Wissenswertes über Tinker – Steckbrief, Charakter und mehr

Tinker gehören zu den beliebtesten Pferderassen bei uns Freizeitreitern. Kein Wunder, denn diese Pferde fallen nicht nur sofort durch ihre schöne Fellzeichnung ins Auge, sie überzeugen auch durch ihren sanftmütigen Charakter. Darum möchten wir dir hier die wichtigsten Fakten über die Pferderasse Tinker vorstellen!

Steckbrief Tinker

Ursprung: Großbritannien und Irland

Stockmaß: 135 cm – 160 cm

Gewicht: 450 kg – 700 kg

Farbe: alle erlaubt (bis auf Albinos), überwiegend jedoch Braun-, Fuchs- und Rapp-Schecken

Exterieur: kräftiger, muskulöser Körperbau mit dichtem Langhaar und ausgeprägtem Fesselbehang

Interieur: freundlich, sanft, intelligent und dabei total unerschrocken

Geschichte der Tinker

In den vergangenen Jahrhunderten dienten Tinker dem fahrenden Volk als Arbeitstiere. Sie zogen, angespannt vor Kutschen und Planwagen, den gesamten Hausstand der in Irland und Großbritannien ansässigen Zigeuner durchs Land.

Daher leitet sich der ebenfalls übliche Name „Gypsy Cob“ ab. Tinker selbst bedeutet so viel wie „Kesselflicker“.

Ihren Besitzern war eine gezielte, aber auch eine dokumentierte Zucht unwichtig. Die Pferde mussten nur stark, verlässlich, arbeitswillig und gesund sein.

Deshalb wurde vor allem nach diesen Eigenschaften selektiert, ein ansehnliches Exterieur rückte für den robusten Körperbau in den Hintergrund.

Anfang der 1990er Jahre, als die bunten Vierbeiner immer beliebter bei den Freizeitreitern wurden, gründete sich mit der Irish Cob Society der erste Zuchtverband.

Seit 2005 gibt es in Deutschland einen einheitlichen Rassestandard für Tinker.

Der Charakter eines Tinkers

Du suchst ein absolutes Verlasspferd, einen Kumpel auf vier Hufen, mit dem Du durch dick und dünn gehen kannst?

Kaum eine Pferderasse gilt als so ausgeglichen, nervenstark und dabei stets freundlich, wie diese meist gescheckten Kleinpferde und Ponys.

Dabei arbeiten sie bereitwillig mit und lernen schnell. Fehler verzeihen die Tiere ihren Reitern, Unsicherheiten nutzen sie nur selten aus. Manchmal kommt der Ponysturkopf durch, doch bösartig werden Tinker nie.

Sie eignen sich für Jung und Alt, lassen sich auch von Reitanfängern gut händeln. Tinker sind daher für Anfänger, aber auch für Fortgeschrittene die idealen Pferde.

Wer kann auf einem Tinker reiten? Wie schwer dürfen Reiter sein?

Dank ihres kräftigen Körperbaus decken die Pferde Erwachsene gut ab, ihr eher kleines Stockmaß macht sie gleichzeitig zu idealen Kinderpferden. So zählen Tinker zu den beliebtesten Familienpferden in Deutschland.

Wie schwer ein Reiter auf einem Tinker sein darf, lässt sich pauschal nicht sagen. Jeder Tinker ist einzigartig.

Dennoch sind für die robusten, kräftigen Pferde auch etwas schwerere Menschen kein Problem, wurden sie ja ursprünglich für den Transport gezüchtet.

Tinker als Turnierpferde geeignet?

Tinker wurden ursprünglich zum Fahren gezüchtet, die Merkmale des klassischen Sportpferds waren unwichtig. Ein gutmütiges, robustes und genügsames Wesen waren unerlässlich für ein verlässliches Fahrpferd.

Wie bei jedem anderen Pferd steht zunächst gesunderhaltendes Reiten im Vordergrund.

Gerade bei Tinkern ist dies übrigens wichtig, um die Rückenmuskulatur zu stärken – sie neigen bei falscher Belastung schnell zum Senkrücken.

Zu einer guten Ausbildung des Pferdes gehört abwechslungsreiche Arbeit. Nichts spricht dagegen, Stangenarbeit, Cavalettis und kleine Sprünge mit in Deinen Wochenplan aufzunehmen.

Ebenso sinnvoll ist es, Wert auf eine gute Grundausbildung in der Dressur zu legen.

Ein Pferd für die höheren Turnierklassen in der Dressur, im Springen und auch in der Vielseitigkeit wird dein Tinker jedoch nicht sein. Die Pferde zeigen aufgrund ihres Körperbaus eine geringe Versammlungsbereitschaft, viele Lektionen fallen ihnen naturbedingt schwer.

Für kleine Wettbewerbe oder Reitertage eignen sich gut gerittene Tinker dagegen wunderbar, denn dort punkten sie durch ihre Verlässlichkeit. 

Außerdem hast du große Freude an der Zuverlässigkeit und Ruhe, die ein Tinker dir mitbringt. Mit einem Tinker kannst du wie mit keiner anderen Rasse wirklich durch dick und dünn gehen.

Tinker im Reitsport

Tinker finden vor allem unter Freizeitreitern viele Anhänger. Du reitest gerne aus, möchtest Dir dabei den Nervenkitzel mit einem pferdigen Partner ersparen, der hinter jedem Baum ein Gespenst sieht?

Die sanften Schecken sind optimal für entspannte Ausflüge durch Wald und Feld. Nach einem flotten Galopp kommen sie schnell wieder runter.

Das macht diese Rasse zudem zu gerne genutzten Wanderreitpferden. Sie sind trittsicher und passen gut auf ihre menschliche Fracht auf.

Mit deinem Tinker kannst du durch dick und dünn gehen. Die Robustrasse ist nervenstark und intelligent.

Auch Kinderreitschulen wissen den Charakter der Tiere zu schätzen. Nicht nur unter dem Sattel, sondern ebenso im Umgang eignen sie sich bereits für die Jüngsten.

Gerne werden Tinker wegen ihrer sanften Art auch als Therapiepferde eingesetzt. 

Tinker sind sehr intelligent und wollen es „ihrem“ Menschen recht machen.

Das zeigt sich gut in der Bodenarbeit. Grundelemente erfassen sie schnell, so kannst Du viele Lektionen zunächst vom Boden erarbeiten.

Hast Du einmal versucht, Deinem Tinker Kunststücke beizubringen?

Zirzensik ist eine wunderbare Abwechslung zum Reiten. Du wirst erstaunt sein, wie schnell Dein Liebling zum echten Zirkuspferd wird.

Tinker richtig und pferdegerecht erziehen

Jedes Pferd muss erzogen werden, auch der Tinker „funktioniert“ nicht von alleine. Gerade importierte Tiere haben jedoch selten eine Grunderziehung genossen – wenn Dir die entsprechende Erfahrung fehlt, solltest Du Dir dazu unbedingt professionelle Hilfe zur Seite holen.

Trotz ihres kräftigen, robusten Auftretens sind Tinker empfindsam.

Arbeite mit Geduld und viel Lob mit ihnen, denn sie sind darauf aus, alles richtig zu machen. Wirst Du ungerecht, schaltet ein Tinker schnell auf stur oder ist verunsichert.

Wichtig ist eine feste Bezugsperson, auf die sich das Tier verlassen kann!

Das schließt nicht aus, dass dein Tinker Teil der gesamten Familie wird. Doch auch da hat einer das Sagen… Hast du einmal das Vertrauen deines Tinkers erlangt, wird er dir ohne zu zögern überall hin folgen. 

Typische Erkrankungen

Bei Tinkern fällt der üppige Fesselbehang sofort ins Auge. Was hübsch aussieht, zieht jedoch leider häufig die Hauterkrankung Mauke nach sich. Der Behang bildet den idealen Schutz für die Erreger der Krankheit. In der Fesselbeuge kommt es zu einer juckenden bis blutigen Hautreizung.

Diese Stelle über dem Huf muss daher stets sauber und möglichst trocken gehalten werden. Schlammige Wiesen oder Matschpaddocks sind für viele Tinker eine Mauke-Garantie. Achte daher auf ein befestigtes Paddock mit trockenen Unterständen.

Den typischen Erkrankungen kann auch durch die Wahl des richtigen Futters vorgebeugt werden. Vor allem zugesetzte Stoffe mit Aromen oder Konservierungsmitteln können viele Erkrankungen verstärken. Eine gute Qualität bietet dieses Pferdefutter von Dr. Weyrauch*, was wir selbst auch füttern.

Unproblematisch dagegen sind meist die Hufe. Das Horn ist von guter Qualität, viele Tinker sind deshalb Barhufer.

Ernährung eines Tinkers

Tinker mussten einst unter schweren Bedingungen leben. Das Futter war oft karg, das Wetter schlecht, die Wege weit. Die Pferde haben sich angepasst und kamen mit wenig zurecht.

Das kann aus heutiger Sicht zum Problem werden. Denn die Tiere sind nicht auf fette Weiden eingestellt. Zu nährstoffreiches Gras, aus falschem Wissen womöglich gepaart mit einer energiereichen Portion Kraftfutter, kann zu Hufrehen, Ekzemen und Allergien führen.

Kommt dazu Bewegungsmangel, können Stoffwechselprobleme die Folge sein. Tinker fühlen sich am wohlsten in Offenställen oder luftigen Paddockboxen.

Schlechte Belüftung oder Staub führt bei ihnen schnell zu bronchialen Erkrankungen. Als Unterstützung kannst du neben einer artgerechten Haltung spezielle Kräuter füttern, die die Atemwege unterstützen. Bergsiegel produziert eine spezielle Futtermischung, die du dir hier* bei pferdefutter.de ansehen kannst.

Zusammenfassung – der Tinker, der Liebling einer ganzen Familie

Als gutmütliches Verlasspferd mit feinen Antennen und einer großen Portion sturem Kopf, ist ein Tinker eine ideale Mischung für Freizeitreiter. Er kommt mit klein aber auch mit groß sehr gut aus.

In der Erziehung ist ein Tinker gerne gefordert und hat nichts gegen einen langen Ausritt einzuwenden. Robusthaltung kommt den ursprünglich aus England stammenden Tieren sehr entgegen und hilft ihnen, die schlanke Linie zu bewahren. Genieße die Zeit mit deinem Tinker – ein absolutes Lieblingspferd!