Pferdeschweif wird immer dünner

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Der Pferdeschweif von deinem Pferd kann dünner werden, wenn bestimmte Mineralstoffe wie Biotin oder Zink fehlen. Neben dem Mangel an bestimmten Mineralien kann es auch an einer Krankheit liegen. Oftmals scheuern sich Pferde so stark, dass die Schweifhaare ausfallen und der Schweif dadurch immer dünner wird. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, lässt du eine Blutuntersuchung beim Tierarzt machen, um einen Mineralstoffmangel auszuschließen.

Wir kennen abgeschubberte Schweife von unseren drei Connemaras. Du sicherlich auch: man füttert Zusätze, schmiert Tinkturen auf die Haut, probiert Kräutermischungen aus. Doch einmal mit viel Elan am Baum geschubbert, schon sind viele wertvolle Schweifhaare abgebrochen. Bis so ein langes Haar nachwächst, kann einige Zeit ins Land gehen. Wir zeigen dir, welche Ursachen ein dünner Schweif haben kann und was du tun kannst.

Möglichkeit Nummer eins: Mineral- oder Vitaminmangel

Dass der Pferdeschweif zu dünn oder brüchig ist, könnte an einem Mangel an Vitaminen liegen. Besonders bei zu wenig Vitamin B kann der Schweif sehr schnell brüchig und dünn werden. Auch eine vermehrte Talgbildung, die zu starken Schuppen führt, kann zu Juckreiz führen.

Gesundheit kommt von Innen. Dieses Bild zeigt ein Reitturnier, wir haben einen super interessanten Artikel über den Ablauf was wann passiert zusammengestellt: Turnier Ablauf.

Ebenso ist ein ausreichender Zinkanteil bei der Fütterung mit verantwortlich für einen schönen vollen Schweif. Ein Zinkmangel kann zu schuppiger Haut und brüchigem Schweif führen. Wir füttern Zink kurweise zu, du kannst es als Pulver im Pferdehandel kaufen, gleichzeitig hilft es Haut und Haaren im allgemeinen.

Das Biotin Mangel nicht nur bei uns Menschen zu Haarausfällen führen kann, ist nicht jedem gleich bewusst. Pferde, die zu wenig Biotin erhalten, bekommen schnell brüchige Haare und einen dünnen Schweif. Das Biotin ist verantwortlich für die Bildung von Keratin, welches für die Festigung von Horn und Haar tätig ist. 

Kleiner Exkurs: fütterst du deinem Pferd in richtiger Dosis Knoblauch zu (hier steht, wie du es richtig machst), dann kann der über die Haut ausgedünstete Knoblauch Fliegen vertreiben. Dieser starke Zusammenhang zwischen innen und außen trifft besonders auf Schweif, Mähne und Fell zu.

Auch kann es an einer Erkrankung oder an einem Stoffwechselproblem bei deinem Pferd liegen. Sollte der Schweif nach einigen Wochen immer noch sehr dünn und brüchig sein, ist es ratsam, dir tierärztlichen Rat einzuholen.

Besonders ältere Pferde haben einen höheren Bedarf an Mineralien. Erhält der Körper diese nicht, baut der Körper an Stellen ab, die für das Überleben nicht notwendig sind. Das resultiert in brüchigen Schweifhaaren und einer dünnen Mähne.

Wenn du Tipps und Ratschläge für ein glänzendes Pferdefell brauchst, helfen wir dir sehr gerne mit unserem aktuellen Artikel Tipps für glänzendes Pferdefell. Spoiler: Auch beim Pferdefell kommt der Großteil von innen, das ist beim Schweif nicht anders.

Möglichkeit Nummer zwei: dünner Schweif durch viel scheuern / schubbern deines Pferdes

Oftmals wirkt der Schweif dünn, weil dein Pferd scheuert und schubbert, was das Zeug hält. Es juckt ihm und nur durch das Kratzen an Bäumen, der Boxentür und einige sehr biegsame Exemplare mit den eigenen Zähnen, kann sich dein Pferd hier selbst Abhilfe verschaffen.

Du erkennst einen abgescheuerten Schweif an den Schweifhaaren, die an der Schweifrübe sehr kurz sind und meistens durch den Druck beim Scheuern in alle Richtungen abstehen.

Es gibt 1001 Gründe, warum dein Pferd sich an der Schweifrübe kratzen möchte, viele werden dir im Laufe deines Pferdelebens begegnen, das sind zum Beispiel:

  • Starke Talgproduktion mit vermehrter Schuppenbildung, hier spürst du eine fettige Haut. Manchmal klebt Sand nach dem Wälzen an der Haut fest.
  • Sehr trockene Schuppen – die Haut hat keine Feuchtigkeit
  • Die Pferdekrankheit „Sommerekzem“
  • Scheuern während des Fellwechsels
  • Haarlinge – diese kleinen „Mitbewohner“ fallen hauptsächlich immunschwache Tiere an und sorgen durch ihre Bewegung an der Hautoberfläche zwischen Haaren für Juckreiz.
  • Verschiedenste Parasiten
  • Ein banal klingender Grund aber sollte in Betracht gezogen werden: Ursache von starkem Scheuern kann auch eine Verhaltensstörung sein. Diese kann durch extreme Langeweile, schlechte Haltung oder Einzelhaft ausgelöst werden, ähnlich wie das Weben und Koppen bei Pferden. Tipp: Unsere Artikel Mehr Abwechslung fürs Pferd und Artgerechte Pferdehaltung

Ein dünner Schweif durch Scheuern / Schubbern kann auch durch Juckreiz am After entstehen. Juckt es dort, kann dein Pferd dort nicht kratzen, ohne den Schweif in Mitleidenschaft zu ziehen.

Möglichkeit Nummer drei: Mechanische Bearbeitung / andere Pferde / dein Pferd tritt auf seinen Schweif

Um dir mit deinem Problem zu helfen, möchten wir mit dir in alle Richtungen denken. Möglich wären auch Ursachen, die mechanischer Natur sind. Erkennst du nicht, dass dein Pferd sich aktiv scheuert und die Haare dadurch immer weniger werden, könnte es an einer Einwirkung von außen liegen.

Das wäre beispielsweise, wenn du mit einem Kamm zu grob durch den Schweif gehst und dabei viele Haare ausreißt. Auch kann ein zu langer (auch dünne Schweife können lang werden) Schweif deinem Pferd im Weg sein und es beim rückwärtstreten von alleine auf seinen Schweif treten. Dabei reißt es sich selbst ohne es zu wollen, einige Haare aus. Kontrolliere die Länge, falls es dein Grund ist,

Steht dein Pferd in einer Herde, können auch andere Pferde durch beherztes Knabbern den Schweif ausdünnen. Viele Pferde lassen sich gerne von anderen an ihrer Schweifrübe kratzen (außer unsere Stute Dubi, die würde das niemals mitmachen).

Mehr Infos zum richtigen Putzen: So oft solltest du dein Pferd putzen und Warum muss man Pferden die Hufe auskratzen.

Welche Pferde haben einen vollen Schweif und kann mein Pferd auch einen vollen Schweif bekommen?

Wie voluminös der Schweif von deinem Pferd ist, ist genetisch festgelegt. Das bedeutet, ein vermeintlich dünner Schweif kann auch ganz normal sein – wenn er schon immer eher dünn war und wenig Haare hatte.

Rassebedingt siehst du die Unterschiede besonders stark: die nordischen Rassen wie Fjordpferd, Welshpony oder Friese sind mit üppigem Behang ausgestattet, Die südlichen Pferderassen haben weniger Schweifhaar, beispielsweise Araber.

Zusätzlich haben Hengste meist üppigeres Haar, als Stuten und Wallache. Ein nicht zu früh kastrierter Wallach wird sein als Hengst gewachsenes, volles Haar sein leben lang behalten. Unser Beispiel Doonie: der hat einen Schweif wie ein Filmstar, weil er erst gelegt wurde, als er älter war. Welche Verhaltensunterschiede es gibt, kannst du hier nachlesen: Stute, Wallach, Hengst – alle Vorurteile im Check.

Doonies voller Schweif wird von Dubi genau unter die Lupe genommen.

Was hilft bei einem zu dünnen Schweif?

Ähnlich wie bei uns Menschen hängt die Gesundheit und das Aussehen der Haare direkt mit dem Immunsystem zusammen. Ist dieses stark und kann erfolgreich Krankheiten abwehren, weil es mit allen wichtigen Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen versorgt wird, dann wird auch der Schweif natürlich widerstandsfähig sein.

Ist der Schweif deines Pferdes nun absolut nicht schön anzusehen, dann wäre es sinnvoll, wenn du zuerst die gesundheitlichen Gründe abklären lässt. 

Mittels eines Bluttestes kann ein Tierarzt vorhandene Mängel erkennen, die sich mit der richtigen Fütterung ausgleichen lassen.

Durch den Bluttest kann gezielt geholfen werden. Eine Über- und eine Unterdosierung hilft deinem Pferd und seinem Schweif nicht.

Mineralstoffe, die das Schweifwachstum positiv beeinflussen

Einige bekannte Mineralstoffe, die für das Wachstum von Haaren eingesetzt werden und sich positiv auswirken, sind zum Beispiel:

  • Zink ist eine wichtige Komponente für die Widerstandsfähigkeit von Haut, Haaren und Nägeln – bei unseren Pferden Mähne, Schweif, Haut und Hufe. Gefüttert wird Zink in organisch gebundener Form, z.B. Chelat oder Citrat. Wir füttern nach Absprache mit dem Tierarzt Zink Pur von Agrobs*.
  • Kieselsäure fördert die Speicherfähigkeit von Feuchtigkeit im Haar. Der Schweif erhält Geschmeidigkeit und Elastizität. Dieses Produkt von St. Hippolyt* kannst du zur Unterstützung des Haarwachstums füttern.
  • Bierhefe fördert die Bildung von Biotin im Darm des Pferdes. Biotin bildet Keratin, welches an der Stabilität der Haar- und Hufqualität beteiligt ist. Riecht wirklich leicht nach Bier (welch Wunder) und ist erhältlich in purer Form, z.B. im Futtereimer von Agrobs*.

Unsere Erfahrungen mit Bluttests & was wir gemacht haben

Man liebt sein Pferd und irgendwann möchte man es doch schwarz auf weiß haben: was fehlt meinem Vierbeiner denn bloß. Bei einem dünnen Schweif greifst du sicherlich sofort zu einer der vielen Anti-Juck-Tinkturen, die man einfach nur auf die Schweifrübe schmiert und das Haar wächst wieder nach. Wenn es so einfach wäre.

Der Bluttest ergab bei Dubi, die sich gerne scheuert und auch mit dünnem Schweif kämpft, dass sie einen Mangel Zink hat. Da Zink eines der wichtigsten Mineralstoffe für gesundes Haar ist, füttern wir kurweise Zink zu. Zusätzlich haben wir durch Futterumstellungen schnell gemerkt, dass sie auf ihre geliebte Müslimischung mit Juckreiz reagiert und die Sorte gewechselt.

Fängt sie an, sich zu scheuern, verwenden wir eines der handelsüblichen Anti-Juck-Mittel aus dem Reitsportgeschäft. Tritt nach spätestens ein oder zwei Tagen keine Besserung ein, nehmen wir Kokosöl. Das hat den guten Nebeneffekt, dass es beispielsweise Haarlinge und anderes Ungeziefer durch den Geruch vertreibt und die Haut pflegt.

Wenn dein Pferd sich scheuert und einen dünnen Schweif bekommt: Abhilfe durch richtiges Schweifrübe waschen

Ebenfalls hilft das Waschen bei Juckreiz, besonders, wenn Babyöl danach zum Einsatz kommt. Dies beruhigt die Haut, die anders als beim Regen auch nass wird.

Harki scheurt sich selten, daher sieht man sofort, wenn es ihn doch gejuckt hat. Direkt am Schweifansatz sind einzelne, abstehende und abgebrochene Haare – diese sind in gewissem Umfang ganz normal und dienen als natürlicher Regenableiter. Brechen zu viele ab und wachsen diese nun nicht mehr bis unten, sieht der Schweif irgendwann dünn aus.

Daher verwende am besten lauwarmen Wasser zum Schweif waschen.

Was sollte ich bei der Pflege des Schweifes bei meinem Pferd beachten?

Bei warmen Temperaturen kannst du die Schweifrübe waschen, um Ablagerungen und Talg sowie Schuppen zu entfernen. Einige Pferde springen darauf sehr gut an, vielleicht kennst du diesen Effekt von dir selbst, wenn du deine Haare ein paar Tage nicht wäscht und du dich dann anfängst, am Kopf zu kratzen.

Hast du kein warmes Wasser zur Verfügung, kannst du dir mit Wasser aus einem Eimer behelfen und mittels Wasserkocher etwas warmes Wasser zum Kalten geben.

Shampoo solltest du nur sehr, sehr selten verwenden. Und wenn, greife immer zu sensitiven Produkten, gut geeignet sind Kinder- oder Naturkosmetikshampoos. Die Haut der Schweifrübe hat einen natürlichen Talgfilm, den du durch das Shampoo entfernst.

In unserem Stall sind es besonders die „Sommer-Kratzer“, die gut auf diese Schweifbehandlung anspringen. Nach dem Waschen solltest du Baby- oder Kokosöl verwenden, um den entfernten Talgfilm wieder zu regenieren.

Hier haben wir für dich unsere beliebtesten Pferdeartikel in einer tollen Übersicht zusammengestellt:

Zusammenfassung – Pferdeschweif wird immer dünner

Der Pferdeschweif von deinem Pferd kann dünner werden, wenn bestimmte Mineralstoffe wie Biotin oder Zink fehlen. Neben dem Mangel an bestimmten Mineralien kann es auch an einer Krankheit liegen. Am besten du lässt über eine Blutuntersuchung beim Tierarzt feststellen, was verantwortlich ist für den dünnen Pferdeschweif.

Du solltest versuchen, herauszufinden, ob dein Pferd sich selbst scheuert und damit die Haare am Schweif abbricht. Oftmals besteht hier ein Zusammenhang, abgebrochene Haare brauchen lange, bis sie wieder zu ihrer vollen Länge zurückfinden. Falls sie vorher nicht schon wieder abbrechen.

Wie auch beim glänzenden Pferdefell kommt ein gesunder Schweif hauptsächlich von innen. Besonders ältere Pferde haben einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen, die auch für ein gesunderes Schweifwachstum notwendig sind.

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