Bodenarbeit mit dem Pferd: Ideenliste für Anfänger und Fortgeschrittene

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Viele Reiter denken bei Bodenarbeit sofort an die kompliziertesten Übungen, bei denen das Pferd frei hinter dir hinterherläuft. Dass das bei den meisten Freizeitreitern nicht der Realität entspricht, muss nicht dazu führen, dass du keine Bodenarbeit machst. Zusätzlich besteht Bodenarbeit nicht nur aus Halten, Losgehen oder Rückwärtsrichten, wir lieben Bodenarbeit mit Hindernissen, die euer Zusammenspiel nebenbei verbessern.

Unsere Ideenliste beinhaltet 13 Übungen mit Stangen, Dualgassen und Cavalettis, die du dir auf deinem Reitplatz nachbauen kannst. Jede Übung hat das gleiche, übergeordnete Ziel: dass du dein Pferd kontrollierst und nicht dein Pferd dich bewegt. Dieses Ziel erreichst du ganz nebenbei durch die Bodenarbeitsübungen.

Voraussetzung für die Bodenarbeit ist die richtige Ausrüstung, sieh dir dazu unseren Artikel zur benötigten Grundausstattung an. Zusätzlich muss dein Pferd halfterführig sein und die Grundlagen wie anhalten und losgehen beherrschen. Du kannst auf einer Wiese, einem Reitplatz, in einer Reithalle oder in einem Longierzirkel / Roundpen die Übungen machen. Bei vielen Übungen brauchst du Stangen oder Pylonen, um deinem Pferd eine optische Begrenzung zu geben.

Muss ich mein Pferd vor den Übungen aufwärmen?

Damit dein Pferd sein volles Potenzial ausschöpfen kann, solltest du vor den Übungen zum Aufwärmen Schritt führen. Leichte Wendungen und kurze Seitengänge bereiten deinen Vierbeiner auf das vor, was kommt.

horse, jump, obstacle
Bodenarbeit verbessert die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd. Das wird dir auch beim Reiten zu Gute kommen.

Viele der unten erklärten Übungen sind für dein Pferd nicht anstrengend und können an sich als Aufwärmprogramm angesehen werden. Dazu zählen breite Stangenlabyrinthe oder auch unser Pylonen-Slalom. Zeige deinem Pferd den Aufbau immer, bevor du die Übung an sich beginnst und macht euch mit dem Hindernis vertraut.

Bei den Übungen für Fortgeschrittene, bei denen du viel rückwärts oder seitwärts einforderst, sind anstrengend. Beachte auch neben der körperlichen die mentale Seite der Übungen: dein Pferd denkt mit und auch das ist anstrengend. Höre daher rechtzeitig mit etwas Positivem auf: dein Pferd läuft perfekt durch die Stangengasse? Dann lobe es und beende das Training für heute. Beim nächsten Mal wird dein Pferd umso motivierter mitarbeiten!

Du bist ein Pferdefan und liebst es, zu reiten? Dann geben wir dir hier noch ein paar unserer Geheimtipp-Artikel mit:

1. Stangenlabyrinth

Anforderungen & Level: Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Dein Pferd sollte halfterführig sein und auf dein Kommando anhalten und losgehen können. Sollte dein Pferd noch nicht perfekt Vorder- und Hinterhand bewegen können, hilft die Begrenzung, damit dein Pferd das spielerisch erlernt.

Das brauchst du: Vier – sechs Stangen, die du auf dem Boden verteilst. Du kannst die Übung am Halfter und Strick machen oder später ganz frei. Ein Stick oder eine Gerte kannst du als Verlängerung deines Armes verwenden. Am Kappzaum* ist die Arbeit wesentlich einfacher, da du direkte Einwirkung auf den Kopf hast und kein Halfter verrutschen kann.

Aufbau: Für das Stangenlabyrinth, dass auch unter dem Namen „Stangen L“ bekannt ist, ordnest du die Stangen wie ein L an. Auf beiden Seiten liegen Stangen zur Begrenzung, es folgt ein Knick um 90 Grad und weitere drei bis vier Stangen. Je enger die Stangen zusammenliegen, desto schwieriger und anspruchsvoller wird die Übung. Lege die Stangen daher erst etwas weiter auseinander (so wie in der Grafik) und lege die Stangen dann mit jedem Durchgang etwas weiter zusammen.

So funktioniert die Übung: Beginne mit einem weiten Stangen-L, damit dein Pferd sich an den Aufbau gewöhnt und ihr euch langsam herantasten könnt. Ziel dieser Übung ist immer, dass den Pferd in seinen Stangen bleibt und nicht übertritt.

  • Führe dein Pferd durch die Stangen hindurch, du begleitest von außen.
  • Lege die Stangen etwas näher zusammen, sodass dein Pferd den Knick nicht mehr locker durchlaufen kann.
  • Halte dein Pferd dann vor dem Knick an und lasse es Schritt-für-Schritt um die Kurve gehen.
  • Es sollte nicht übertreten, gegebenenfalls musst du dein Pferd einen Schritt zurückgehen lassen und neu beginnen oder die Stangen wieder etwas auseinanderlegen.
  • Lobe dein Pferd, sobald es die Übungen richtig angeht.

2. Stangenlabyrinth rückwärts

Anforderungen & Level: Für Fortgeschrittene, dein Pferd sollte das Kommando zum Rückwärtsrichten beherrschen. Ebenfalls solltest du schon Kontrolle über Hinter- und Vorhand haben, damit du deinem Pferd präzise sagen kannst, was du möchtest. Vor- und Hinterhandwendung sind Teil dieser Übung.

Das brauchst du: Halfter, Strick und Gerte als verlängerten Arm. Optional kannst du dies auch nur mit einem Stick und deinem Stimmkommando machen, wenn dein Pferd diese Hilfen schon alleine beherrscht. Wie immer: ein Kappzaum wäre am idealsten, da du hier direkte Einwirkung hast.

Aufbau: Gleiche Anordnung, wie bei Übung eins. Achte darauf: je enger die Stangen zusammenliegen, desto schwieriger ist die Übung. Beginne daher mit etwas mehr Abstand und lege die Stangen je nach Größe deines Pferdes mit jedem guten Durchgang enger zusammen.

So funktioniert die Übung: Bevor du rückwärts gehst, absolvierst du die Übung zunächst vorwärts. Führe dein Pferd vorwärts durch das Stangen-L und halte es vor dem Knick an. Hier forderst du dein Pferd dazu auf, das erste Mal rückwärts zu gehen, bis ihr wieder aus dem Stangen L hinaus seit. Jetzt kannst du vorwärts durch das Stangen L bis auf die andere Seite gehen. Nach dieser Vorarbeit kannst du dich an die Übung trauen, komplett durch das Stangen-L zu gehen:

  • Gib deinem Pferd das Kommando rückwärts zu gehen.
  • Halte dein Pferd vor dem Knick an.
  • Fordere die Vorderhandwendung ein (die Hinterhand bewegt sich), nur einen bis zwei Schritte.
  • Danach lenkst du die Hinterhand um die Ecke.
  • Wechsle immer zwischen Vor- und Hinterhand ab und kombiniere dies mit dem Rückwärtsrichten.
  • Nach dem Knick kannst du dein Pferd geradeaus seitwärts schicken.

3. Stangenlabyrinth für Fortgeschrittene

Anforderungen & Level: Je nach Breite der Gasse für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Vor- und Hinterhandwendung sollte dein Pferd können.

Das brauchst du: Acht Stangen, Halfter / Kappzaum und langes Bodenarbeitsseil. Eine Gerte oder ein Stick als Verlängerung deines Armes ist ebenfalls hilfreich.

Aufbau: Sieh dir unsere Zeichnung an, um den Aufbau einfach nachmachen zu können: du legst zwei Stangen-L ineinander, um mehrere Knicke zwischen den Stangen zu erhalten. Es gibt außen immer Begrenzungen und innen hineinragende Stangen, die die Knicke markieren.

So funktioniert die Übung: Wem das Stangen-L zu langweilig ist, der findet im richtigen Stangenlabyrinth eine größere Herausforderung. Wieder geht es darum, dass dein Pferd nicht über die Stangen nach außen tritt. In diesem Fall ist das wesentlich herausfordernder, denn du hast es hier nicht mit nur einem Knick zu tun, sondern gleich mit ganzen sechs Knicken. So geht’s:

  • Lass dein Pferd vorwärts durch das Stangenlabyrinth gehen und halte es vor dem ersten Knick an.
  • Lass dein Pferd mit der Hinterhandwendung (die Vorderhand bewegt sich) beginnen, um um die Kurve zu kommen.
  • Fordere abwechselnd einen Schritt vorwärts und einen Schritt Hinterhandwendung im Knick.
  • Achtung: sofort kommt der nächste Knick, sodass du fast eine halbe Hinterhandwendung machen musst.
  • Lass dein Pferd bis zum nächsten Doppelknick vorwärts gehen.
  • Manövriere dein Pferd mit abwechselndem vorwärts-Hinterhandwendung durch das nächste Knick-Paar

4. Hütchen Slalom

Anforderungen & Level: Diese Übung sieht so einfach aus – und du merkst super schnell, wo es bei dir und deinem Pferd hakt! Eignet sich für Anfänger und auch für Fortgeschrittene ganz ohne Strick und Halfter.

Das brauchst du: Mindestens fünf Pylonen – je mehr, desto besser. Bei zu wenigen Pylonen kommt man schwer in die Übung hinein. Wie immer Halfter/Kappzaum und Bodenarbeitsseil.

Aufbau: Stelle Pylonen (auch Hütchen oder Poller genannt) in einer Reihe auf. Der Abstand muss groß genug sein, damit dein Pferd hindurchgehen kann. Pass die Abstände im Laufe der Übung an, wenn du merkst der Abstand passt noch nicht.

So funktioniert die Übung: Ziel ist es, dass dein Pferd auf dein Kommando von dir weicht und zu dir kommt. Hier ist Körpersprache gefragt!

  • Beginne neben deinem Pferd auf Schulterhöhe und geht gemeinsam am ersten Hütchen vorbei.
  • Sobald der Pferdekopf in der Mitte zwischen den Hütchen angekommen ist, schick dein Pferd durch die Pylonen auf die andere Seite.
  • Wie schickst du dein Pferd auf die andere Seite? Hebe deine linke Hand vor den Kopf und „schiebe“ dein Pferd zur Seite. Alternativ kannst du den Stick dazu verwenden. Werde mit jedem Mal feiner in der Hilfengebung. Bei einigen Pferden reicht es schon, wenn du energisch auf den Pferdekopf zugehst.
  • Dein Pferd ist nun auf der anderen Seite der Pylonen.
  • Hole dein Pferd zu dir zurück, indem du etwas nach hinten weichst und es auf deine Seite einlädst.
  • Hört dein Pferd darauf nicht so gut, ziehe am Strick.
  • Wiederhole diesen Vorgang bis zum Ende.

5. Hütchen Slalom für Fortgeschrittene

Anforderungen & Level: Bei Übung vier werden intelligente Pferde das Spiel schnell durchschauen und brav hin- und hergehen. Hast du das erfolgreich abgeschlossen solltest du die Kontrolle übernehmen.

Das brauchst du: Weiterhin mindestens fünf Pylonen, Halfter / Kappzaum und Bodenarbeitsseil*

Aufbau: Alle fünf oder mehr Pylonen stehen weiterhin in einer Reihe mit etwas Abstand, damit dein Pferd hindurchgehen kann.

So funktioniert die Übung: Ziel bei dieser Variation ist es, dass dein Pferd noch feiner auf deine Körpersprache und deine Kommandos hört. Dazu lässt du dein Pferd nicht mehr jede Pylone mitnehmen, sondern bestimmt selbst, wann es geht und zu dir kommt. Mal bleibt es zwei Pylonen auf deiner Seite, mal schickst du es sofort wieder zurück.

6. Auf Abstand gehen

Anforderungen & Level: Eine einfache Übung für Anfänger. Passt sehr gut zu Übung vier und fünf, die du alle mit dem selben Aufbau machen kannst.

Das brauchst du: Mindestens fünf Pylonen, Kappzaum/ Halfter und Bodenarbeitsseil.

Aufbau: Alle Pylonen stehen mit gleichem Abstand in einer Reihe hinterinander.

So funktioniert die Übung: Bei dieser Übung lernt dein Pferd auf Abstand zu dir zu gehen. Durch dei Pylonen gibt es eine optische Begrenzung, die euch beiden eine Hilfe sein können.

  • Gehe so auf die Pylonenreihe zu, dass die Pylonen zwischen euch sind und ihr automatisch auf Abstand beginnen müsst.
  • Sollte dein Pferd zu dir drängeln, schickst du es mit Stimme und Körpersprache wieder auf die andere Seite.
  • Viele pferd verstehen die optische Barriere sehr schnell.
  • Sollte dein Pferd weiterhin Schwierigkeiten haben, stelle die Pylonen näher zusammen, sodass es deinem Pferd schwerer fällt auf deine Seite zu kommen.

7. Im Stangenviereck seitwärts

Anforderungen & Level: Fortgeschrittene haben hier die Möglichkeit, ihrem Pferd das seitwärts-Kommando beizubringen. Dein Pferd sollte die Vorder- und Hinterhandwendung bereits beherrschen, dann ist es nur ein kleiner Sprung zu normalen Seitwärtsgängen.

Das brauchst du: Vier Stangen auf dem Boden, Halfter oder Kappzaum und Bodenarbeitsseil. Zusätzlich bewährt sich bei dieser Übung eine Gerte oder ein Stick, damit du weiterhin auf Höhe der Schulter führen kannst und mit deinem verlängerten Arm das Kommando für die Seitwärtsgänge geben kannst.

Aufbau: Ähnlich wie beim Stangenlabyrinth liegen die Stangen hier wie in einem Viereck. Eine Seite bleibt offen und du kannst optional noch eine Stange in die Mitte legen. Diese hilft deinem Pferd sich zu orientieren.

So funktioniert die Übung: Führe dein Pferd gerade auf die erste Stange zu und lasse es dann seitwärts gehen. Dazu lässt du dein Pferd ein oder zwei Schritte eine Vorderhandwendung machen (die Hinterhand bewegt sich) und lässt es seitwärts weichen. Dies funktioniert am besten, wenn du etwas hinter der Schulter stehst und mittig Hilfen mit deinem Stick gibst. Sollte dein Pferd noch zu große Probleme mit dem Seitwärts gehen haben, kannst du an einer Hallenbande erste Versuche machen.

  • Guckt dein Pferd aus dem Stangenviereck, wirst du in den Ecken Hinterhandwendungen machen müssen.
  • Guckt dein Pferd in das Stangenviereck, wirst du in den Ecken Vorderhandwendungen machen.
  • Wähle die für euch einfachere Variante und probiere die Variante danach aus.

8. Stangenstern

Anforderungen & Level: Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Dein Pferd sollte Stangen kennen und sie übertreten können.

Das brauchst du: Du benötigst mindestens drei Stangen, in unserer Zeichnung haben wir fünf. Dies ist die anspruchsvollere Variante (die auch mehr Spaß macht). Damit die Stangen auf unterschiedliche Höhen gelegt werden können, steht in der Mitte ein Stangenhalter mit Stangenauflagern.

Aufbau: Nimm die Stangenauflagen für die Anzahl an Stangen, die du verwenden möchtest und lege die Stangen darauf. Je größer die Höhenunterschiede, desto anspruchsvoller wird es für dein Pferd. Gleichzeitig trainieren die unterschiedlichen Höhen am besten die Aufmerksamkeit.

So funktioniert die Übung:

  • Führe dein Pferd zum Stangenstern und beginne außen, wo die Stangen am weitesten von einander entfernt liegen.
  • Lass dein Pferd langsam durch den Stangenstern gehen, es sollten keine Stangen berührt werden oder vom Stangenhalter fallen.
  • Besonders bei der letzten Stange solltest du dein Pferd kontrollieren können, es soll nicht aus der Übung flüchten.
  • Nimm Stangen weg, wenn dein Pferd überfordert ist oder minimiere die Höhenunterschiede.
  • Für Fortgeschrittene Pferd könnten es größere Höhenunterschiede und mehr Stangen sein – einfach ausprobieren.

9. Die Raute

Anforderungen & Level: Für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Dein Pferd sollte das Longieren können, ebenfalls solltest du dein Pferd entspannt wegschicken können und seine Richtung frei beeinflussen können.

Das brauchst du: Vier Pylonen, ein Halfter oder Kappzaum mit langem Bodenarbeitsseil. Bei dieser Übung stehst du teilweise weiter entfernt von deinem Pferd. Hier ist ein längeres Seil von Vorteil.

Aufbau: Wir lieben diese Übung, man bekommt schnell einen Drehwurm und muss sich selbst auch die ganze Zeit konzentrieren,, damit man immer weiß, wo man sein Pferd als nächstes hinschicken muss.

So funktioniert die Übung: Du steuerst als Mensch immer die Pylonen an, hier bleibst du in der Mitte stehen und lässt dann dein Pferd um dich herumgehen. Der Wechsel zur nächsten Pylone ist manchmal etwas knifflig und verlangt von dir und deinem Pferd, dass ihr auch auf Abstand gut kommunizieren könnt. Bei dieser Übung ist ein Kappzaum am besten, da du das Bodenarbeitsseil nicht umhängen musst und immer auf der richtigen Seite bist.

  • Starte an einer Pylone und lass dein Pferd um dich herum im Kreis gehen
  • Immer dann, wenn dein Pferd wieder zwischen den Pylonen hindurchgehen würde, wechselst du zur nächsten Pylone, sodass dein Pferd einen Handwechse macht und zur nächsten Pylone geht.
  • Lass dein Pferd vor dir wechseln, dies ist am einfachsten.
  • An der nächsten Pylone wiederholst du das Kreisen.
  • Jetzt kannst du auch quer zur nächsten Pylone gehen.
  • Fortgeschrittene können ihr Pferd auch die Richtung wechseln lassen und dann die Übung in die entgegengesetzte Richtung weiterführen.

10. Longieren mit Stangendreieck

Anforderungen & Level: Anfänger & Fortgeschrittene in höheren Gangarten

Das brauchst du: Du benötigst mindestens eine Stange als Barriere oder du baust dir direkt ein ganzes Dreieick auf, so wie in unserer Grafik. Zusätzlich benötigst du einen Kappzaum und eine Longe, da dies eine Übung im Longieren ist.

Aufbau: Wichtig ist, dass du das Dreieck genau auf der Longierbahn aufbaust, sodass dein Pferd ganz natürlich dahin laufen würde. Als Hilfe kannst du dir selbst eine Pylone in die Mitte stellen, sodass du sofort merkst, wenn dein Pferd die Bahn verlässt und nach außen oder innen drängelt, um das Dreieck zu umgehen.

So funktioniert die Übung: Ziel dieser Übung ist es, deine Kommandos beim Longieren zu verfeinern und dein Pferd auf Entfernung besser kontrollieren zu können. Mit dem Dreieck kannst du verschiedene Dinge in deine Longierarbeit einbauen:

  • Lass dein Pferd genau im Dreieck anhalten und wieder losgehen.
  • Lass dein Pferd genau vor dem Dreieck anhalten.
  • Dein Pferd soll genau im Dreieck antraben oder angaloppieren.
  • Für Fortgeschrittene: genau im Dreieck soll dein Pferd aus dem Trab oder Galopp anhalten (hier ist nur wenig Spielraum und ihr lernt gemeinsam die präzisen Hilfen).
  • Im Dreieck ist Pause angesagt: dein Pferd soll stillstehen und darf sich entspannen – so lernt dein Pferd ruhig zu bleiben und sieht das Dreieck schnell als Ruhepol für sich an.

11. Stangengasse

Anforderungen & Level: Anfänger und Fortgeschrittene in höheren Gangarten

Das brauchst du: Vier bis sechs Stangen benötigst du für diesen Aufbau. Zusätzlich reichen hier meist ein Halfter und ein Strick oder Bodenarbeitsseil.

Aufbau: Die Stangen solltest du so eng legen, dass dein Pferd geradeso hindurchpasst.

So funktioniert die Übung: Ziel dieser Übung können verschiedene Lektionen sein: zum einen ist dass das Geradeausgehen. Viele Pferde „eiern“ und kommen ihrem Menschen in die Quere und drängen dich ab. Mit dieser Übung hat dein Pferd einen Orientierungspunkt und du kannst besser korrigieren.

Ein anderes Ziel dieser Übung kann die Schulung der Konzentrationsfähigkeit deines Pferdes sein. Die auf dem Boden gelegte, enge Gasse verleitet viele Pferde dazu, einfach überzutreten, damit es nicht so anstrengend ist. Ähnlich wie beim Abdrängeln hast du mit den Stangen ein perfektes Maß, um deinem Pferd zu helfen, sich für die Dauer der Gasse wirklich zu konzentrieren.

Eine weitere Übung besteht darin, dein Pferd vor dir durch die Gasse zu schicken. Sollte dein Pferd also neben dir keine Probleme haben, dann ist es so weit alleine durch die Gasse zu gehen. Lass dich dazu einfach etwas weiter zurückfalllen und treibe etwas weiter von hinten. Hier wirst du am Anfang noch viel korrigieren müssen, aber mit der Zeit wird dein Pferd verstehen, dass es in der Gasse bleiben soll. Dein Pferd gewinnt an Selbstvertrauen und du verfeinerst eure Kommunikation, wenn du aus einer ungewohnten Perspektive den Ton angibst.

12. Stangengasse für Fortgeschrittene

Anforderungen & Level: Fortgeschrittene Pferde, die bereits Seitwärtsgänge können. Du solltest daher Kontrolle über Vor- und Hinterhand besitzen.

Das brauchst du: Wie in Übung 11 benötigst du vier bis sechs Stangen, die als Richtlinie für eure Seitengänge herangezogen werden können. Zusätzlich ein Halfter oder Kappzaum mit Strick oder Bodenarbeitsseil und schon kann es losgehen! Kombiniere Übung 11 und 12 in deinem Training einfach.

Aufbau: Die Stangengasse wird möglichst eng geradeaus gelegt, sodass in der Mitte noch wenig Platz für die Hinter- oder Vorderhufe deines Pferdes bleibt.

So funktioniert die Übung: Führe dein Pferd von vorne an die Stangengasse heran und lass es stehen. Dann entscheidest du dich, ob du dein Pferd mit den Vorder- oder Hinterhufen in der Stangengasse gehen lassen möchtest. Das ist ganz nach Pferd individuell und sollte danach entschieden werden, welchen Teil deines Pferdes du noch besser unter Kontrolle hast. Bei unseren Pferden wäre das zum Beispiel so, wie auf der Grafik dargestellt mit den Hinterbeinen.

  • Schicke dein Pferd seitwärts über eine der Stangen.
  • Es soll dabei nicht über eine Stange herübertreten und seitwärts direkt über der Stange weitergehen.
  • Diese Übung kannst du beliebig variieren und dein Pferd Teile von Vor- oder Hinterhandwendungen machen lassen.
  • Du kannst ein Stück seitwärts gehen und dann wieder in die Gasse wechseln.
  • Beachte immer: du solltest bestimmen, wann dein Pferd übertritt und wann es die Gasse verlässt.

13. Longieren von klein nach groß

Anforderungen & Level: Für Anfänger geeignet und für Fortgeschrittene in höheren Gangarten, bei denen du mit deinem Pferd bereits eine gut abgestimmte Körpersprache brauchst.

Das brauchst du: Bei dieser Übung sind viele Pylonen notwendig. Sie markieren die Grenze zwischen innerem und äußerem Kreis. Du solltest ausprobieren, wie viele Pylonen dein Pferd am Anfang braucht, damit es versteht, dass es mal im inneren und mal im äußeren Kreis bleiben soll. Nach und nach kannst du die Pylonenabstände dann vergrößern. Zusätzlich ein Kappzaum oder Halfter mit Longe oder Bodenarbeitsseil. Eine Peitsche oder ein Stick helfen dir, falls dein Pferd beim Longieren eher triebig ist.

Aufbau: Stelle Pylonen um dich herum im Kreis auf. Der Kreis sollte zu Beginn etwas kleiner sein, als ein normaler Longierzirkel, da du deinem Pferd so die Übung am Anfang besser vermitteln kannst. Eine Pylone bei dir hilft dir, die Mitte nichts zu verlassen und schneller festzustellen, wenn dein Pferd zu nah oder zu weit weg ist.

So funktioniert die Übung: Longiere dein Pferd wie gewohnt auf großem Zirkel außen um die Pylonen herum. Dann kannst du beginnen, dein Pferd hereinzuholen.

  • Ziel der Übung ist es, dass du die Richtung deines Pferdes bestimmst.
  • Hole dein Pferd durch ein Weichen nach Innen zu dir in den Inneren Kreis und longiere es hier.
  • Durch Stimmkommando, energisches auf-dein-Pferd-Zugehen oder Einsatz vom Stick auf Schulterhöhe weichen die meisten Pferde wieder nach außen.
  • Achte darauf, dass dein Pferd wirklich im inneren Zirkel bleibt und nicht von alleine wieder nach außen geht.
  • Diese Übung kannst du auch im Trab oder Galopp machen und natürlich auch mit den anderen Übungen kombinieren. Bau dir ein Stangendreieck mit in die Laufbahn.

Hier kannst du weiterlesen:

Wem Bodenarbeit noch zu wenig ist, der kann sich auch unsere Inspirationsliste Zirkuslektionen: von Anfänger bis Fortgeschrittene ansehen und die Übungseinheiten variieren. Möchtest du nicht immer nur Reiten, Longieren und Bodenarbeit machen, dann interessiert dich bestimmt unser Artikel Abwechslung fürs Pferd (mit Aktivitäten, die du mit deinem Pferd bestimmt noch nicht gemacht hast).

Knotenhalfter eignen sich für die Bodenarbeit sehr gut, da du eine feinere Einwirkung hast, als mit gepolsterten Stallhalftern.

Was soll in deinem Pferde-Adventskalender 2021 enthalten sein?