Checkliste für eigenes Pferd

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Damit dir der Start mit deinem eigenen Pferd auch glückt, haben wir für dich die wichtigsten Punkte wie 

  • Pferdekauf -> was ist zu beachten
  • Der Stall -> woran erkenne ich einen guten Stall
  • Grundausstattung für mein eigenes Pferd -> was brauche ich alles
  • Versicherungen -> welche Versicherungen sollte ich abschließen
  • Kosten -> welche Kosten fallen bei einem eigenen Pferd an

in einer tollen Checkliste zusammengefasst. 

Wichtig ist auch, dass du eine hohe Eigenverantwortung für dein Pferd hast und dir bewusst ist, dass ein Pferd viel Zeit und Betreuung braucht.

Wenn du dich für ein eigenes Pferd entscheidest, musst du einige wichtige Punkte beachten. Denn ein eigenes Pferd ist nicht zu vergleichen mit einer Reitbeteiligung, wo man nur an bestimmten Tagen in den Stall fahren muss. Ein eigenes Pferd erfordert hohe Eigenverantwortung und ein hohes Maß an Disziplin. Denn dein Pferd möchte auch an sehr kalten und regnerischen Tagen versorgt und bewegt werden.

Damit dir dein Start mit deinem eigenen Pferd auch glückt, haben wir für dich eine tolle Checkliste erstellt, was du alles bei einem eigenen Pferd beachten solltest.

Folgende Punkte beinhaltet unsere Checkliste für ein eigenes Pferd, extra für dich erstellt:

  1. Pferdekauf -> was ist zu beachten
  2. Der Stall -> woran erkenne ich einen guten Stall
  3. Grundausstattung für mein eigenes Pferd -> was brauche ich alles
  4. Versicherungen -> welche Versicherungen sollte ich abschließen
  5. Kosten -> welche Kosten fallen bei einem eigenen Pferd an

1. Pferdekauf – was ist zu beachten

Der Pferdekauf ist ein echtes Erlebnis. Du hast es mit vielen Menschen zu tun, die dir gerne jedes Pferd verkaufen möchten.

Damit du dein Ziel nicht aus den Augen verlierst, geben wir dir den Pferdekauf-Plan mit.

Der Gedanke ein Pferd zu kaufen und zu besitzen ist schnell gemacht

Diesen Gedanken jetzt in die Tat umzusetzen, ist wiederum etwas schwieriger.

Der 7 Punkte Pferdekauf-Plan

  1. Pferdesuche beginnen
  2. Pferdeauswahl treffen
  3. Termine vereinbaren
  4. Erstes Probereiten
  5. Zweites Probereiten
  6. AKU (Ankaufsuntersuchung des Pferdes vor dem Kauf)
  7. Entscheidung für oder gegen das Pferd

Mit der Pferdesuche beginnt dein Weg zum eigenen Pferd. Neben der Suche im Internet, wie über Verkaufsplattformen, Kleinanzeigen und der gezielten Suche nach Züchtern bietet sich der Such-Aushang in Ställen an.

Beachte, je nach Verkäufer, dass du noch die Ankaufsuntersuchung zahlen musst. Setze dir bei deinem Preislimit einen Spielraum für die AKU (Ankaufsuntersuchung).

Anhand deiner ersten Auswahl möglicher Pferde, kreist du deine Suche ein. Neben deinen Favoriten kannst du dir ein oder zwei Alternativen überlegen.

Du kennst sicherlich die Sprüche, dass ein gutes Pferd keine Farbe hat. Was von Bedeutung sein kann, ist jedoch das Geschlecht. Welche Unterschiede Stute, Wallach und Hengst haben und welches zu dir passen würde, kannst du dir in diesem Artikel genauer nachlesen.

Beim Pferdekauf solltest du ein Pferd finden, was zu dir passt. Das kann auch erst das Zehnte sein. 

Uns ist es schon so ergangen, dass wir über eine Alternative zu unserem Traumpferd kamen. Du siehst also, halte Augen und Ohren auf, dein Traumpferd kann sich noch verstecken.

Die Terminvereinbarung mit den Verkäufern kann telefonisch, per SMS oder auch im Mailkontakt entstehen.

Versuche, schon während der Kontaktaufnahme mehr über dein potenzielles Verkaufspferd herauszufinden.

Beim ersten Probereiten geht es an das Ausprobieren. Was kann das Pferd? Welche Eigenschaften sind gut und welche weniger gut?

Der erste Eindruck trügt nicht. Die Verhaltensweisen, die heute auftreten, wirst du mit diesem Pferd später wieder erleben.

Achte darauf, alles auszuprobieren, was du dir für deinen täglichen Umgang mit deinem zukünftigen eigenen Pferd vorstellst.

Ohne eine Ankaufsuntersuchung ist es sehr riskant, ein Pferd zu kaufen. 

Es gibt natürlich Ausnahmefälle, wann ein Kauf ohne AKU trotzdem funktioniert. Zum Beispiel, wenn ihr das Pferd schon lange kennt und euch die Besitzer bekannt sind. Vielleicht bist du das Pferd schon mal geritten.

Aber auf Nummer sicher geht ihr immer, wenn ihr eine AKU durch den Tierarzt machen lässt.

Solltest du dein Pferd bei einem Züchter kaufen, informiere dich über ihn am besten und prüfe, ob er auch seriös ist. 

2. Der Stall – woran erkenne ich einen guten Stall

Wir haben schon in vielen Ställen die Erfahrung gemacht: entweder dein Pferd hat ein artgerechtes Leben – oder du hast gute Trainingsmöglichkeiten. Das Ideal wäre die Kombination. Aber zum ersten Faktor, der zu einem guten Reiterhof gehört.

Ohne artgerechte Pferdehaltung wird dein Pferd nicht sein volles Potenzial ausschöpfen können und du riskierst Krankheiten. Diese können körperlich aber auch psychisch sein, wenn du an die typischen Verhaltensstörungen Koppen oder Weben denkst.

Wie sollte gute Pferdehaltung aussehen?

  • Keine dunklen Innenboxen mehr (leider immer noch zu sehr verbreitet)
  • ausreichend große, helle Boxen mindestens mit Fenster, lieber mindestens mit Paddock
  • Lauf- oder Offenstall oder eine andere, artgerechtere Haltungsform, z.B. ein Aktivstall
  • täglicher Weidegang oder mindestens Bewegung auf dem Paddock
  • direkter Kontakt zu anderen Pferden im Herdenverband
  • direkter Kontakt zu anderen Pferden auch in der Box, mindestens Sichtkontakt
  • mehrere Futterportionen über den ganzen Tag verteilt (drei Portionen am Tag entsprechen den menschlichen Bedürfnissen, nicht denen unserer Pferde)
  • Qualitativ hochwertiges Heu/Silage und Stroh
  • regelmäßig gemistete Boxen
  • gut durchlüftete und helle Stallungen

Direkter Kontakt zu Artgenossen, viel Luft, Licht und Bewegung sind die Vorraussetzung für artgerechte Pferdehaltung. 

Weiterlesen: 

Was gibt es für Trainingsmöglichkeiten im Stall?

Zuerst ist dein Pferd glücklich mit seinem Leben in dem von dir ausgesuchten Reitstall. Als nächstes sind deine Bedürfnisse abzudecken: je nach deiner reiterlichen Ausrichtung, werden ganz andere Trainingsmöglichkeiten dich glücklich machen.

Mindestens ein Reitplatz oder ein umzäunter Round Pen haben sich für ein gutes Training als Mindestvoraussetzung erwiesen.

Bietet dein Reitstall Hallen und andere Plätze, achte unbedingt auf die Bodenverhältnisse. Reiten viele Reiter mit ihren Pferden durch normalen Sandboden, entstehen tiefe Böden. die auf lange Sicht bei vielen Pferden zu Krankheiten führen können.

Gute Reitböden sind weder zu hart noch zu weich und können zusätzlich auf Außenplätzen Wasser in die unteren Schichten ableiten. Pfützen bringen dir auf einem Außenplatz nicht viel, ein qualitativ hochwertiger Reitboden ist auch nach einem Regenguss noch gut nutzbar.

Frage dich bei einer kleinen Reithalle, wie die Verhältnisse im Winter sind, wenn sehr viele Reiter gleichzeitig auf 20 x 40 Metern ihre Pferde bewegen. Hat dein Pferd Probleme damit, wenn andere Pferde zu nah kommen oder neigt es dazu auszuschlagen? Je mehr sich die Reiter verteilen können, umso besser.

Ein guter Reitstall bietet ausreichend Trainingsmöglichkeiten für alle eingestellten Pferde. 

Besonders eine im Reitstall vorhandene Reitschule kann die vorhandenen Reitmöglichkeiten verkleinern. Informiere dich vorab, ob die Halle zu bestimmten Zeiten geblockt wird oder der Unterricht jeden Sonntagvormittag in der einzigen Reithalle stattfindet.

Neben den Trainingsmöglichkeiten solltest du dir auch das Ausreitgelände genauer ansehen. Mache unbedingt einen kleinen Spaziergang durch das umliegende Gebiet und sieh dir die Reitwege genau an. Nicht selten gibt es entweder keine extra ausgewiesenen Reitwege und du musst viel auf Asphalt reiten oder dir den Weg mit Autos und Traktoren teilen. 

Oftmals sind die Reitwege auch sehr tief und haben schlechte Bodenverhältnisse. Sieh dir die Situation vor Ort an und besorge dir eine Reitwegekarte von deinem Gebiet, sofern es so eine Karte gibt.

Hat der Reitstall Zugang zu einem Ausreitgelände, ist das von Vorteil. 

Ein schöner Bonus ist eine Schritt-Runde am Reitstall. So kannst du vor dem Training draußen eine Runde drehen und kannst das Aufwärmen gut auflockern. Auch eine Galoppbahn ist dafür gut geeignet.

Hat der Stall eine Betreuung + Reitlehrer / Reitunterricht vor Ort?

Ein guter Reitstall kann sich darauf einstellen, dass du deinen eigenen Reitlehrer mitbringst oder bietet dir den für dich passenden Reitunterricht. 

In einigen Reitställen ist es nicht gewünscht, dass du einen anderen Reitlehrer mitbringst, als diejenigen, die im Reitstall bereits ansässig sind. Informiere dich daher in jedem Fall vorab, falls du vorhast, deinen Reitlehrer mitzubringen.

Wir haben einen großen Übersichtsartikel über die Kosten geschrieben, die Reitunterricht kostet. Mit genauen Preisen von Reitschulen in ganz Deutschland und Österreich. Du kannst ihn dir hier ansehen und gleich herausfinden, ob du mehr oder weniger als der Durchschnitt bezahlst.

Zu einem guten Reitstall gehört auch eine gut geführte Reitschule, sofern beide zusammen in diesem Stall sind. Abgestumpfte Schulpferde, die keine Weide sehen und lustlos ihre Runden drehen, sollten für dich Grund genug sein, diesen Reitstall nicht auszuwählen.

Ein guter Reitstall sollte dir das Maß an Betreuung bieten, welches dir und deinem Pferd am besten passt. Das kann Weidedienst sein, Fütterung oder Bewegung durch einen Bereiter, wenn du das möchtest.

Frage genau nach, welche Dienste rund ums Pferd in Anspruch genommen werden können, damit du weißt, wie viel du machen musst.

Ist der Reitstall auch gut gepflegt?

Ein guter Reitstall erfordert einen Besitzer, der sich kümmert: um das morsche Koppeltor und die stabilen Weidezäune. Um die pünktliche Fütterung und die Organisation wann welches Pferd mit wem auf welcher Weide steht.

Wenn du den Reitstall besichtigst, achte auf folgende Merkmale:

  • Wie ist der Zustand der Gebäude? Baufällige Stallungen stellen eine Gefahr für dein Pferd dar.
  • Wie sehen die eingestellten Pferde aus? Sie zeigen dir, wie gut die Versorgung funktioniert. 
  • Gibt es Angestellte, erledigen die Einsteller als selbst? Wie gehen die Menschen mit den Pferden um?
  • Sind die Reitplätze und -hallen abgeäppelt und der Boden gepflegt?
  • Sind die Boxen sauber und frisch eingestreut?
  • Sind die Weiden abgeäppelt und sicher eingezäunt?
  • Sind die Paddocks ebenfalls sauber und ordentlich hinterlassen?

Besonders den Punkt, ob die Einsteller viel selbst erledigen, ist von Bedeutung. Ziehst du hier später ein, solltest du dir vorher klar sein, wie viel Stallarbeit für dich anfällt. Hast du bis jetzt nur die Box gemistet und ein paar Mal die Weide abgeäppelt, kann ein Weidedienst an jedem Wochenende schwierig werden, wenn du dort nie Zeit oder Lust hast.

Das Thema Sicherheit solltest du auch nicht außer Acht lassen: neben Feuerlöschern sollten Notausgangszeichen in den Gebäuden sein und Flucht- und Rettungswegpläne. Dort, wo Futter gelagert wird, sollten Hinweise sein, dass dort nicht geraucht werden darf und ähnliches.

Ein von außen gepflegt aussehender Reitstall ist auf den ersten Blick ein guter Reitstall, doch es gibt noch mehr Punkte, die du beachten solltest.

Wie gut ist der Stall erreichbar?

Ein guter Reitstall sollte einen immerhin entfernten Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel bieten. Er sollte so liegen, dass du ihn von deinem Zuhause gut erreichen kannst und im Falle des Falles auch mal ohne Auto zum Pferd kommen kannst.

Zu lange Fahrzeiten mögen am Anfang noch in Kauf genommen werden, mit der Zeit wird dich die Pendelei zum Pferd jedoch ganz schön anstrengen. Mehr als eine halbe Stunde Fahrtzeit von dir zu Hause solltest du dir daher gut überlegen.

3. Grundausstattung für mein eigenes Pferd – was brauche ich alles

Folgende Ausstattungen brauchst du für ein eigenes Pferd und sind sehr wichtig:

  • Sattel – Dressur, Springen, Vielseitigkeit oder einen gemischten Schwerpunkt
  • Schabracke oder Satteldecke
  • Reitpad
  • Sattelgurt
  • Steigbügelriemen
  • Steigbügelschoner*
  • Steigbügel
  • Lederfett*
  • Sattelschoner

Zunächst fängt alles mit einem Sattel an. Darunter nutzt du eine Schabracke oder Satteldecke. 

Zum Reiten benötigst du auch Steigbügel, aber vielleicht nicht unbedingt Steigbügelschoner.

  • Westernsattel
  • Westernpad

Solltest du Westernreiten, ist natürlich ein Westernsattel samt Westernpad sinnvoll.

  • Zaumzeug: Englisch, Schwedisch, Hannoveranisch, Mexikanisch
  • Zügel
  • Stirnriemen
  • Genickpolster
  • Vorderzeug

Beim Zaumzeug hast du die Wahl zwischen mehreren Stilen. Die gängigste Variante ist die Englische. Aber auch die anderen eignen sich, sollte dein Pferd mit der Verschnallung Probleme haben.

  • Schlaufzügel
  • Halsverlängerer
  • Ausbindezügel
  • Gogue
  • Martingal

Der Bereich der Ausbinder stellt allerhöchstens für die Longenarbeit eine Möglichkeit dar. Als Anfänger wirst du in der Reitschule öfters Pferde mit Ausbinder erleben. 

Ansonsten gehören vor allem Schlaufzügel weder in die Hände von Anfängern, noch eignen diese sich für Fortgeschrittene oder Profis. Wer es doch nutzt, reitet meistens nicht reell.

  • Einfach gebrochenes Gebiss
  • Mehrfach gebrochenes Gebiss
  • Gebissstange
  • Kandare
  • Springkandare
  • Pelham
  • Olivenkopfgebiss
  • D-Ring Trense
  • Schenkeltrense
  • Unterlegtrense

Bei den Gebissen ist die Vielfalt an Varianten enorm. Hier musst du ausprobieren, was deinem Pferd gefällt. Der eine kommt mit einem einfach gebrochenem Gebiss gut zurecht, bei dem anderen muss es ein Olivenkopfgebiss sein.

  • LG-Zaum
  • Hackamore

Das LG-Zaum zählt zu den gebisslosen Zäumungen. Diese wirken auf eine andere Weise ein, da das Pferd ja kein Gebiss trägt. Benutzen wir seit Jahren und finden wir eine super Alternativen zu den normalen Gebissen.

Sicherheit für dein Pferd

  • Gamaschen
  • Bandagen
  • Bandagierunterlagen
  • Streichkappen
  • Springglocken
  • Glocken
  • Hufschuhe
  • Transportgamaschen
  • Stallgamaschen

Normalerweise benötigen Pferden Schutz für die Beine in gefährlichen Situationen. Für die einen ist dies bereits der Weidegang. Die anderen sehen selbst auf einer Hängerfahrt keine Notwendigkeit, dem Pferd Transportgamaschen aufzuziehen.

Der Lauf der Jahreszeiten

Die Pferdedecke kann zu jeder Jahreszeit eine große Hilfe sein. Während sie im Sommer vor Fliegen und Bremsen schützt, kann sie dabei helfen, dein Pferd warm zu halten, wenn es im Regen zum frieren neigt

  • Regendecke mit Fütterung
  • Regendecke ohne Fütterung
  • Stalldecke
  • Abschwitzdecke
  • Regenausreitdecke
  • Exemerdecke

Eine großartige Auswahl an den verschiedensten Decken findest du bei Horseven Pferdedecken*.

Weiterhin kannst du dein Pferd mithilfe folgender Gegenstände gegen Fliegen schützen:

  • Fliegendecke
  • Fliegenhaube
  • Fliegenspray
  • Fliegenfransen
  • Fliegenausreitdecke

Fliegen können Krankheiten übertragen. Damit diese Gefahr gemindert wird, sind Fliegenfransen am Halfter deines Pferdes eine gute Alternative.

Wer schon mal versucht hat, im Gelände beim Ausreiten einem Fliegen- und Bremsenschwarm davon zu galoppieren, weiß um die Hilfe einer Fliegendecke.

Denn diese kleinen Biester sind ganz schön schnell.

Was du sonst noch gebrauchen könntest

Auf einem Turnier musst du deinem Pferd mit einer Startnummer ausweisen, die euch zugewiesen wird. Damit ihr dort auch hinfahren könnt, ist ein Pferdeanhänger nötig. Du musst dir nicht unbedingt einen kaufen, du kannst dir auch einen leihen.

Zu guter Letzt kommt der Sattelschrank. Entweder dein Stall bietet dir einen zur Nutzung an, den du unentgeltlich nutzen kannst oder du musst dir einen kaufen. Gebrauchte sind natürlich eine Überlegung wert, denn solltest du im nächsten Stall keinen Sattelschrank benötigen, hättest du viel Geld ausgegeben.

4. Versicherungen – welche Versicherungen sollte ich abschließen

Als Pferdehalter bist du für alles, was dein Pferd anrichtet verantwortlich. Selbst, wenn du die Kontrolle über dein Pferd verloren hast – und aus diesem Grund ist eine Versicherung für Pferdebesitzer ein absolutes Muss!

Die Pflicht, dein Pferd zu versichern, besteht nicht. Hast du keine Versicherung, wirst du jedoch für alle Schäden, die dein Pferd verursacht, zur Kasse gebeten. Das kann schnell existenzbedrohend werden, weshalb der Punkt Versicherung unser erster Punkt auf der Liste ist.

Jeder Pferdebesitzer sollte eine Pferdehaftpflicht für sein eigenes Pferd abschließen.

Du fragst dich jetzt sicherlich, was dein Pferd für Schäden anrichten kann, die so teuer sind, dass eine Versicherung und nicht du dafür aufkommen sollte. Ein paar Beispiele:

  • Dein Pferd reißt sich beim Longieren los und zerstört die Hallenbande. Hohe Reperaturkosten zur Wiederherstellung summieren sich hier schnell.
  • Bei einem Ausritt buckelt dein Pferd und läuft auf eine Straße – dabei wird ein Autounfall verursacht. Dieses Szenario ist gar nicht mal so unrealistisch: schnell kommen hier hohe Summen für einen Schaden zusammen.
  • Du transportierst dein Pferd in einem fremden Pferdeanhänger, beim Aussteigen erschreckt sich dein Pferd und verursacht einen Schaden an der Laderampe, die jetzt nicht mehr richtig schließt. (Wichtig: nicht alle Versicherungen decken Pferdeanhänger mit ab – unbedingt darauf achten!)

Solange am PKW der Pferdeanhänger angeschlossen ist, greift die KFZ-Versicherung. Sollte sich der Pferdeanhänger während der Fahrt lösen und einen Unfall verursachen, ist guter Rat teuer. 

Auch ein Pferdeanhänger kann Schäden verursachen. 

Dies ist eine heikle Geschichte!

Denn jetzt ist der Pferdeanhänger nicht mehr am PKW angeschlossen und eine eigene Versicherung kann hier hilfreich sein. Das kann auch schon schnell beim Rangieren passieren, wenn der Anhänger ein Fahrzeug streift, dabei abspringt und ein Schaden am anderen Fahrzeug entsteht. 

Achte bei einer Versicherung auf die Höhe der Deckungssumme. Ebenfalls solltest du genau prüfen, welche Reiter versichert sind. Nur du, deine Reitbeteiligung, fremde Reiter und auch Freunde, die mal eine Runde drehen dürfen? Wie oben geschrieben ist es sinnvoll, wenn die Fahrt in Pferdeanhängern ebenfalls abgedeckt ist.

Ein wichtiges Thema ist die Höhe der Selbstbeteiligung. Diese kann in Prozenten oder als fester Betrag angegeben werden. Hast du Prozente in deiner Versicherung, kann das zu einem Problem werden: bei einer Schadenssumme von 1 Mio. €, müsstest du selbst bei 20 Prozent immer noch 200.000 € aufbringen. Unser Tipp: Lieber Versicherungen mit fester Selbstbeteiligung wählen.

Neben der Pferdehaftpflichtversicherung gibt es noch weitere Möglichkeiten, sein Pferd abzusichern. Viele benötigst du nur, wenn dein Pferd älter ist, bereits eine gesundheitliche Vorgeschichte hat oder du sehr aktiv auf Turnieren bist. Das sind zum Beispiel:

  • OP-Versicherung
  • Krankenversicherung

Diese Versicherungen lohnen sich bei längeren Krankheitsbehandlungen. Je älter dein Pferd wird, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es hohe Tierarztrechnungen aufruft. Aus diesem Grund macht die Pferdekrankenversicherung Sinn, wenn dein Pferd in fortgeschrittenem Alter ist.

5. Kosten – welche Kosten fallen bei einem eigenen Pferd an

Damit du einen Überblick über die ganzen Kosten wie Tierarzt, Stallmiete, Reitunterricht und auch Hufschmied bekommst, haben wir für dich jeden Posten einzeln beschrieben und was es ungefähr kosten würde. Denn ein eigenes Pferd kann sehr schnell teuer werden und sollte vorab gut überdacht sein.

Schauen wir uns das mal genauer an! Ein Pferd kann günstig unterhalten werden. Genauso kann ein Pferd auch teuer unterhalten werden.

Zu einem Teil kannst du die monatlichen Ausgaben also steuern. Denn eine Reithalle, Vollservice oder die zusätzliche Reitbeteiligung für dein Pferd können deine monatlichen Belastungen steigen oder sinken lassen.

Das Kostenpuzzle bröseln wir uns mal genauer auf und gehen mit dir die Faktoren durch, die im Laufe des Pferdelebens hinzukommen oder wegfallen werden:

  • Monatliche Stallkosten

Du kannst bei der monatlichen Boxenmiete mit Preisen von ca. 200 € (Offenstall ohne Versorgung oder Halle) über ca. 400 € (Durchschnittpferdebox in einer Reitanlage) bis hin zu weit über 800 € (Paddockbox inklusive Service) rechnen. 

Jeder Reitstall bietet unterschiedliche Annehmlichkeiten. Sowohl für den Reiter, als auch für das Pferd. Ein günstiger Stall hat meistens kein Personal, die Einsteller teilen sich die Dienste: Abäppeln der Weiden, Füttern, Führen auf und von der Weide zurück. Auch wird das Futter auf die Einstellpreise umgelegt und so von allen getragen. 

Die Infrastruktur in einer Reitanlage trägt zu höheren Preisen bei. Bei den Annehmlichkeiten wie einer Reithalle oder Führanlage merkst du dies an höheren Einstellpreisen. Die Wartung dieser Anlagen trägst du damit anteilig mit, damit alles so gut nutzbar bleibt, wie du es kennst.

Daneben sind auch die Mitarbeiter Einstellkosten, die anfallen. Der Vollservice ist für den Einsteller eine Entlastung und wird entsprechend auf die Einstellpreise aufgeschlagen.

  • Kosten für Reitunterricht

Je nach Dauer des Reitunterrichtes, ob 30, 45 oder 60 Minuten Unterricht, kostet die Stunde mit Einbezug der Qualifikation des Lehrers zwischen 20 und 50€. Je mehr Stunden du nimmst, umso teurer werden deine monatlichen Kosten für Reitstunden.

Viele Beispiele, wie viel Reitstunden in der Gruppe oder alleine kosten, haben wir in diesem Artikel zusammengetragen: Reitunterricht Preise.

Wenn du deine reiterlichen Fähigkeiten voranbringen möchtest, wirst du bestimmt guten Reitunterricht zu schätzen wissen. An den meisten Reitställen gibt es hiesige Reitlehrer, bei denen du auch Unterricht nehmen kannst. Neben Einzelstunden sind auch Zweier- oder Gruppenstunden noch eine Möglichkeit. Eventuell gibt es aber niemanden in deinem Stall, und du suchst einen Reitlehrer, der extern zu dir fährt.

Daneben gibt es auch die Möglichkeit Beritt bei deinem Reitlehrer oder jemand anderem zu buchen. Bei uns in der Umgebung kostet Vollberitt pro Monat zwischen 300 € und 800 €.

Wird dein Pferd beritten, bezahlst du einen erfahrenen Ausbilder dafür, dein Pferd weiter auszubilden. Dies lohnt sich vor allem, wenn du die nötigen Fähigkeiten (noch) nicht besitzt.

pferd eindecken fürs trainingDamit du auf Turnier starten kannst, musst du einige Vorbereitungen treffen, die Geld kosten. 

  • Kosten für den Turniersport

Möchtest du auf Turnieren starten, musst du eine Meldegebühr für jeden Turnierstart entrichten. Damit darfst du auf einer Turnierprüfung starten.

Um auf das Turnier zu kommen, musst du entweder selbst einen Hänger haben oder dir einen leihen. Um dein Pferd zu transportieren, benötigst du ein Auto, was den Hänger sowie das Gewicht deines Pferdes ziehen kann.

Wenn du nur einen Hänger leihen willst und bereits eine Anhängerkupplung an deinem Auto hast, ist das Ganze günstiger.

  • Der Hufschmied

Diese Person wird Euch sehr wahrscheinlich das gesamte Pferdeleben begleiten. Ob Barhuf, Teilbeschlag oder Vollbeschlag, die ausgebildeten Hufexperten nehmen für jeden Termin zwischen 30€ und weit über 150€, je nach Aufwand und Größe der Hufe bei Eisen.

Barhufpferde müssen ungefähr alle vier bis sechs Wochen ausgeschnitten und geraspelt werden. Da keine Hufeisen vorhanden sind, kannst du hier neben einem Hufschmied auch einen Barhufpfleger und einen Huforthopäden für diese Arbeiten bezahlen.

Die Kosten für die Barhufpflege liegen etwas niedriger, als wenn dein Pferd Hufeisen hat. Rechne mit einem Betrag zwischen 30 und 60 € pro Termin.

Benötigt dein Pferd Hufeisen, dann wirst du alle sechs bis acht Wochen einen Hufschmiedetermin haben. Hufschmiede können die Eisen entfernen, den Huf ausschneiden und kürzen und neue aufbringen.

Für einen Termin mit einem Hufschmied werden zwischen 60 € und über 150 € fällig. Dies bemisst sich an dem gewählten Beschlag, den dein Pferd benötigt.

Typische Hufprobleme können Kosten verursachen, wenn du diese nicht durch die entsprechenden Spezialisten vorbeugen kannst oder dir selbst das Wissen aneignest. Wir lieben alles zum Thema Hufe und haben hier ein paar tolle Artikel für dich:

Regelmäßig muss dein Pferd geimpft werden. Hier richtet sich der Tierarzt nach den bereits durchgeführten und aufgelisteten Impfungen im Equiden-Pass. Solltest du Turniere reiten wollen, sind mehr Impfungen notwendig, als wenn du nicht auf Turnieren startest.

Die Kosten für die Erstimmunisierung sowie Auffrischungsimpfungen variieren je nach Impfung und können in unregelmäßigen Abständen benötigt werden. 

Die Zähne deines Pferdes müssen regelmäßig kontrolliert werden. Es können sich unangenehme Spitzen bilden, die dein Pferd beim Fressen stören und zu Verletzungen führen. Gerade bei jungen Pferden muss die Zahnkontrolle öfter durchgeführt werden, weil die Zähne sich hier noch im Wachstum befinden. 

Die Kosten variieren je nach Tierarzt, wir haben meist Kosten von um die 70 € für eine Zahnkontrolle inklusive Sedierung.

Unkalkulierbare Kosten sind alle unerwartet auftretende Verletzungen und sonstigen Krankheiten, die dein Pferd hat. Normalerweise kommt der Tierarzt nur zum Impfen und für die Wurmkur. 

Ein Beispiel aus unserem Pferdeleben: Unser kleiner Doonie hat bei einer Rauferei eine längere Schnittwunde im Gesicht davon getragen. Wahrscheinlich hat ihn ein Zahn eines anderen Pferdes erwischt. Die Erstversorgung, das Nähen, Schmerzmittel und das Fädenziehen vor Ort haben fast 300 Euro gekostet!

Ein Polster für unvorhersehbare Ausgaben ist daher dringend anzuraten! Mehrere Hundert Euro sollten es mindestens sein.

  • Haftpflichtversicherung fürs Pferd

Um Schäden, die dein Pferd anrichtet, nicht selbst zahlen zu müssen, musst du eine Haftpflichtversicherung für dein Pferd abschließen.

Dies können Kosten von um die 100 € pro Jahr sein, dies ist abhängig vom Alter des Pferdes und seiner Nutzung.

Diese Kosten musst du ebenfalls zu deinen monatlichen oder jährlichen Kosten hinzuzählen.

  • (Zusatz-)Futtermittel für dein Pferd

Abhängig davon, ob dein Reitstall Futter stellt, kommen Ausgaben für Futter hinzu. Sollte dein Pferd gefüttert werden, kann es sein, dass du zusätzlich dein eigenes Futter deinem Pferd geben möchtest.

Was du fütterst und warum – darüber gibt es verschiedenste Meinungen. 

Wir füttern ein Zusatzfutter, das auf junge Pferde abgestimmt ist. Alle zwei Monate kaufen wir hier nach. Das natürlich abhängig davon, wie viel gefressen wird und ob wir wirklich jeden Tag füttern.

Alle zwei Monate sind ungefähr 40 Euro für das Zusatzfutter fällig. Je nach deiner Wahl kann dieser Betrag um einiges höher liegen.

  • Ausrüstung deines Pferdes

Der wirklich größte Kostenpunkt, den du sehr schwer abschätzen kannst, ist der Sattel deines Pferdes. Im Idealfall hast du ein Pferd gekauft, welches einen optimalen Rücken mitbringt, wo jeder Sattel wie angegossen sitzt.

Dann könntest du mit Preisen ab 500€ bis Open End rechnen. Es hängt auch von deiner Vorliebe ab und welche Sparte der Reiterei du einschlagen möchtest. Hier könntest du wirklich Glück haben und einen kompetenten Sattler, der dir einen Sattel verkauft, der euch ein Leben lang passen wird.

Doch das ist (wie wir es selber kennen) leider reines Wunschdenken!

Denn das Durchschnittspferd ist meistens mit einem zu kurzen, zu geschwungenen, zu hohem Widerrist oder sämtlichen anatomischen Umförmigkeiten gesegnet. Und weil wir unsere Pferde lieben, soll der Sattel aber auch passen. Leider produzieren viele Sattelfirmen nur Sättel von der Stange für einen Typus Pferd, der sich leicht verkaufen lässt.

Ein Sattel kostet schon mal 2000€ und das Ende der Geldstange für einen neuen angefertigten Sattel ist bei 5000€ noch nicht erreicht.

Hier solltest du Zeit und Wissen einkalkulieren, um nicht am Ende zwei Sättel kaufen zu müssen, was alles nur noch teurer macht.

Zusammenfassung – Checkliste für eigenes Pferd

Für ein eigenes Pferd brauchst du eine hohe Eigenverantwortung und auch viel Zeit für dein Pferd. Denn dein Pferd möchte auch im Regen oder im kalten Winter umsorgt und bewegt werden. 

In dieser Tabelle zeigen wir dir, welche Punkte für ein eigenes Pferd sehr wichtig sind:

Checkliste für eigenes Pferd
Pferdekauf – was ist zu beachtenEntscheidung, was du für eine Pferderasse haben möchtest.Informiere dich über den Züchter/Verkäufer, ob er auch seriös ist.Mache immer vor dem Kauf ein Probereiten.Ankaufsuntersuchung ist sehr wichtig.
Der Stall – woran erkenne ich einen guten StallWie ist der Zustand vom Stall (sauber und ordentlich)Was gibt es für Trainingsmöglichkeiten im Stall?Wie gut ist er Stall für dich erreichbar?Gibt es einen Reitlehrer und eine Betreuung für dein Pferd im Stall?
Grundausstattung für mein eigenes Pferd – was brauche ich allesGrundausstattung wie SattelSchabracke oder SatteldeckeReitpadSattelgurtSteigbügelriemenSteigbügelschonerSteigbügelLederfettSattelschoner
Versicherungen – welche Versicherungen sollte ich abschließenPferdehaftpflichtversicherung ist ein großes Muss!Eventuell kannst du auch bei Pferden mit Vorerkrankungen eine OP-Versicherung oder eine Krankenversicherung abschließen.
Kosten – welche Kosten fallen bei einem eigenen Pferd anMonatliche StallmieteKosten für ReitunterrichtKosten für den TurniersportKosten für HaftpflichtversicherungKosten für den HufschmiedKosten für den TierarztKosten für die FuttermittelKosten für die Ausrüstung

Ein Pferd ist kein gewöhnliches Haustier, sondern braucht sehr viel Zeit und auch Betreuung. Auch die Kosten für ein eigenes Pferd solltest du nicht außer Acht lassen. 

Aber ein Pferd ist auch ein Kumpel fürs Leben, der dir viel Freude bringen wird!

Kennst du schon unsere Pferde-E-Books mit praktischen Tipps und viel Erfahrung für dich und deinen Vierbeiner: