Das Reiten im Busch ist für alle offen, ob kleines Pony, großer Warmblüter, alter Hase oder Jungspund – probieren geht über studieren.

Neben Dressur und Springen zählt die Geländereiterei als zusätzliche Disziplin mit zum Vielseitigkeitsreiten. Das heißt, du startest mit deinem Pferd in drei Prüfungen: Also Dressur, Springen und Gelände.

Natürlich kannst du auch eine Geländeprüfung alleine nennen oder nur dafür trainieren. Und wie du dich darauf vorbereitest, erfährst du nun.

Wie fange ich an?

Bevor du mit deinem Pferd direkt ab in den Busch startest, solltest du vorab ein paar Überlegungen machen. Damit ihr sicher und erholt von euren ersten Versuchen zurückkommt, kannst du im Vorfeld die passende Ausrüstung kaufen, dein Pferd auf diesen Tag vorbereiten und ganz viele Informationen zu dem Thema, wie ein Schwamm, aufsaugen.

Wer hilft mir beim Einstieg?

Für die korrekte Herangehensweise im Geländereiten empfehlen wir dir, einen Kurs zu belegen. Mit Gleichgesinnten kannst du die ersten Sprünge wagen.

Zusätzlich bieten sich Gelegenheiten, hinter einem erfahrenen Pferd her zureiten.

Du machst dich mit den Umständen im Gelände vertraut und kannst unter einer sachkundigen Leitung den richtigen Sitz üben.

Kurse gibt es leider nicht überall. Also könnte es sein, dass du ein bisschen mit dem Pferd im Hänger zum Trainingsort fahren musst.

Schaue dir vorher die Gegebenheiten ruhig an, ob du dir vorstellen kannst, dort zu üben. Gerade als Anfänger siehst du mehr Schreckgespenster. Und da kannst du ruhig einen Hof mit passenden Hindernissen wählen, die dir gefallen.

Für die erste Stunde habt ihr dann einen prima Einstieg und du findest Gefallen daran.

Preislich sind die Kurse sehr unterschiedlich. Je nachdem, ob du eine erfahrene Geländereiterin mit Turniererfolgen hast oder den Reitlehrer, der Woche um Woche die gleiche Stunde abhält.

Nachdem du dich dort angemeldet hast, erfährst du im Plan, wann ihr dort Reiten dürft. Bedenke, dass du dein Pferd auch vor den Geländesprüngen aufwärmen solltest.

Schritt reiten solltest du ruhig so lange, wie du es bisher immer gemacht hast. Auch, wenn du am liebsten heute alles kürzen und direkt die Geländehindernisse nehmen würdest.

Welche Ausrüstung brauche ich?

Neben der klassischen Reitausrüstung benötigst du noch mehr Sicherheit, wenn du im Busch unterwegs bist.

Zunächst ist ein korrekt getragener Helm sehr wichtig. Dieser Reithelm sollte die Norm erfüllen und noch nie bei einem Sturz dabei gewesen sein.

Dann musst du auf korrektes Schuhwerk achten. Das bedeutet, dein Reitstiefel oder Stiefelette sollte einen kleinen Absatz haben. Hier ist es auch bei ein paar Probesprüngen nicht empfohlen, einfach mit Turnschuhen loszuziehen.

Beim Geländeritt wird, wie im Springen, mit einer kurzen Gerte geritten.

Gerade im Busch kann es weitaus gefährlicher werden, solltest du runterfallen.

Damit du dich wirklich sicher fühlen kannst, ist eine Sicherheitsweste ein absolutes Muss!

Ohne dürftest du auf keiner Vielseitigkeitsanlage starten! Gerade bei den VS-Kursen für Anfänger wird grundsätzlich auf die vollständige Schutzausrüstung geachtet.

Du kannst zwischen verschiedenen Sicherheitswesten wählen.

Es gibt Rückenprotektoren, die nur deine Wirbelsäule oder komplett schließbare Westen, die deinen Oberkörper von vorne und hinten schützen.

Dabei ist die Größe auch entscheidend, denn eine große Person braucht einen längeren Rückenschutz, als eine kleine Person.

Für Erwachsene gibt es zum Beispiel Rückenprotektoren von Zandona*. Diese gibt es auch in einer größeren Größe.

Wenn du nun beim Reiten ungünstig vom Pferd auf das Hindernis fällst (muss nicht vorkommen, aber kann), dann schützt dich deine Sicherheitsweste vor unnötigen Schäden.

Du fühlst dich vielleicht mit einer umschließenden Sicherheitsweste noch sicherer? Wir haben uns ausgiebig informiert und hier solltest du auch auf die richtige Zertifizierung achten.

Damit du lange Freude an deiner Sicherheitsweste hast, teste verschiedene aus. Für uns kam nur eine Mosaik-Sicherheitsweste infrage. Diese schmiegt sich deutlich besser an den Körper und gibt dennoch den nötigen Halt und Schutz.

So eine Schutzweste bietet die Möglichkeit, alle Elemente individuell anzupassen*. Diese bietet eine gute Passform und wird in verschiedenen Farben angeboten. Hier liegt die CE EN Norm bei Level 3.

Braucht mein Pferd auch neue Ausrüstung?

Weiterhin ist ein passender Sattel für deinen Sitz eine enorme Hilfe. Solange du nur ein paar Mal, sozusagen zum Ausprobieren, die Hindernisse springen möchtest, ist ein Vielseitigkeitssattel noch nicht von Nöten.

Solltest du einen Springsattel haben, kannst du diesen natürlich verwenden. Von der langfristigen Verwendung eines Springsattels im Busch wird abgeraten.

Mit einem Dressursattel sind die ersten Versuche aber auch nicht zu empfehlen. Ein Dressursattel mag vielleicht bei ein paar Sprüngen auf dem Springplatz noch ganz Okay sein, aber im Geländeparcour brauchst du eindeutig mehr Halt.

Doch warum muss es ein Vielseitigkeitssattel sein?

Der Vielseitigkeitssattel vereint die Kombination aus dem Dressur- und dem Springsattel. Du hast genügend Bewegungsfreiheit und wirst nicht völlig, wie im Springsattel, in einen eingerahmten Sitz gehalten.

Damit dein Pferd, sollte es das feste Hindernis streifen, keine Blessuren davon trägt, sind Gamaschen für das Gelände unabdingbar.

Im Gegensatz zu normalen Gamaschen schützen Geländegamaschen die Beine deines Pferdes an noch mehr wichtigen Stellen.

Du solltest überlegen, ob du hinten hohe Gamaschen* oder nur Streichkappen* verwendest.

Ein Hindernis in den höheren Geländeklassen.

Ist das Vielseitigkeitsreiten nicht besonders gefährlich?

Da Pferde Fluchttiere sind, bleibt immer ein Restrisiko. Auch das Lebewesen Pferd hat irgendwann nicht mehr genug Kraft.

Durch gezieltes Training und Rücksichtnahme auf dein Pferd kannst du den Einstieg in das Geländereiten gut wagen.

Natürlich gibt es besonders im Geländereiten viele potenzielle Gefahrenquellen. Das fängt schon bei den Hindernissen an. Mittlerweile sind diese in höheren Klassen nicht mehr fest verbaut, sondern mit einem Mechanismus ausgestattet, sodass das Hindernis nachgibt, sollte das Pferd hängen bleiben.

Die festen Hindernisse können auch um variable Hindernisse erhöht sein.

Muss ich mein Pferd dafür trainieren?

Dein Pferd sollte in einer guten körperlichen Verfassung sein. Damit ihr diese erreicht, ist eine gute Grundkondition das A und O. Gerade am Anfang kann man die Galoppstrecken leicht unterschätzen.

Damit ihr nach drei Hindernissen und gefühlten zehn Kilometern galoppieren, nicht völlig fertig seit, kannst du dein Pferd an das mehr an Belastung heranführen.

Im Netz gibt es zahlreiche Pläne für ein Konditionentraining. Wenn du dir eins aussuchst, muss du die Pause nicht unterschätzen. Ein zu viel an Training kann sich auch negativ auf die Motivation deines Pferdes und die Muskulatur auswirken.

Gerade wenn du ein Pferd hast, was noch nie im Gelände gesprungen ist, kommt es ganz darauf an, wie ihr beim Springen und in der Dressur harmoniert. Lässt sich dein Pferd zielgerichtet auf die Hilfen ein?

Wie viel Einsatz musst du beim Springen zeigen – oder hast du einen Selbstläufer?

Je leichter sich dein Pferd führen lässt, es an den Hilfen steht und zudem noch durchlässig bleibt, umso einfacher werdet ihr euch im Gelände bewegen.

Im Geländeparcour kommt das Wasser relativ zuverlässig vor. Falls dein Pferd um jede noch so kleine Pfütze einen riesigen Bogen macht, werdet ihr euch jetzt dadurch begeben müssen.

Mitunter werden auch Geländeritte ohne Wasser ausgeschrieben, das kommt dann auf den Veranstalter an.

Jetzt kann ich in den Busch!

Dein Pferd wird sich mit dem Busch gut anfreunden, wenn du im Vorfeld euch mental darauf einstimmst. Das Training passt du an die veränderten Gegebenheiten an und denkst bei der Ausrüstung an alle wichtigen Gegenstände.

Während die Aufregung steigt, wirst du hinterher umso erleichterter sein, wenn dein Pferd super gut mitgemacht hat.

Und wer weiß, vielleicht hat euch jetzt das Buschfieber gepackt!